AUA in der Warteschleife

Unterschiedliche Informationen zu Liquidität und Fortbestandsprognose.

Foto: Martin Metzenbauer

Die rund 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Austrian Airlines müssen weiter warten und zittern. Am gestrigen Montag sollte ja die Fortbestandsprognose des Wirtschaftsprüfers PwC fertig sein - und damit auch die Frage, ob die AUA nun grundsätzlich überlebensfähig ist. Darüber, was bei dieser Untersuchung herausgekommen ist, wird offiziell geschwiegen. "Der Standard" will jedenfalls herausgefunden haben, dass PwC eine bedingte positive Fortbestandsprognose ausgestellt und (abermals) eine Nachfrist gesetzt hat. Laut AviationNetOnline vorliegenden Informationen soll das aktuelle Gutachten allerdings - vorsichtig ausgedrückt - nicht besonders erfreulich ausgefallen sein.

Widersprüchliche Angaben gibt es auch zum Thema Liquidität: Bisher war in der Gerüchteküche davon zu hören, dass selbige bis maximal Ende Mai anhält. "Der Standard" schreibt nun, dass sie "doch bis Ende Juni" reiche - im "Kurier" liest man immerhin von "Mitte Juni". Die Unterschiede können daher rühren, dass es natürlich unterschiedliche Definitionen von "Liquidität" gibt. Ein wenig Licht ins Dunkel könnte die Sitzung des AUA-Aufsichtsrates am morgigen Mittwoch bringen - vielleicht lockert die Airline danach ihre aktuelle Informationssperre. Derzeit heißt es auf Anfragen hauptsächlich "No Comment".

Nicht unwesentlich auf das Schicksal von Austrian Airlines wird sich auch jenes der Mutter Lufthansa auswirken. Auch dort ist aktuell noch nichts entschieden - der Konzern schwankt noch irgendwo zwischen milliardenschwerer Staatshilfe und Insolvenz im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens. Daneben spielt natürlich auch die österreichische Politik eine Rolle - die eher sachlich gehaltenen Aussagen der letzten Tage von Bundeskanzler Sebastian Kurz im "Handelsblatt" ("Es lässt sich noch nicht sagen, ob es hier noch zu einer Einigung kommt") oder Verkehrsministerin Leonore Gewessler, laut der man sich "auf mehrere Optionen und Szenarien" vorbereite (wie unter anderem der "Kurier" berichtete), lassen von dieser Seite keine überbordende Euphorie für die Rettung der österreichischen Airline erkennen.

Es heißt also weiter abwarten. Dass dies vor allem den Betroffenen bei Austrian Airlines selbst zunehmend zu schaffen macht, zeigt die Nachricht einer AUA-Pilotin an unsere Redaktion recht treffend: "Es ist die Ungewissheit, die einen fertig macht."

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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