Am Flughafen Hamburg drohen jederzeit neue Streiks

Verdi lehnt Tarifkompromiss für Bodenverkehrsdienste ab.

Foto: Flughafen Hamburg / Michael Penner.

Die Mitglieder der Gewerkschaft Verdi haben den Weg für Streiks inmitten der Osterferien am Flughafen Hamburg freigemacht: In der vergangenen Woche lehnten sie mit deutlicher Mehrheit die bereits gefundene Tarifeinigung für die rund 950 Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste am Helmut-Schmidt-Airport ab. Grund unter anderem: Die zwölf Euro städtischer Mindestlohn würden laut des Kompromisses erst kurz vor Ablauf des Tarifvertrags im kommenden Jahr erreicht.

Der Chef der Ground Handling HAM, Christian Noack, appelliert am Montag dennoch erneut an Verdi. “Wir sind immer offen für Gespräche”, betont Noack in einem Brief an die Verhandlungsführer der Gewerkschaft. “Überdenken Sie noch einmal, ob Sie die von uns am vergangenen Freitag angebotene Schlichtung nicht doch annehmen wollen”, heißt es in dem Schreiben, das AviationNetOnline vorliegt.
Der Flughafen spricht sich öffentlich für den eingeschlagenen Weg seiner Service-Tochter aus: “Im Sinne unserer Passagiere unterstützen wir, dass jetzt wieder an einer inhaltlichen Lösung des Konflikts gearbeitet werden sollte”, heißt es vom Airport auf Anfrage. “Wir haben gerade Hauptreisewelle am Flughafen - Streik ist nicht der richtige Weg.”

Der “NDR” berichtet allerdings, dass Verdi streiken wolle, da sich der Arbeitgeber weigere, ein besseres Angebot vorzulegen. Zudem rief die Gewerkschaft auch die Stadt Hamburg auf, sich als Mehrheitseigner des Flughafens in den Konflikt einzuschalten. Im aktuellen Tarifkonflikt war bereits aufgrund von Warnstreiks im Februar und März jeweils zu hunderten Flugausfällen gekommen, betroffen waren laut Flughafen Zehntausende Passagiere.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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