AUA-Kredit auf der Zielgeraden

Ein Konsortium aus drei Banken soll das Darlehen aufgestellt haben. Carsten Spohr kommt am Donnerstag nach Wien.

Am Donnerstag könnten in Wien Nägel mit Köpfen gemacht werden (Foto: Martin Metzenbauer).

Recht ruhig ist es in den letzten Tagen rund um das Thema Staatshilfe für Austrian Airlines geworden. Die Voraussetzungen dafür haben sich allerdings zuletzt deutlich verbessert: Zum einen konnten grundlegende Einigungen mit den beiden Betriebsräten Bord und Boden geschlossen werden. Zum anderen ist die Staatshilfe für die Muttergesellschaft Lufthansa so gut wie beschlossen - lediglich die Zustimmung der Aktionäre im Zuge der außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni 2020 ist noch ausständig.

Bei Austrian Airlines selbst dürfte in diesen Tagen ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung staatlicher Unterstützung geglückt sein: Wie AviationNetOnline aus informierten Kreisen erfahren hat, soll ein Konsortium aus den drei Banken Erste, RBI und Oberbank nun das grundsätzliche OK für den Kredit an die strauchelnde Fluglinie gegeben haben. Dieser wird - zumindest teilweise - über die staatliche Cofag abgesichert. Wie hoch die Kreditlinie sein wird, ist nicht bekannt - laut „Kurier“ soll diese rund die Hälfte der Staatshilfe ausmachen. Der Rest soll sich auf eine Eigenkapitalinfusion der Republik Österreich und eine Finanzspritze der Lufthansa aufteilen.

Und noch eine Neuigkeit gibt es: Insgesamt dürfte die Staatshilfe für die AUA nämlich noch einmal niedriger ausfallen als bislang bekannt. Demnach soll die österreichische Fluglinie statt der ursprünglich veranschlagten 767 Millionen Euro bzw. der danach vom „Kurier“ kolportierten 650 Millionen Euro (vorerst) „nur“ noch 600 Millionen Euro benötigen. Bestätigt wurde all dies von Austrian Airlines am Mittwoch noch nicht.

Einen etwas unklaren Faktor stellt noch die österreichische Politik dar: Hier hat ja Verkehrsministerin Leonore Gewessler vor einigen Tagen erklärt, dass es eines Gesamtpakets bedürfe und dabei auch auf den Klimaschutz verwiesen. Ein durchaus als positiv zu wertendes Signal ist allerdings am Mittwoch auf Anfrage von AviationNetOnline aus dem Verkehrsministerium gekommen: „Ziel ist es Österreich als Luftverkehrsdrehscheibe für unsere Wirtschaft und Bevölkerung nachhaltig abzusichern“, erklärte eine Sprecherin von Staatssekretär Magnus Brunner aus dem Verkehrsministerium.

Die Gespräche mit der AUA und der Konzernmutter Lufthansa würden auf Hochtouren laufen. „Wann ein Ergebnis feststehen wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Voraussetzung für eine Einigung in Österreich ist das Vorliegen eines verbindlichen Ergebnisses für die Lufthansa in Deutschland“, so die Sprecherin des Staatssekretärs. Ob dies bedeutet, dass diese final erst nach dem OK durch die Lufthansa-Aktionäre im Zuge der Vollversammlung am 25. Juni 2020 erzielt wird, wurde offengelassen.

Ein Indiz dafür, dass nun aber tatsächlich Nägel mit Köpfen gemacht werden ist ein für Donnerstag geplanter Trip von Lufthansa-Chef Carsten Spohr nach Wien, wie diverse Medien unter Bezugnahme auf die APA und Bloomberg berichten. Der Lufthansa-Chef soll dabei unter anderem mit Bundeskanzler Sebastian Kurz zusammentreffen.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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