AUA-Rettung durch - aber mit Folgen für die gesamte Branche

Neue einheitliche Ticketsteuer soll sofort umgesetzt werden. Erhöhte Flugabgabe von 30 Euro wird für Ultrakurzstreckenflüge eingeführt. Ende für Billigsttickets durch Anti-Dumping-Regelung.

Foto: Martin Metzenbauer

Nach langem und offenbar recht zähem Ringen ist die dringend benötigte Corona-Staatshilfe für Austrian Airlines nun so gut wie fix. In Kurzform: Die AUA erhält insgesamt 600 Millionen Euro. 300 Millionen Euro davon werden als Kredit über eine - von der COFAG zu 90 Prozent garantierte - Bankenfinanzierung bereitgestellt. Weitere 150 Millionen Euro kommen jeweils vom Staat Österreich und von der Muttergesellschaft Lufthansa.

Im Gegenzug zur Staatshilfe erhält die Republik Österreich eine Reihe von Zusagen, die auch an weitreichende ökologische Auflagen gebunden sind. Demnach gibt es von Seiten der Lufthansa eine Standortgarantie bis 2030. Außerdem muss der Hub Wien auch proportional zu den beiden Drehkreuzen Frankfurt und München wachsen - und zwar bereits während der Ramp-Up-Phase nach Corona. Hält sich die Lufthansa nicht daran, wird eine Pönalezahlung fällig, die im Bereich der direkten Staatshilfe von 150 Millionen Euro liegen soll. Falls die AUA hingegen den Kredit von 300 Millionen Euro nicht bezahlen kann, fällt das Unternehmen quasi ins Eigentum des Staates, wie Finsnzminister Gernot Blümel im Rahmen einer Pressekonferenz zur AUA-Rettung am Montagnachmittag erklärte.

Zug statt Flug
Laut Bundeskanzler Sebastian Kurz hätte die Regierung bei den Verhandlungen drei Ziele gehabt: Nämlich erstens die Masse der Arbeitsplätze zu retten, zweitens eine Garantie für das Drehkreuz Wien zu erhalten und drittens notwendige Maßnahmen im Bereich des Klimaschutzes umzusetzen. Letztere sind für Austrian Airlines relativ weitreichend: So soll die AUA künftig Kurzstreckenflüge auf die Bahn verlagern, sofern eine adäquate Infrastruktur bereitsteht und eine direkte Erreichbarkeit deutlich unter drei Stunden nach Wien Flughafen sichergestellt ist. Alle Landeshauptstadtflughäfen sollen aber weiterhin an ein Lufthansa-Drehkreuz angebunden bleiben. Dies könnte nun allerdings bedeuten, dass Passagiere künftig statt von Linz über Wien nach New York zu fliegen, beispielsweise eine Verbindung über Frankfurt nehmen werden.

Austrian Airlines sichert außerdem zu, die Treibstoffeffizienz um 1,5 Prozent pro Jahr zu steigern und den durchschnittlicher CO2-Ausstoß pro 100 Passagierkilometer über die gesamte Austrian-Flotte von 9,55 auf 8,5 Kilogramm bis 2030 zu reduzieren. Weiter soll der innerösterreichische CO2-Ausstoß bis 2030 halbiert, der gesamte CO2-Ausstoß soll hingegen bis 2030 im Vergleich zu 2005 um 30 Prozent reduziert werden.

Ende für Billigsttickets
Eine weitere Maßnahme, die im Rahmen der AUA-Rettung auch andere Airlines betreffen wird, ist eine neue Anti-Dumping-Regelung, die Österreich europaweit als erstes Land einführen wird. Demnach werden Ticketpreise, die unterhalb der Summe für Gebühren und Abgaben liegen, künftig nicht mehr erlaubt sein. Wie Verkehrsministerin Leonore Gewessler im Rahmen der Pressekonferenz zum Thema AUA erklärte, soll es damit künftig keine Tickets mehr unter 40 Euro geben. Darüberhinaus wird die Einführung der von der Regierung im Jänner angekündigten einheitlichen Flugabgabe auf 12 Euro nun sofort umgesetzt. Sie wird aber durch eine Ticketsteuer für Ultrakurzstrecken unter 350 Kilometer von 30 Euro ergänzt.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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