Banken übernehmen den Steuerknüppel bei den Thomas-Cook-Airlines

Auch deutsche Tochtergesellschaft Condor ist betroffen.

Airbus A320 (Foto: Michael Penner).

Die Fluggesellschaften des Thomas-Cook-Konzerns, unter anderem Condor, werden bis voraussichtlich Oktober 2019 neue Eigentümer bekommen. Im Rahmen der Sanierung des angeschlagenen Konzerns soll Großaktionär Fosun rund 450 Millionen Britische Pfund in das Veranstaltergeschäft investieren und damit 75 Prozent übernehmen. Der Airline-Bereich wird allerdings an die Gläubigerbanken gehen, die eine Dreiviertel-Mehrheit halten werden. Der chinesische Investor wird auch hier mit einer 25-prozentigen Minderheit an Bord sein, berichtet die ARD.

Weiter sollen die Gläubigerbanken ebenfalls 450 Millionen britische Pfund bereitstellen, so dass Thomas Cook mit insgesamt rund 995 Millionen Euro (umgerechnet) kapitalisiert wird. Damit sollen die Fluggesellschaften und der Reisekonzern über den möglicherweise frostigen Winter 2019/2020 kommen. Ein weiterer Teil des Sanierungsplans ist es, dass die Banken Schulden in Eigenkapital umwandeln werden und im Gegenzug 25 Prozent am Veranstaltergeschäft und 75 Prozent an den Airlines halten werden.

Zumindest kurzfristig wird es daher zu keinem „externen“ Verkauf der Fluggesellschaften des Thomas-Cook-Konzerns kommen, jedoch wird damit gerechnet, dass die Gläubigerbanken, die in Zukunft mit 75 Prozent die Mehrheit halten werden, diesen zu einem späteren Zeitpunkt und dann äußerst rasch vorantreiben werden. Jedenfalls werden, sofern der Plan umgesetzt wird, die Kreditinstitute künftig bei allen Airlines des Thomas-Cook-Konzerns und damit auch bei Condor das Sagen haben. Zwar dementiert der Konzern, dessen Aktienkurs seit einigen Wochen sehr stark gefallen ist, dass ein Rückzug von der Börse geplant ist, jedoch spekulieren Analysten damit, dass dieser Schritt bereits im November 2019 gesetzt werden könnte.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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