Air Berlin: Leasinggeber kassiert zehn A330

Langstreckenflotte des insolventen Carriers schrumpft dramatisch.

Airbus A330 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Der Leasinggesellschaft Aer-Cap dürfte die unklare Lage rund um die Air-Berlin-Pleite sprichwörtlich zu bunt geworden sein, denn laut Informationen der Süddeutschen Zeitung muss der insolvente Carrier zehn Langstreckenjets des Typs Airbus A330 zurückgeben.

Die Auswirkungen für Air Berlin sind dramatisch, denn es verbleiben höchstens sieben Maschinen diesen Typs, so dass die Fluggesellschaft nicht mehr in der Lage ist das Langstreckenprogramm zu bedienen. Wie berichtet wird nun auch das Karibik-Programm eingestellt, so dass nur noch fünf Long-Haul-Destinationen ab Düsseldorf bedient werden können. Unklar ist, ob auch andere Leasinggesellschaften ihr Eigentum aus Air Berlin herausziehen, denn dem Vernehmen nach sollen sich stattliche Rückstände angehäuft haben.

Momentan ist noch unklar wie sich die Entscheidung von Aer-Cap auf den Verkaufsprozess auswirken könnte, denn rasches "Umschreiben" der Verträge dürfte nicht so einfach möglich sein. Ob das Leasingunternehmen die Jets lediglich "sicherstellen" lässt oder bereits die Übergabe an andere Kunden vorbereitet, ist nicht bekannt.

Laut Süddeutscher Zeitung gäbe es noch keine Anzeichen dafür, dass auch andere Leasinggeber ihre Flugzeuge bei Air Berlin abziehen, jedoch könnten derartige Schritte durchaus ad-hoc ohne große Ankündigung erfolgen. Lediglich jene 38 Maschinen des Typs Airbus A320, die für Austrian Airlines und Eurowings im Einsatz sind, gelten als vorläufig ungefährdet, da sich diese im Besitz der Lufthansa-Gruppe befinden, die sich durch einen Abzug selbst schaden würde. Air Berlin jedenfalls besitzt kein einziges Flugzeug mehr, denn die gesamte Flotte wurde in den letzten Jahren durch Sale-and-Leaseback-Deals versilbert.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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