Bei Eurowings stehen die Zeichen auf Streik

Airline-Spitze lehnt in einem Schreiben UFO-Forderung ab.

Airbus A320 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Nach der Ankündigung eines ersten Warnstreiks bei Lufthansa richten sich die Blicke in der Branche gebannt auf mögliche weitere Arbeitskampfmaßnahmen der Flugbegleitergewerkschaft UFO, zumal diese bereits mitteilte, auch bei anderen Airlines des Kranich-Konzerns zu Arbeitsniederlegungen aufrufen zu wollen. Nach AviationNetOnline-Informationen ist die Gefahr für Streiks beim Billigflieger Eurowings in den letzten Tagen massiv gestiegen.

Denn das Eurowings-Management lehnt in einem Brief die Forderung, die Arbeiten an der genauen Ausgestaltung des 2016 erzielten Schlichtungskompromisses wieder aufzunehmen, ab. “Wie Sie wissen, sind wir davon überzeugt, dass UFO e.V. nicht tariffähig ist”, heißt es in dem Papier, das AviationNetOnline vorliegt. "Es ist UFO e.V. aktuell (...) nicht möglich, eine entsprechende Vereinbarung zur konkreten Ausgestaltung der betrieblichen Altersvorsorge zu unterzeichnen."

Eurowings und UFO hatten sich 2016 nach dreijähriger Verhandlung auf ein neues Tarifpaket geeinigt. Allerdings gelang dies erst nach einer gescheiterten Schlichtung unter dem früheren Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit (SPD). Seitdem bemühen sich Airline und Gewerkschaft um die genaue Ausgestaltung der Grundsatzeinigung, zuletzt in mehreren ebenfalls gescheiterten Schiedsstellen.

Bis zu diesem Sommer. Da brach die Eurowings-Spitze die Gespräche mit UFO über unter anderem eine betriebliche Altersvorsorge ab. Eurowings reihte sich damit neben Konzernmutter Lufthansa ein, die Verhandlungen mit UFO ablehnt, weil aus ihrer Sicht der jetzige Vorstand der Gewerkschaft nicht rechtsgültig sei. Inzwischen lässt der Konzern sogar den Gewerkschaftsstatus der UFO gerichtlich überprüfen. 

Doch juristisch konnte UFO zuletzt einen Sieg verbuchen: Das Frankfurter Arbeitsgericht urteilte Ende September, dass die Kündigung mehrerer Lufthansa-Tarifverträge rechtmäßig sei. In der Urteilsbegründung kommt das Gericht zu der Auffassung, dass Lufthansa gar keine Zweifel an der rechtlichen Wirksamkeit des UFO-Vorstands geltend machen kann, unabhängig davon ob formale Fehler gemacht wurden. In der Konsequenz rief UFO zu einem mehrstündigen Streik bei Lufthansa am kommenden Sonntag (20. Oktober) auf. Die Airline will zwar keinen Notfallflugplan für den Streiktag aufstellen, rechnet allerdings mit Einschränkungen im Flugplan.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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