AMS lehnt Lauda-Massenkündigungen ab

Laut Bescheid hätte der vom Unternehmen nicht anerkannte Betriebsrat eingebunden werden müssen.

Foto: Arbeitsmarktservice / Fotostudio B&G.

Das Arbeitsmarktservice Niederösterreich sorgte mit einem Bescheid für eine Wendung im Ringen um die Zukunft der 559 Jobs des fliegenden Personals der Lauda-Basis Wien. Die Behörde wies die Anmeldung zur Massenkündigung nach den Bestimmungen des Frühwarn-Systems ab und begründete dies unter anderem damit, dass der Betriebsrat von der Geschäftsleitung nicht eingebunden wurde. Dies wäre – so die Begründung des Arbeitsamts – zwingend notwendig gewesen. Die Ryanair-Tochter anerkennt den Betriebsrat des fliegenden Personals allerdings nicht.

Welche Auswirkungen dieser Bescheid auf das parallel laufende Verfahren zur Erlangung der Kurzarbeit hat, ist unklar. Das Management der Fluggesellschaft Lauda kann gegen den AMS-Bescheid bezüglich der Kündigungen ein Rechtsmittel einlegen, so dass die Entscheidung letztlich auf das Bundesverwaltungsgericht übergehen könnte. Ob dieser Schritt gesetzt wird, ist derzeit noch nicht bekannt.

Die Gewerkschaft Vida schreibt in einem Mitarbeiteranschreiben wie folgt: „In der Begründung zum Bescheid wird sehr eindrucksvoll dargelegt, wie das Unternehmen agiert und warum der Betriebsrat anzuerkennen ist. Eure Geschäftsführung pflegt normalerweise einen beachtenswert transparenten Umgang in der Öffentlichkeit, wenn es um persönliche Emails an Ministerien und ihre Kommunikation an die Gewerkschaft geht. Es wäre nur konsequent, wenn die Geschäftsführung ebenso das Ergebnis ihres Handelns transparent an „Lauda Vienna based crew“ übermitteln würde und den Bescheid inklusive Begründung allen zur Verfügung stellen würde.“

Der von der Lauda-Geschäftsleitung nicht anerkannte Betriebsrat informierte in einem Rundschreiben wie folgt über den aktuellen Stand der Dinge: „Zum Gunsten aller Mitarbeiter wurde uns heute folgender Bescheid des AMS zugestellt: Das Ansuchen um Fristverkürzung zu Arbeitnehmerkündigungen auf 5 Tage wurde abgewiesen. Sämtliche Kündigungen wurden abgewiesen, auch nach Ablauf der 30 Tage Frist! Begründung: Der Betriebsrat muss lt. Gesetz eingebunden werden! Alle Indizien sprechen für einen handlungsfähigen Betriebsrat, daher muss davon ausgegangen werden das es einen Betriebsrat bei Laudamotion gibt, bis allenfalls ein Gerichtsurteil die Nichtigkeit feststellen würde.“

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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