„Anstandswauwaus“

Reisen unter den Regeln von Corona.

Foto: Michael Csoklich.

Wenn er auftaucht, sein Pfeiferl betätigt und Handzeichen gibt, dann ist allen unmißverständlich klar: diesen Anordnungen ist Folge zu leisten. Die Rede ist vom Life Guard am Strand in Kreta. Seine Anordnungen werden ebenso ernst genommen wie die grüne, gelbe oder rote Flagge.

Wenn es um den Schutz vor Corona geht, ist der Wille, Anordnungen, ja auch Gesetze zu befolgen, von vielen wesentlich schwächer ausgeprägt. Das ist das Fazit einer spontanen Urlaubswoche auf Kreta. Im Terminal, im Flugzeug, im Bus herrscht Maskenpflicht. Ohne wenn und Aber. Am auffälligsten sind all die Reisenden, die aus einem Mund-Nasen-Schutz einen Mundschutz oder gar einen nur Kinnschutz machen. Und das sind gar nicht so wenige, die man da am Flughafen, vom Check In bis zum Gate, entdeckt. Wahre Helden ohne jeden Schutz sind Gott sei Dank selten. Sicherheitsabstand ist für viele ein Fremdwort, sie warten am Gate dichtgedrängt auf den Sitzen und ignorieren auch in der Fluggastbrücke die Abstände häufig. Trotz der Bodenmarkierungen zur Abstandshaltung und den vielen Hinweisschildern und Durchsagen.

Im Flugzeug wird die Maskenpflicht etwas ernster genommen. Was wahrscheinlich mit dem engen Raum und den eindringlichen Ansagen der Purserin zusammenhängt. Das Essen an Bord bringt das aber wieder durcheinander, denn da dürfen die Masken abgenommen werden. Muss ja auch sein, aber warum nutzen manche die Gelegenheit, die Maske auch nach dem Essen wegzulassen?

Die Einreise in Griechenland ist unkompliziert, vorausgesetzt, man hat den QR-Code dabei. In der Warteschlange ist von Abstand wenig zu sehen, vereinzelt werden Reisende zum Coronatest gebeten, können aber dennoch einreisen. Im Bus zum Hotel fallen dann bei vielen die Hemmungen, die Maske als Kinnschutz zu verwenden oder ganz abzunehmen.

Im Hotel selbst tut man dann alles, um einen Coronafall zu vermeiden. Hinweis- und Erklärschilder, Plexiglas-Trennwände an der Rezeption, Anleitungen für die richtige Toilettenspülung (bei geschlossenem Deckel), das Gepäck wird desinfiziert, es gibt sehr viele Spender für Desinfektionsmittel, und alle Mitarbeit tragen eine Maske. Nur am Strand wird die Maske nicht immer vorschriftsmäßig getragen, bei 30 Grad und im Freien bei viel Wind aber irgendwie verständlich.

Wie wichtig es ist, keine Coronafälle zu haben, zeigt der Blick in Restaurants, Bars und die vielen Geschäfte, die von Touristen leben. Einige sind geschlossen, wer offen hat, kann Kunden oft an einer Hand abzählen. Auch geschlossene Hotels sind zu sehen, eine Auslastung von 40% gilt schon als Erfolg. Ein trauriger Anblick, auch wenn einem, egoistisch betrachtet, das Gedränge der Touristen nicht abgeht.

Fazit des Kurzurlaubs auf Kreta:
Vor Ort, in den Hotels, auf den Flughäfen und im Flugzeug wird vieles unternommen, um Corona im Griff zu haben. Das Um und Auf ist es, wie sich die einzelnen Touristen an die Regeln halten, wie ernst sie ihre Eigenverantwortung nehmen. Da gibt es deutlichen Spielraum nach oben. Da könnten „Anstandswauwaus“, wie der eingangs erwähnte Life Guard, helfen. Damit die existierenden Regeln auch eingehalten werden.

Autor: Michael Csoklich
Autor
Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Er ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Und seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.

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