Betriebsversammlungen: AUA muss 24 Flüge streichen

Bei Anisec und Lauda soll es Unternehmensangaben nach keine Annullierungen geben.

Airbus A320 (Foto: Thomas Ramgraber).

Während Anisec und Lauda keine Auswirkungen der Betriebsversammlungen auf den Flugbetrieb am Mittwoch erwarten und sich Eurowings bislang gar nicht äußerte, strich Austrian Airlines bereits 24 Flüge. Betroffen sind laut Angaben des Unternehmens rund 1.500 Passagiere, die nach Möglichkeit umgebucht werden sollen. Weiters schließt die AUA ausdrücklich nicht aus, dass noch weitere Verbindungen gestrichen werden könnten oder erheblich verspätet sein könnten.

Das Unternehmen erklärte dazu gegenüber AviationNetOnline: Sowie die Betriebsräte aller Airlines am Standort Wien hat auch der Austrian Airlines Betriebsrat Bord morgen ab 9 Uhr zu einer Betriebsversammlung eingeladen. Thema dabei ist unter anderem der Branchen KV. Diese Betriebsversammlung, soweit ist heute schon ersichtlich, führt zu Beeinträchtigungen im Flugbetrieb bei Austrian Airlines. Austrian Airlines hat ein Ersatzflugprogramm organisiert, bei dem vor allem jene Flüge aus dem Programm genommen wurden, die leicht umbuchbar sind z.B. Frankfurt, Hamburg oder Berlin. Langstrecken und Ferienflüge werden gesondert abgesichert. Wo immer möglich, setzen wir auch auf den Folgeflügen größere Flugzeuge ein. Insgesamt haben wir bereits vorsorglich 24 Flüge gestrichen. Rund 1.500 Passagiere sind davon betroffen. Ziel dieser Maßnahme ist, dass wir Passagiere zeitgerecht umbuchen können. Zusätzlich können wir weitere Flugstreichungen und –verspätungen nicht ausschließen.“

Die von der Gewerkschaft Vida organisierten Betriebsversammlungen sieht man bei Austrian Airlines kritisch und verweist darauf, dass erst im Vorjahr ein Kollektivvertrag ausgehandelt und unterschrieben wurde. Dazu eine Sprecherin gegenüber AviationNetOnline: „Der Bord-Kollektivvertrag von Austrian Airlines wurde erst 2018 verhandelt und ist bis 2022 gültig. Es gibt deshalb keine Notwendigkeit für eine Betriebsversammlung mit Betriebsstörung. Der Kollektivvertrag von Austrian Airlines gilt außerdem als bester am Standort Wien. Die Aktion der Gewerkschaft trifft daher die Falschen, nämlich vor allem die Kunden eines guten Arbeitgebers. Wir fordern die Gewerkschaft und den Betriebsrat auf, solche Veranstaltungen mit Augenmaß zu organisieren und nicht auf dem Rücken der Kunden auszutragen.“ 

Passagiere, die über ein Reisebüro oder einen Online-Vermittler gebucht haben, müssen sich im Falle einer Streichung ihres Fluges mit diesem in Verbindung setzen. Wurde direkt bei der AUA gebucht, so sollen betroffene Reisende kontaktiert werden. Hintergrund ist, dass Reisebüros im Regelfall die Kontaktdaten des Passagiers nicht an die Airline weiterleiten. Weiters betont die Sprecherin: „Wir entschuldigen uns aufrichtig bei unseren Passagieren für diese Unannehmlichkeiten.“

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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