AUA könnte bald nicht mehr unter österreichischer Aufsicht stehen

Lufthansa Group prüft den Aufsichtswechsel sämtlicher Konzernairlines von den nationalen Behörden zur EASA.

Foto: Felix Hofer.

Austrian Airlines könnte möglicherweise der Aufsicht durch die österreichischen Luftfahrtbehörden entzogen werden, denn die Lufthansa Group prüft derzeit sämtliche Flugbetriebe unter eine zentrale Aufsicht durch die EASA zu stellen. Das hätte zur Folge, dass dann nicht mehr die nationalen Behörden zuständig sind, sondern die Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit, die bei der EASA angesiedelt ist.

Die rechtlichen Grundlagen hierfür wurden bereits im Jahr 2018 mit der EU-VO 2018/1139 geschaffen. Die dahinterstehende Überlegung war damals, dass Luftfahrtkonzerne, die verschiedene Ableger in EU-Ländern haben künftig all ihre Airlines von einer zentralen Stelle beaufsichtigen lassen können. Sämtliche Aufgaben, die bislang von den nationalen Behörden wahrgenommen werden, würde dann die EASA erledigen.

Die Lufthansa Group verfügt derzeit über mehrere Fluggesellschaften in Deutschland, Österreich, Belgien, Italien und der Schweiz. Auch für Swiss prüft man derzeit den Wechsel vom Bazl zur EASA, was innerhalb der Eidgenossenschaft bereits auf rege Kritik in diversen Medien stößt. Bei der Kranich-Gruppe geht man offenbar davon aus, dass die zentrale Aufsicht Kosten einsparen könnte.

Gegenüber dem Portal Aerotelegraph.com äußerte sich ein Lufthansa-Sprecher wie folgt: „Wir prüfen eine Unterstellung unserer Fluggesellschaften unter die Aufsicht der EASA“. Eine finale Entscheidung habe man allerdings noch nicht getroffen. Insbesondere für das Luftfahrtbundesamt, die Austro Control und das Bundesamt für Zivilluftfahrt könnte der Wechsel zur EASA durchaus auch finanziell Schmerzhaft sein, denn die Airlines der Lufthansa Gruppe sind Großkunden und für nahezu jede Tätigkeit der Behörden müssen Gebühren entrichtet werden.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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