AUA bietet 150-200 Mitarbeitern unbezahlten Urlaub an

Carrier will den Personalstand auf freiwilliger Basis temporär reduzieren. Bei Verschärfung der Corona-Krise könnten die Maßnahmen noch härter ausfallen.

Boeing 777 (Foto: Felix Hofer).

Die Krise rund um das Corona-Virus scheint die Fluggesellschaft Austrian Airlines hart zu treffen, denn rund 150 bis 200 Mitarbeiter sollen in unbezahlten Urlaub geschickt werden, da man derzeit keine Arbeit mehr für sie hat. Dies berichtet die Kronen Zeitung unter Berufung auf Firmenchef Alexis von Hoensbroech, der alternativ auch Bildungskarenz und Blockteilzeit in Aussicht stellt. Der „temporäre Personalabbau“ soll zumindest offiziell auf freiwilliger Basis erfolgen, doch sollten nach den China-Zielen weitere Destinationen ausgesetzt werden müssen, könnten sich die Maßnahmen drastisch verschärfen.

Analog der anderen Lufthansa-Konzernmitglieder setzt Austrian Airlines derzeit sämtliche Verbindungen in die Volksrepublik China aus. Daher sind zwei von zwölf Langstreckenmaschinen derzeit ohne Beschäftigung. Der AUA-Chef räumt auch ein, dass es nun die ersten Anzeichen gibt, dass „eine allgemeine Nervosität entsteht und es auch zu Sekundäreffekten kommt“. Gegenüber der Kronen Zeitung nennt er explizit Asien, „aber ist ist auch schon jetzt absehbar, dass die Entwicklungen in Italien nicht gerade zu einer Belebung der Nachfrage führen“.

Daraus resultierend hat Austrian Airlines nun zu viele Mitarbeiter, deren Arbeitsleistung momentan nicht benötigt werden. Diese kosten das Unternehmen allerdings Geld und hierfür will man eine Lösung finden, deren Annahme jedoch freiwillig sein soll. Konkret genannt werden unbezahlter Urlaub, Bildungskarenz und Blockteilzeit für den Zeitraum von April bis vorerst Juni 2020. Auch will man bis auf weiteres keinerlei Neueinstellungen machen. Alexis von Hoensbroech hält die weitere Entwicklung der Situation rund um das Corona-Virus für „noch überhaupt nicht absehbar“ und mann müsse abwarten wie diese „sich weiter entwickelt ob und wann sie sich beruhigt.“ Momentan würden sich die wirtschaftlichen Auswirkungen aufgrund des gegenüber dem Sommergeschäft traditionell schwächeren Winters noch in Grenzen halten. Der Manager räumt allerdings auch ein, dass dies in der warmen Jahreszeit das Unternehmen hart treffen würde.

Auch will von Hoensbroech nicht ausschließen, dass es bei den aktuell geplanten Maßnahmen bleibt. Sollte sich die Situation verschärfen, müsse Austrian Airlines „möglicherweise noch weitergehende Maßnahmen ergreifen“. Derzeit beschränkt sich der „temporäre Personalabbau“ nur auf jene Beschäftigte, die unmittelbar aufgrund der Aussetzung der China-Flüge derzeit „beschäftigungslos“ sind. Sollten weitere Destinationen ausgesetzt werden müssen, „müssen wir diese Maßnahmen nochmals erheblich verschärfen“, so von Hoensbroech gegenüber der Kronen Zeitung. Der Manager sagte auch, dass man bereits über die nächsten Maßnahmen nachdenkt, falls sich die Krise weiter verschärfen sollte.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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