BER braucht wohl eine neue Milliarde

EU entscheidet heute über Corona-Hilfen.

(Foto: FBB)

Wenige Wochen vor dem nächsten Eröffnungstermin des deutschen Hauptstadtairports BER kusiert ein Medienbericht, dass die Finanzlage des Flughafenbetreibers FBB angespannter ist, als zuletzt gedacht. Wie der "Tagesspiegel" unter Berufung auf unter anderem ein Schreiben der Finanzstaatssekretärin Bettina Hagedorn (SPD) an den Haushaltsausschuss des Bundestages berichtet, braucht die FBB nicht nur die 300 Millionen Euro Corona-Soforthilfe, die die Anteilseigner (der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg) gewähren wollen und über die am Mittwoch (9. September) die EU-Kommission entscheidet. Aktuell sei geplant, dass 99 Millionen Euro davon als Zuschuss kommen und 201 Millionen Euro als Darlehen, heißt es. 

Spätestens im kommenden Jahr wird die FBB "bei stagnierendem Luftverkehr" weitere 700 Millionen Euro benötigen, so die Zeitung. Branchenbeobachter rechnen zudem nicht mit einer schnellen Erholung des Verkehrs – erst am Dienstag hatte Easyjet kurzfristig die eigenen Kapazitäten weiter beschnitten. Laut "Tagesspiegel" wird diese Zahl im Aufsichtsrat der FBB aktuell diskutiert. 

Ein "derzeit wahrscheinliches Szenario des Managements" kalkuliert einen Finanzbedarf von rund einer halben Milliarde Euro. Hierbei wird davon ausgegangen, dass der Flugverkehr im kommenden Jahr etwa die Hälfte des Niveaus von 2019 erreicht. Für die ersten acht Monaten dieses Jahres verzeichnen die Berliner Flughäfen einen historischen Einbruch.

Doch auch die 300 Millionen Euro Corona-Hilfen müssten offenbar schnell fließen. "Ohne die Finanzierungszusage der Gesellschafter wäre die Zahlungsfähigkeit der FBB für das Jahr 2020 nicht gesichert gewesen", heißt es im Hagedorn-Brief, in dem auf die schnelle Freigabe gedrungen wird. Und zwar, weil "die FBB zur Sicherstellung ihrer Liquidität (...) einen Teil der zugesagten Mittel spätestens im Oktober 2020 benötigt", zitiert der "Tagesspiegel". Sollte Brüssel die öffentliche Hilfen nicht genehmigen, bliebe als Ausweg eine Teilprivatisierung.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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