BER sieht sich selbst als "Wirtschaftsmotor"

Selbst initiierte Studie zur Wirtschaftskraft des Airports

Blick auf den BER: Der Flughafen stellt sich selbst ein gutes Zeugnis aus. (Foto: FBB)

Welchen Effekt auf die deutsche Wirtschaft wird der neue Hauptstadtflughafen BER haben, wenn dieser im Herbst mit einer Verzögerung von fast einem Jahrzehnt eröffnet? Einen großen, sagt eine vom Airport-Betreiber FBB selbst in Auftrag gegebene Studie des Marktforschungsinstituts Conoscope und des Kompetenzzentrums Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge der Universität Leipzig (KOWID).

Die für den Spätherbst geplante Eröffnung des BER sei "kein Selbstzweck. Es geht darum, die Zukunft zu gestalten", so Airport-Chef Engelbert Lütke-Daldrup. So konstatiert die Studie „Wachstumsmotor BER“, dass sich die Zahl der Menschen, die in Berlin im Umfeld des Airports arbeiten, in den kommenden Jahren nahezu verdoppeln werde. Konkret könnten 2035 rund 38.400 Menschen ihren Lebensunterhalt direkt mit einem Job am Flughafen Berlin/Brandenburg verdienen – aktuell seien es im Umfeld der beiden Airports Schönefeld und Tegel gut 20.000.

Für ihre Prognose beziehen sich die Studienautoren unter anderem auf Marktzahlen von 2016. Demals generierten die Beschäftigten im Umfeld der Berliner Flughäfen rund 1,7 Milliarden Euro an Einkommen. Denn: Jeder Arbeitsplatz des Flughafensystems führte in Berlin zu mehr als einem weiteren Arbeitsplatz in der Region. Den volkswirtschaftlichen Gesamteffekt der Airports in Berlin gibt die Studie für 2016 mit rund drei Milliarden Euro an. 

Wo die Menschen 2016 im Umfeld der Berliner Flughäfen angestellt waren. (Grafik: FBB)

Der Flughafen habe zudem das Potenzial, dem immer größer werdenden Fachkräftemangel entgegen zu wirken. So bezeichnet die Studie eine Flughafenregion als "Magnet für Hochqualifizierte" und nennt das Beispiel München. Zwischen 1998 und 2012 sei dort die Zahl der Fachkräfte so stark gestiegen wie in keiner anderen Region Bayerns, nämlich um 134 Prozent.

Nach mehr als 14 Jahren Bauzeit soll der neue Hauptstadtflughafen BER Ende Oktober ans Netz gehen. Die Eröffnung war sechs Mal wegen Problemen beim Bau verschoben worden. Während der eine der beiden jetzigen Berliner Airports, der Flughafen Schönefeld in den BER integriert werden soll, schließt Tegel sechs Monate nach Inbetriebnahme beider BER-Bahnen. Die FBB rechnet für 2045 mit 50,3 Millionen Fluggästen am Luftverkehrsstandort Berlin – im vergangenen Jahr waren es knapp 35,7 Millionen.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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