B737-Max-Grounding könnte Tui bis zu 300 Millionen Euro kosten

15 Maschinen diesen Typs kann der Tourismuskonzern derzeit nicht einsetzten und gab nun eine Gewinnwarnung heraus, die einen zweistelligen Einbruch des EBITDA ankündigt.

Boeing 737-Max-8 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Das Boeing 737-Max-Flugverbot könnte der Tui Group empfindliche Kosten verursachen, denn insgesamt betreibt man 15 Einheiten, die momentan am Boden gehalten werden müssen. Der Konzern gab nun eine Gewinnwarnung heraus, woraufhin auch der Aktienkurs heftig nachgab.

Die Situation wäre mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, da unklar ist wann das Muster wiedereingesetzt werden darf. Um die so ausgefallenen Kapazitäten kompensieren zu können, sind – wie bei anderen betroffenen Airlines auch – ACMI-Leistungen in erheblichem Umfang erforderlich, die bei Tui offenbar empfindlich ins Geld gehen.

Der Reisekonzern rechnet damit, dass man Kosten in der Höhe von rund 200 Millionen Euro für Ersatzflugzeuge und erhöhte Treibstoffkosten haben werde. Diese Prognose setzt allerdings voraus, dass die Maschinen ab Mitte Juli 2019 wiedereingesetzt werden können. So dies nicht der Fall ist und man erst im September wieder fliegen darf, würden „mindestens“ weitere 100 Millionen Euro dazu kommen. Der EBITDA-Rückgang wird im ersten Szenario mit 17 Prozent beziffert und im zweiten gar mit 26 Prozent.

Möglicherweise können Schadensersatzansprüche gegen Hersteller Boeing geltend gemacht werden. Diese sind in der jüngsten Prognose der Tui Group allerdings nicht berücksichtigt. Dies wohl möglicherweise auch deswegen, weil verschiedene betroffene Airlines unabhängig voneinander mit einem längeren Rechtsstreit mit Boeing rechnen. Tui äußerte sich dazu allerdings überhaupt nicht.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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