Bei Germanwings gibt es Probleme mit fast 200 Flügen

Wohl beinah 80 Ausfälle am Montag

A319 von Germanwings: Offiziell 182 Flüge gestrichen, doch es sind wohl mehr. (Foto: www.airteamimages.com)

Der dreitägige Streik der Flugbegleiter bei Germanwings trifft die Airline offenbar stärker als gedacht. Auch wenn Eurowings, in dessen Auftrag Germanwings mit 33 Maschinen fliegt, fortlaufend die Zahl annullierter Flüge auf ihrer Homepage aktualisiert, sprechen Flugplandaten von Airline und Airports eine andere Sprache. Nach AviationNetOnline-Berechnungen auf Grundlage dieser Pläne sind bis zum Montagmittag 70 Flüge von Germanwings gestrichen. Laut der von Eurowings auf der Homepage veröffentlichten Liste sollen es Montag lediglich 60 sein.

Da sieben weitere Verbindungen zum Teil mehrere Stunden vor ihrem Abflug als "verspätet" deklariert wurden, ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Zahl der annullierten Flüge weiter erhöht. Dafür spricht auch, dass Eurowings eigenen Angaben zufolge für Dienstag 56 Verbindungen gestrichen hat - unseren Berechnungen zufolge sind aber nur 53 annulliert, drei weitere stehen im System auf "verspätet". Für Mittwoch weist Eurowings 66 gestrichene Flüge aus. Insgesamt könnten am Ende also 199 Verbindungen ausfallen.

Insgesamt führt Germanwings an den drei Streiktagen von den 1212 Eurowings-Flügen europaweit 298 Verbindungen durch - 229 davon ab deutschen Airports. Eigentlich kann eine deutsche Gewerkschaft nur hierzulande zum Streik aufrufen, weshalb Verbindungen aus dem Ausland zurück nach Deutschland eigentlich gegen Ausstände abgesichert sein sollten. Da die Crews mitunter allerdings mehrere "Legs" pro Tag fliegen, können auch Flüge in anderen Ländern betroffen sein.

Verlängerung der Streiks nicht ausgeschlossen
Derweil ist nicht ausgeschlossen, dass der Arbeitskampf bei Germanwings über Neujahr hinaus verlängert wird. UFO-Vize Daniel Flohr betonte die Bereitschaft seiner Gewerkschaft dazu im "ZDF", sollte es keine Annäherung von Germanwings geben. Samstag und Sonntag gab es nach AviationNetOnline-Informationen Gespräche zwischen der Gewerkschaft und der Airline. Allerdings endeten diese ergebnislos.

Streikgrund ist laut UFO eine seit Jahren ausbleibende Neuregelung der Teilzeitmodelle für Germanwings-Flugbegleiter und die fehlende Perspektive für die Mitarbeiter, da die Flotte der Airline mehr als halbiert werden soll. Dahinter steht auch der massive Konflikt mit dem Mutterkonzern Lufthansa.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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