Anisec flog im Vorjahr 26 Millionen Euro Verlust ein

Keine Neuigkeiten bei den KV-Verhandlungen.

Foto: Jan Gruber.

Im Geschäftsjahr 2018, das am 31. Dezember 2018 endete, flog die österreichische Fluggesellschaft Anisec einen Verlust in der Höhe von etwa 26 Millionen Euro ein. Der Carrier nahm im Juli 2018 den Flugbetrieb auf und machte zu Beginn durch den Verkauf von 100.000 Tickets um einen Cent auf sich aufmerksam. Die Höhe des Verlusts veröffentlichte Anisec durch Hinterlegung der Bilanz im Firmenbuch.

Die Einnahmen aus Ticketerlösen liegen bei maximal acht Millionen Euro, wobei das Unternehmen hierzu keine näheren Angaben machen wollte. Da der Verkauf von Flugscheinen überwiegend über die Konzernschwester Vueling abgewickelt wird, ist dies auch nicht näher ausgewiesen, sondern im Bereich „Leistungen verbundener Unternehmen“ verpackt. Weiters hat Anisec auch keine Gewinn- und Verlustrechnung im Firmenbuch veröffentlicht, da man sich als „Kleinstkapitalgesellschaft“ betrachtet und daher von dieser Verpflichtung ausgenommen ist. Warum das so ist, begründet Sprecherin Milene Platzer wie folgt: „Aufgrund §221 UGB Größenklassen GmbH“. Die flüssigen Finanzmittel lagen laut Bilanz zum 31. Dezember 2018 bei rund elf Millionen Euro.

Zu den veröffentlichten Finanzzahlen und auch auf die Frage inwiefern sich die Ein-Cent-Werbeaktion auf den Verlust ausgewirkt habe, wollte das Unternehmen keinerlei Stellung beziehen. Auch die Frage, ob Ansiec im laufenden Geschäftsjahr profitabel fliegt oder wie hoch der Verlust ausfallen wird, wollte der Carrier nicht beantworten.

Zur Verlegung von Kapazitäten von Wien nach Amsterdam und der verstärkten Vollcharter-Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern gab Platzer allerdings sehr wohl ein Statement: „Die großen Herausforderungen auf dem europäischen Kurz- und Mittelstreckenmarkt, insbesondere am Flughafen Wien, haben Level veranlasst, seine Flugpläne für den Rest des Jahres 2019 und das erste Quartal 2020 aus Kapazitätsgründen entsprechend anzupassen. Damit erreichen wir unsere Ziele, unseren Kunden Flugplanstabilität, Pünktlichkeit und kostengünstige Alternativen mit Servicequalität bestmöglich anzubieten. Die Partnerschaft mit Partnern wie Tui & Rhomberg in beiden Märkten sind für Level sehr wichtig, um die Produktivität und Auslastung unserer Flotte deutlich zu steigern.“

Noch keine Einigung in den KV-Verhandlungen

Die Verhandlungen über einen Kollektivvertrag für die Anisec-Bediensteten wurden heuer ergebnislos unterbrochen und einige Wochen später wiederaufgenommen. Vida-Fachbereichsleiter Daniel Liebhart betont gegenüber AviationNetOnline, dass diese weiterlaufen, jedoch bislang keine Einigung erzielt werden konnte. In einigen Punkten wäre man sich zwar einig, allerdings wäre in für die Arbeitnehmervertreter besonders wichtigen Fragen kein Entgegenkommen der Geschäftsleitung zu verzeichnen. Zusammengefasst lasse sich der Status quo mit den Worten: „Es gibt keine Neuigkeiten zum Kollektivvertrag“ beschreiben.

Seitens Anisec erklärte Sprecherin Miline Platzer gegenüber AviationNetOnline: „Die Geschäftsleitung von Level befindet sich in laufenden Tarifverhandlungen mit dem Betriebsrat und den Gewerkschaften. Ziel ist es, eine Einigung zu erzielen.“

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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