Boeing 747SP "Sofia" steht vor dem Aus

U.S.-Präsident Donald Trump will das Projekt beenden.

Boeing 747SP am Flughafen Stuttgart-Echterdingen (Foto: Thomas Ramgraber).

Die NASA und das DLR betreiben gemeinsam eine besondere Boeing 747SP, die als fliegendes Weltraum-Observatorium dient. Den Löwenanteil der Kosten des Gemeinschaftsprojekts tragen dabei die U.S.-Amerikaner. Doch nun ist die Fortführung der „Sofia“ in Gefahr, denn U.S.-Präsident Donald Trump will den Forschern die Finanzmittel drastisch kürzen.

Die Boeing 747SP mit der Registrierung N747NA war zuletzt ab 16. September 2019 auf dem Flughafen Stuttgart zu Gast. AviationNetOnline berichtete damals im Rahmen einer Fotoreportage umfangreich über das einzigartige Fluggerät.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet nun, dass die Trump-Regierung genau dieses Forschungsprojekt künftig nicht mehr finanzieren wird und die Stilllegung der Sofia unmittelbar bevorsteht. Im jüngsten Budgetentwurf fordert der U.S.-Präsident explizit die Einmottung der N747NA. Im Gegenzug sollen die generellen Finanzmittel für die NASA um zwölf Prozent auf 25,2 Milliarden U.S.-Dollar pro Jahr aufgestockt werden. Der Fokus der Forschungen soll auf bemannten Reisen zum Mars liegen. Für das Weltraum-Observatorium Sofia ist in den Vorstellungen von Donald Trump kein Platz mehr. Laut „Spiegel“ soll das Management der NASA diese Pläne mittragen, so dass die Tage der N747NA bereits gezählt sind.

Es gilt als unwahrscheinlich, dass das deutsche DLR in der Lage ist das Projekt alleine fortzuführen. Dem Vernehmen nach betragen die jährlichen Kosten 89 Millionen U.S.-Dollar. Davon werden neun Millionen U.S.-Dollar von der Bundesrepublik Deutschland getragen und der Rest von den U.S.-Amerikanern. Ursprünglich war das Projekt für eine Betriebsdauer von 20 Jahren ausgelegt, dürfte jedoch nun bereits vorzeitig beendet werden. In der aktuell bekannten Form existiert Sofia seit dem Jahr 2011.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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