AUA: Kurzarbeit wird ausgeweitet, Produktion drastisch gesenkt

Angebot wird im Winterflugplan nur 30 statt 50 Prozent des Vergleichszeitraumes 2019/20 betragen.

Für die AUA wird es - so wie wohl für die gesamte Branche - ein besonders eisiger Winter werden (Foto: Martin Metzenbauer).

An sich wollte Austrian Airlines im kommenden Winterflugplan wieder bereits rund die Hälfte des Vorjahresangebotes bereitstellen. Aufgrund der niedrigen Nachfrage im Zuge der jüngsten Reisebeschränkungen muss die AUA ihre Ziele nun aber deutlich hinunterschrauben, wie der Vorstand heute in einer Mitarbeiterveranstaltung bekanntgegeben hat: Die Produktion wird demnach im Winter nicht über 30 Prozent hinausgehen.

Kapstadt, Mauritius und Malediven im Winterflugplan
Im kommenden Winterflugplan, der von Ende Oktober 2020 bis Ende März 2021 läuft, wird Austrian Airlines Flüge zu rund 60 Destinationen anbieten. Das sind etwa 20 Flugziele weniger als im Vorjahr, viele Destinationen werden mit stark reduzierter Frequenz bedient.

Die AUA wird trotz Corona klassische Winterdestinationen - wie etwa Kapstadt - anfliegen (Foto: Martin Metzenbauer).

Neben Langstreckenflügen nach Newark, Chicago, Washington und Bangkok hat Austrian erst letzte Woche die Flugverbindung nach Shanghai wieder aufgenommen. Ab Mitte Dezember sind dann wieder Flüge zu Urlaubsdestinationen wie zum Beispiel Kapstadt, Mauritius und die Malediven geplant. Vorbehaltlich verlängerter Einreisebeschränkungen sollen diese Destinationen jeweils zwei Mal pro Woche angeflogen werden.

AUA verliert 40 Millionen Euro pro Monat
Trotz der herausfordernden Zeit sei die Liquiditätssituation der rot-weiß-roten Airline "durch die strenge Kostendisziplin über Plan", wie es in einer Aussendung heißt. Die letzte Tranche des Kredites in Höhe von 100 Millionen Euro soll in Kürze überwiesen werden. Neben 300 Millionen Euro an Kredit hat die heimische Airline 150 Millionen Euro an Katastrophenhilfe vom Staat Österreich sowie 150 Millionen Euro als Eigenkapitalzuschuss vom Eigentümer Lufthansa erhalten. Durchschnittlich reduziert sich die Liquidität des Unternehmens um rund 40 Millionen Euro pro Monat.

Headquarter von Austrian Airlines (Foto: Martin Metzenbauer).

Bei Austrian hat man sich deshalb vorgenommen, die Kosten weiter zu senken. "Dazu gehört auch die Ausweitung der Kurzarbeit im Unternehmen, um diese an die reduzierte Produktion anzupassen", erklärte Andreas Otto, der im September neben seiner CCO Position zusätzlich auch den CFO Posten bei Austrian übernommen hat. "Dank unserer guten Liquiditätssituation sind wir gewappnet für eine zweite Welle, aber der nächste Sommer wird entscheidend. Wenn wir das Virus bis dahin in den Griff bekommen, wird wieder Land in Sicht sein. Viele Fluggäste werden dann auch einen entsprechenden Nachholbedarf an Reisen haben", so Andreas Otto.

Antigen-Schnelltests für Reisefreiheit
Um die Reisefreiheit bereits vor Einführung einer möglichen Impflösung wiederherzustellen, arbeitet Austrian Airlines wie bereits berichtet an der Einführung von Antigen-Schnelltests für Fluggäste. "Die aktuellen Reisebeschränkungen sind eine Bürde für die gesamte Tourismusbranche. Wir brauchen flächendeckende Tests für Reisende und müssen Reisefreiheit und Infektionsschutz unter einen Hut bringen, um so Reisebeschränkungen und Quarantäneverpflichtungen abbauen zu können", erklärte Austrian COO Jens Ritter. Für Mitte Oktober sind bereits erste Testflüge geplant.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

    Special Visitors

    CARGOLUX / LX-NCL
    Maleth Aero / 9H-VOX
    ANTONOV AIRLINES / UR-09307
    Russian Air Force / RA-85155
    Volga-Dnepr Airlines / RA-82042
    ROSSIYA / EI-UNP
    Antonov Airlines / UR-82007

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Michael Csoklich

    Martin Dichler

    Carlo Sporkmann

    Stefan Eiselin