Bericht: Lufthansa will den Gewinn verdoppeln

Spohr-Vorstand will künftig drei Milliarden Euro Gewinn pro Jahr schreiben.

Airbus A319 (Foto: Thomas Ramgraber).

Die Deutsche Lufthansa AG will mit Hilfe eines weiteren Sparprogramms in Zukunft deutlich höhere Gewinne schreiben. Ein Masterplan, aus dem das „Manager Magazin“ zitiert, soll vorsehen, dass die Zielmarke mittelfristig drei Milliarden Euro und mehr beträgt. Die Airline wollte sich auf Anfrage zu diesem Medienbericht nicht äußern.

Für das Management um Konzernchef Carsten Spohr dürfte das mögliche Gewinnziel durchaus eine beachtliche Herausforderung werden, denn insbesondere die Billigtochter Eurowings muss dazu von einem Verlustbringer in eine sprudelnde Geldquelle verwandelt werden. Zuletzt war man davon allerdings noch sehr weit entfernt. Doch nicht nur Eurowings wird mehr Geld verdienen müssen, sondern auch sämtliche andere Tochterairlines und Lufthansa selbst. Kürzlich äußerte sich die Konzernführung dahingehend, dass man die Erlöse aus Zusatzkäufen deutlich steigern möchte und testete bereits mittels eines Dummys eine entsprechende Buchungsplattform.

Die so genannten „Ancillary Revenues“ stellen bei vielen Billigfluggesellschaften mittlerweile eine äußerst wichtige Einnahmequelle dar, denn oftmals kann es vorkommen, dass beispielsweise die Mitnahme eines Check-In-Gepäckstücks teurer ist als das eigentliche Flugticket. Daher ist es durchaus nachvollziehbar, dass die Lufthansa Group ebenfalls unter dem Motto „Individualisierung“ zusätzliche Einnahmen generieren will.

Laut Manager-Magazin galten bislang rund zwei Milliarden Gewinn pro Jahr als durchaus erfolgreich, doch Konzernchef Carsten Spohr will die Profitabilität deutlich steigern. Dies dürfte auch ganz im Sinne der Aktionäre sein, denn diese können sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bei mehr Gewinn auch über höhere Ausschüttungen erfreuen. Die Kernaufgabe des Vorstands einer Aktiengesellschaft ist es im Sinne der positiven Entwicklung des Unternehmens und damit auch für die Anteilseigner zu handeln. Das neue Sparprogramm könnte im kommenden Jahr angepackt werden, wobei dieses laut dem Medienbericht noch nicht fix beschlossen ist.

Um jedoch die angepeilten drei Milliarden Euro Gewinn pro Jahr erreichen zu können, muss Lufthansa viele „Baustellen“ anpacken. Erst vor einigen Wochen kursierte das Gerücht, dass sich der Konzern in eine Holding nach dem Vorbild der IAG umbauen wird, jedoch wurde dies zunächst dementiert. Dennoch zeigt dies: Lufthansa denkt durchaus über Maßnahmen nach, die die Profitabilität des gesamten Konzerns steigern könnten.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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