Andreas Gruber: „Condor-Kauf durch Lufthansa wäre ein schlechtes Zeichen“

Der Geschäftsführer der österreichischen Ryanair-Tochter äußerte gegenüber der Rheinischen Post Bedenken an einer möglichen Condor-Übernahme durch den Kranich und vertraut dabei darauf, dass die zuständigen Kartellbehörden die „richtigen Entscheidungen“treffen. In Düsseldorf will man den Status als Home-Base-Carrier bekommen und in den nächsten drei Jahren die Anzahl der stationierten Flugzeuge auf 11 bis 12 ausbauen.

Andreas Gruber (Foto: Jan Gruber).

Lauda-Geschäftsführer Andreas Gruber hält eine mögliche Condor-Übernahme durch Lufthansa für ein „aus Wettbewerbssicht schlechtes Zeichen, da gerade die Dominanz in Düsseldorf durch Eurowings und in Frankfurt durch Lufthansa weiter ausgebaut werden würde. Dadurch hätten die Passagiere erhebliche Nachteile, da die Ticketpreise wieder rasant steigen würden“. Dies erklärte der Manager, der auch betont, dass er „auf die zuständigen Behörden vertraue, dass sie richtig entscheiden“, gegenüber der Rheinischen Post.

In Düsseldorf könne der österreichische Ryanair-Ableger das gesteckte „Ziel von 94 Prozent Auslastung sehr gut erreichen“. Innerdeutsche Flüge sind dagegen weiterhin kein Thema für Andreas Gruber, wie er weiters gegenüber dem Blatt sagte.

Den Status als „Homebase-Carrier“ will man in Düsseldorf allerdings bekommen. Hintergrund ist, dass im Vorjahr die zuständige Landesregierung diesen Status nicht gewährte, was zur Folge hat, dass Lauda nicht bis Mitternacht, sondern nur bis 23 Uhr 30 landen darf. Gruber dazu gegenüber der Rheinischen Post: „Wir habenvor Ort eine Wartungsbasis für unsere Flugzeuge. So tragen wir dazu bei, Arbeitsplätze zu schaffen und für Konkurrenz zu sorgen. Der Homebase-Carrier-Status ist für uns sehr wichtig, um diese Bedeutung für die Region deutlich zu unterstreichen und Wartungen abends durchzuführen. Landesregierung und Anwohner wollen nicht mehr Spätlandungen.“ Weiters betont der Manager, dass man mit sieben stationierten Airbus-Jets unter den Top-3 der größten Carrier am Flughafen Düsseldorf ist. Man habe seit der Betriebsaufnahme im März 2018 rund 1,5 Millionen Reisende ab diesem Airport befördert.

Zu weiteren Wachstumsplänen ab Düsseldorf erklärte Gruber gegenüber der Rheinischen Post: „In den nächsten drei Jahren möchten wir unsere Flotte auf elf bis zwölf Jets ausbauen. Diese Kapazität möchten wir nutzen, um weitere Cities ab Düsseldorf anzufliegen. Um das Wachstum zu garantieren, brauchen wir aber unbedingt noch zusätzliche Slots vor Ort, woran wir intensiv arbeiten.“ Zusätzliche Kapazitäten ab Düsseldorf „begrüßen wir sehr“, denn „mehr Slots bringen mehr Wettbewerb und damit auch ein besseres Angebot“, so der Lauda-Geschäftsführer.

Düsseldorf ist nach Wien die zweitgrößte Basis der österreichischen Ryanair-Tochter. Weiters hat man in Stuttgart und Palma de Mallorca Fluggerät stationiert. Eine weitere Base soll außerhalb der D-A-CH-Region eröffnet werden, wobei Co-Geschäftsführer Colin Casey im Gespräch mit AviationNetOnline sagte, dass man sich noch nicht auf einen Airport und/oder ein Land festgelegt habe. „Es wird in jedem Fall ein Flughafen, auf dem Ryanair und Lauda noch nicht aktiv sind. Wir evaluieren verschiedene Möglichkeiten, aber entschieden haben wir uns noch nicht. Es wird jedenfalls ein gänzlich neuer Markt für Lauda“, so Casey.

Autor: René Steuer
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René ist seit Oktober 2018 für Aviation Net tätig und bringt frischen Elan in die Redaktion.

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