Air Berlin muss umziehen

Mitarbeiter der letzten Stunde räumen Konzernzentrale

A320 in den Farben der Air Berlin: Abwicklung kommt voran. (Foto: Martin Metzenbauer)

Seit fast zwei Jahren fliegt Air Berlin nicht mehr, doch ganz verschwunden ist das Unternehmen bislang nicht. Etwa 30 Mitarbeiter sind nach wie vor damit beschäftigt, die einst zweitgrößte deutsche Airline unter der Regie von Insolvenzverwalter Lucas Flöther abzuwickeln. Und diese Arbeitnehmer müssen nun die Konzernzentrale am Saatwinkler Damm in Berlin verlassen: "Der Vermieter will den Komplex sanieren. Momentan sitzen wir dort in einer halben Etage auf einer Baustelle", so Flöther im Interview mit der dpa.

Schätzungsweise noch 1,2 Millionen Fluggäste sitzen auf ihren Ticketkosten, so die Nachrichtenagentur. Das es nicht weitaus mehr geprellte Passagiere sind, ist auch der deutschen Regierung zu verdanken. Diese sicherte mit einer Bürgschaft über 150 Millionen Euro den geregelten Marktaustritt von Air Berlin ab. Erst vor Kurzem ist der Kredit laut Flöther vollständig zurückgezahlt worden.

Verfahren gegen Etihad
Nun müssten noch die 27 Millionen Euro an Zinsen getilgt werden. Auch das will der Verwalter schaffen - Zeitpunkt ungewiss. Ob im Nachgang noch die weiteren Gläubiger von Air Berlin bedient werden können, hängt auch vom Ausgang eines anderen Verfahrens ab: Flöther hat die einstige Air-Berlin-Gönnerin Etihad auf Schadenersatz verklagt, weil der Golfcarrier entgegen der Ankündigungen schließlich den Geldhahn zudrehte und so die hochverschuldete Airline in die Pleite schickte.

Als die vereinbarten Zahlungen im August vor zwei Jahren ausblieben, blieb Air Berlin nichts anderes übrig, als Insolvenz anzumelden. Mit Wechsel auf den Winterflugplan im Oktober 2017 stellte Air Berlin den Flugbetrieb unter eigener Marke ein. Bis Jahresende hob die Airline weiter im Rahmen des Wet-Lease-Kontrakts für Eurowings ab, welcher nach und nach von der ehemaligen Tochter LGW übernommen wurde. Bis heute belastet Air Berlin die Bilanzen vieler anderer Fluggesellschaften.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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