Air Berlin: Flöther beruft gegen Zuständigkeit Londons

Mit langer Verfahrensdauer wird gerechnet.

Airbus A330 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Eigentlich wollte Air-Berlin-Insolvenzverwalter im Rahmen einer Schadenersatzklage gegen Etihad Airways möglichst rasch Geld für die Gläubiger an Land ziehen, doch schon allein hinsichtlich der Gerichtszuständigkeit gibt es Unstimmigkeiten. Gegen Ende des Vorjahres erklärte sich der High Court in London für zuständig und eröffnete das Verfahren. Flöther kündigte umgehend an, dass er gegen die Entscheidung berufen wird.

Dieses Rechtsmittel legte der Rechtsanwalt nun auch ein, berichtet die Berliner Morgenpost. Der Jurist argumentiert unter anderem damit, dass Air Berlin eine deutsche Airline war und ihren tatsächlichen Sitz in Berlin hatte. Etihad Airways hingegen konnte sich im Vereinigten Königreich in erster Instanz damit durchsetzen, indem man auf das Vertragswerk, in dem London als Gerichtsstand im Falle von Streitigkeiten, verwies. Die börsennotierte Air Berlin PLC hat übrigens weiterhin ihren offiziellen Firmensitz im Vereinigten Königreich, während die „Luftverkehrs KG“ in Berlin sitzt.

Mit einer schnellen Entscheidung rechnet Lucas Flöther allerdings nicht. Gegenüber dem Medium äußerte er, dass er mit einer Entscheidung über das von ihm eingebrachte Rechtsmittel bis Ende 2020 rechnet. Derweil geht es nur um die Gerichtszuständigkeit, denn inhaltlich wurde bislang nicht verhandelt. Auch ist offen was passiert, wenn sich das Landgericht Berlin ebenfalls für zuständig erklären sollte. Die Berliner Morgenpost spekuliert, dass dann möglicherweise der Europäische Gerichtshof zunächst die Zuständigkeit klären muss. Somit könnte es noch lange dauern bis das Verfahren rechtskräftig abgeschlossen werden kann. Flöther meinte dazu, dass es durchaus sechs bis sieben Jahre werden können.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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