Berliner Luftverkehrsmarkt bricht massiv ein

Flughafenchef will öffentliche Finanzspritze

(Foto: FBB)

Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup zeichnet ein düsteres Bild der bisherigen Corona-Auswirkungen auf den Luftverkehrsmarkt der deutschen Hauptstadt: „Wir haben zurzeit etwa die Hälfte der Fluggäste. In den Wochen davor lag das Minus bei 30 Prozent, davor bei 12 Prozent“, sagte der Manager mit Blick auf die beiden Airports Tegel und Schönefeld der Deutschen Presse-Agentur. Da Berlin so gut wie keine eigenen Langstreckenverkehr mehr hat, ist es auf innerdeutsche Zubringerflüge nach Düsseldorf, Frankfurt und München angewiesen, die jedoch deutlich zurückgefahren wurden.

Auch der Blick nach vorn macht kaum Hoffnung. Aktuell liegen die Kapazitäten nach AviationNetOnline-Berechnungen 60 Prozent unter dem, was an Aufkommen normalerweise kurz vor Beginn des Sommerflugplans geplant ist. Die Flughäfen rechnen damit, dass die Passagierzahlen weiter schmelzen. "Wir erwarten keinen wirklichen Osterreiseverkehr", sagte Lütke Daldrup.

BER soll eröffnen
In Folge dessen habe der Airport-Betreiber FBB mit erheblichen Einnahmeverlusten zu kämpfen – Finanzhilfen wären unabdingbar. „Wir werden die Unterstützung der Gesellschafter brauchen, was die Corona-Frage betrifft“, so Lütke Daldrup. Der Flughafenbetreiber FBB gehört den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Bund. "Natürlich ist es so, dass wir für das, was wir nicht durch den Flugverkehr einnehmen können, die Hilfe unser Eigentümer benötigen."

Das zieht weitere Gedankenspiele nach sich: "Wir prüfen, ob es erforderlich ist, Terminalabschnitte abzusperren, damit wir nur so viel Personal auf der Fläche haben wie wir auch wirklich benötigen", so der Manager zur dpa. Auch beschäftige man sich damit, wie Mitarbeiter Überstunden und Gleitzeitkonten abbauen könnten. "Natürlich müssen wir auch Kurzarbeit prüfen."

Personalprobleme gibt es auch auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens BER – allerdings nicht, weil Mitarbeiter nichts zu tun hätten. Vielmehr fehlen Kräfte. Bei Terminal 2 arbeite man daran, "dass das Fehlen einiger Bauleute aus Osteuropa kompensiert werden kann und nicht zu Verzögerungen führt. Aber es ist wäre kein Thema, den BER ohne das T2 zu eröffnen, zumal wenn wir weniger Flugverkehr haben." Ohnehin war zuletzt damit geplant worden, T2 zu einem späteren Zeitpunkt zu eröffnen. Insofern kann man wohl glauben, wenn Lütke Daldrup sagt, die für Ende Oktober anvisierte BER-Eröffnung werde nicht verschoben.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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