Air Berlin vermietet 33 Maschinen an Eurowings

51 Maschinen von Brussels Airlines kommen ebenfalls zur Kranich-Billigschiene.

Air Berlin wird künftig 33 Maschinen für Eurowings betreiben (Foto: www.AirTeamImages.com).

Air Berlin wird im Rahmen einer Wetlease-Vereinbarung mit der Lufthansa Group insgesamt 33 Maschinen der Typen A319 und A320 im Auftrag von Eurowings betreiben. Die ersten vier Maschinen sollen auf dem Flughafen München stationiert werden, wie der Carrier am Freitag in einer Aussendung mitteilte.

Lufthansa und Air Berlin kündigten im Herbst diesen Jahres intensive Verhandlungen über eine Kooperation im Rahmen von ACMI-Dienstleistungen an. Fünf Flugzeuge werden im Auftrag der österreichischen Austrian Airlines betrieben werden, wie Austrian Aviation Net berichtet, während 33 für die Kranich-Billigtochter Eurowings eingesetzt werden sollen. 

Der Lufthansa-Ableger erklärt, dass die Flugzeuge "zu wettbewerbsfähigen Konditionen komplett mit Cockpitcrew, Kabinenpersonal und Wartungsverträgen angemietet" werden. Die Vertragslaufzeit beträgt vorerst sechs Jahre. Die Flugzeuge sollen so schnell wie möglich im Design der Eurowings fliegen, so auch die Innenausstattung an Bord wird mit Marken- und Produktbestandteilen der neuen Eurowings versehen werden.

Auch Brussels Airlines stößt mit 51 Flugzeugen zu Eurowings

Der Low-Cost-Carrier des Lufthansa Konzerns verstärkt mit diesem Schritt gezielt die Präsenz an acht Flughäfen - unter anderem in Hamburg, Köln/Bonn, Düsseldorf, Hannover und Stuttgart. In der bayerischen Landeshauptstadt München baut Eurowings eine neue Basis mit zunächst vier Flugzeugen auf. Eurowings stationiert darüber hinaus weitere Flugzeuge in Wien sowie am Standort Palma de Mallorca. Die neuen Eurowings Strecken und Ziele werden ab 22. Dezember 2016 buchbar sein.

Eurowings wird mit dem Zugang der neuen Maschinen von Air Berlin sukzessive bis zu 20 ältere Flugzeuge vom Typ Airbus A320 aus der Flotte nehmen. Die vorhandene Überkapazität im Airline-Markt wird damit abgebaut. Gleichzeitig vergrößert sich der Flugbetrieb von Eurowings deutlich, auch durch die 51 Flugzeuge der Brussels Airlines. Die belgische Fluglinie wird ab 2017 ebenfalls Teil der Eurowings Gruppe sein.

"Wir wachsen zurzeit mit einer Geschwindigkeit wie keine andere Airline in Europa. Mit unserer größeren Flotte werden wir deutlich mehr Gäste als bisher von unserer hohen Qualität zu günstigen Flugpreisen überzeugen", erklärt Lufthansa-Vorstandsmitglied Karl Ulrich Garnadt.

Angeschlagene AB konzentriert sich auf Netzwerkgeschäft

Air Berlin entledigt sich durch den Wetlease-Deal mit dem Kranich-Konzern insgesamt 38 Maschinen, deren wirtschaftliches Linienrisiko nun Tochtergesellschaften der Lufthansa Gruppe tragen müssen. Der ACMI-Subunternehmer erhält dabei ein fixes Entgelt pro Blockstunde, das nicht näher kommuniziert wurde.

Auch trennte sich Air Berlin von Niki, die an Großaktionär Etihad Airways für 300 Millionen Euro übereignet wurden. Die österreichische Tochter soll gemeinsam mit Tuifly zu einer neuen Ferienfluggesellschaft wachsen, während sich Air Berlin selbst auf das Netzwerkgeschäft konzentrieren wird.

"Air Berlin ist auf Kurs und die Auslagerung touristischer Mittelstrecken-Destinationen sowie das Wet-Lease-Abkommen mit Lufthansa ermöglichen die Fokussierung auf unser neues Geschäftsmodell. Damit erfüllen wir die in uns gesetzten Erwartungen.Mit Air Berlin als Netzwerk-Carrier profitieren unsere Fluggäste noch mehr als zuvor von einem umfassenden Langstreckenangebot an den beiden Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf. Wir erhöhen zudem den Marktanteil für Geschäftskunden auf attraktiven innerdeutschen Verbindungen sowie zu zahlreichen großen europäischen Metropolen. Air Berlin schafft durch die Vereinfachung ihres Geschäftsmodells wieder ein deutlich erkennbareres Marktprofil", so Vorstandsvorsitzender Stefan Pichler.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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