Austrian Airlines soll Mitte Juni wieder abheben

Deutliche Verhandlungsfortschritte für Staatshilfe, Einigung mit dem Betriebsrat Bord.

Foto: Thomas Ramgraber

Bezüglich des Themas Staatshilfe wurden nach der Aufsichtsratsitzung von Austrian Airlines am Mittwoch noch keine (heiß ersehnten) neuen Details genannt - hier heißt es weiter: "Bitte warten". Nur so viel: Der Wirtschaftsprüfer PwC soll den Neustartplan grundsätzlich unterstützen - ebenso der Aufsichtsrat. Mit der COFAG gebe es "deutliche Verhandlungsfortschritte", wie die AUA in einer Aussendung schreibt. Mit der Regierung wird hinsichtlich Standortauflagen verhandelt.

Für die AUA erfreuliche News gibt es hingegen von den Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern. Nach einer langen Verhandlungsnacht von Dienstag auf Mittwoch konnte sich der Betriebsrat Bord und das Management auf ein umfassendes Paket einigen. Mit den Kolleginnen und Kollegen vom Boden wurde allerdings am Mittwochabend noch weiterverhandelt - hier liegt noch keine Einigung vor.

Rückzahlungen an Mitarbeiter ab 2024
Zu den Einsparplänen mit den Flugzeugbesatzungen gehört der längerfristige Einsatz von Kurzarbeit bis in das Jahr 2022, eine zum Teil sozial gestaffelte Gehaltsreduktion in der Höhe von fünf bis 15 Prozent und das Aussetzen von Inflationsanpassungen und Gehaltsvorrückungen. Ab 2024 sollen, sofern das dem Unternehmen möglich ist, Rückzahlungen an die Mitarbeiter fließen. Auch das Management wird auf Gehalt verzichten. Der Neustart-Plan sieht außerdem vor, Kosteneinsparungen in der Höhe von 20 Prozent bei Lieferanten und Geschäftspartnern zu erzielen.

Ob nach der Kurzarbeit Personal abgebaut werden muss, hängt in erster Linie von der Marktentwicklung ab: Heuer rechnet man mit vielleicht 25 bis 50 Prozent der Passagierzahl im Vorjahresvergleich, danach soll diese Zahl wieder auf 75 Prozent steigen. Nicht ganz unwichtig wird dabei die Konkurrenzsituation am Hub Wien sein - Lauda, Wizz Air und Konsorten werden der AUA das Leben weiterhin nicht leicht machen. Nach aktuellen Evaluierungen beträgt der rechnerische Überhang bei Austrian jedenfalls rund 1.100 Vollzeitstellen - wieviele davon wirklich letztlich abgebaut werden müssen, wird sich zeigen.

Point-to-Point ab Mitte Juni, danach auch Ferienflüge
Zuerst muss die AUA allerdings überhaupt erst wieder starten: Laut Peter Thier könnte es ab Mitte Juni wieder langsam losgehen (die Flüge wurden nun bis 14. Juni gestrichen), wobei am Anfang aufkommensstarke Point-to-Point-Strecken geflogen werden. Aber auch die Aufnahme von Urlaubszielen wird angesichts der Grenzöffnungen nicht ausgeschlossen. Die Drehkreuz-Funktion des Flughafens Wien soll erst sukzessive in den Monaten danach wiederaufgebaut werden. 

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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