Austrian Airlines: Verspätete Auszahlung von Manager-Boni

Man habe nur Schulden aus dem Jahr 2019 beglichen.
Letztes Update am 07.08.2020 um 09:24 Uhr.

Foto: Jan Gruber.

Austrian Airlines zahlte Ende Juli 2020 an das Management Prämien für das Jahr 2019 aus - obwohl Kunden noch immer darauf warten, dass der Carrier seine Schulden in Form von berechtigten Rückzahlungsansprüchen begleicht. Das Unternehmen entgegnet allerdings, dass die AUA Schulden gegenüber dem Management beglichen habe.

Konzernsprecher Peter Thier bestätigte, dass es zu den Auszahlungen an das Management gekommen ist und zwar Ende Juli 2020. Es habe sich dabei um verspätete variable Gehaltszahlungen für das Geschäftsjahr 2019 gehandelt. „Es sind sozusagen „Schulden“, die das Unternehmen bei den Führungskräften noch offen hatte. Praktisch alle Führungskräfte erhalten Teile ihres Gehalts abhängig vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. 2019 erwirtschaftete Austrian Airlines ein adjusted-Ebit von +19 Mio. Euro“ so Thier. Die ausständigen Rückzahlungen für Tickets sollen bis Ende August refundiert werden.

Zwar schrieb die Lufthansa-Tochter im Vorjahr einen kleinen Gewinn, jedoch grundsolide erfolgreich war man nicht. Ursächlich hierfür soll der starke Wettbewerb mit Billigfliegern gewesen sein. Gegen Jahresende 2019 wurde ein scharfes Sparprogramm angekündigt, das die Ausflottung des Maschinentyps DHC Dash 8-400 und den Abbau von Stellen vorsieht.

Innerhalb der AUA-Belegschaft sollen die Boni-Zahlungen an das Management nicht sonderlich gut angekommen sein, denn in nahezu allen Bereichen dreht der Carrier angesichts der Corona-Pandemie an der Lohnschraube. Hierzu sagte Thier: „Führungskräfte hängen bei Austrian auch am Kollektivvertrag, d.h. dass jegliche Einsparungen auch die Führungskräfte trifft. Auch Führungskräfte befinden sich bei Austrian in der Kurzarbeit. Mehrverdiener erhalten je nach Einkommen während der Kurzarbeit bekanntlich 80 Prozent, Wenigverdiener 85 Prozent oder 90 Prozent (AMS Staffelung).“

Angesprochen darauf wie Boni-Zahlungen an das Management und Staatshilfe zusammenpassen, meinte Thier: „Bei Verlusten gibt es keine Prämienzahlungen. Davon ist auch im Jahr 2020 wie der Vorstand heute angekündigt hat, auszugehen. Staatsgeld ist noch keines geflossen. Hier warten wir noch auf das „ok“ des WSF.“ Der AUA-Konzernsprecher meint damit, dass seitens Deutschland noch keine Genehmigung für das AUA-Hilfspaket vorliegt. Die Regierung der Bundesrepublik hat sich in den Verträgen für die Lufthansa-Staatshilfe, die teilweise bereits abgerufen wurde, eine Zustimmungspflicht für die Unterstützungen in Österreich, Belgien und der Schweiz verankern lassen. Noch wurde kein grünes Licht gegeben.

Autor: Jan Gruber

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