Aero 2019: Von Junkers bis Elektro

Mit 757 Unternehmen aus 40 Ländern ist die Internationale Luftfahrtmesse am Bodensee so groß wie nie.

Eine junge Junkers F13 auf der Aero (Foto: Aero Friedrichshafen).

Vom heutigen Mittwoch bis Samstag, 13. April geht die 27. Aero am Flughafen Friedrichshafen über die Bühne. Auf der Messe sind in erster Linie Luftfahrzeuge der Allgemeinen Luftfahrt ausgestellt. Einen besonderen Trend stellt dabei die Entwicklung von leisen und umweltfreundlichen Elektroflugzeugen dar. Einen Tag vor der offiziellen Eröffnung wurden am Dienstag einige Highlights im Rahmen eines Medienrundgangs vorgestellt.

Die hybrid-elektrischen Antriebe von Siemens eAircraft sollen Antworten auf die Herausforderungen der zukünftigen Luftfahrt geben. Sie bieten die Möglichkeit, alternative Energiequellen für den Antrieb nutzen zu können. Außerdem ist es durch die räumliche Trennung von Schub- und Energieerzeugung bei hybridelektrischen Antrieben laut Siemens eAircraft möglich, völlig neue Flugzeugdesigns zu entwickeln. Deshalb wurden am Stand des Elektrokonzerns auch mehrere unterschiedliche Elektroflugzeuge gezeigt, die bereits mit Hilfe von hybridelektrischen Antrieben des deutschen Unternehmens in die Luft gehen.

Ungewöhnliches Design beim Horten Nurflügler (Foto: Aero Friedrichshafen).

Ein völlig neues Flugzeug mit ungewöhnlichem Aussehen auf der Aero ist der Nurflügel von Horten Aircraft aus Eisenach. Wie er Name sagt gibt es kein Leitwerk und keinen Rumpf, die Pilotenkabine ist in die Tragfläche integriert. Diese Konfiguration hat aerodynamische Vorteile, braucht weniger Sprit und ermöglicht eine größere Reichweite wie ein vergleichbares konventionelles Design. Die zweisitzige Horten HX-2 fliegt bereits. Ausgerüstet ist sie mit einem 100 PS starken Vierzylinder. Der Firmenname Horten Aircraft ist bewusst gewählt: Denn in den 1930er Jahren machten die Brüder Horten in Deutschland mit ihren Nurflügel-Segelflugzeugen diese Konzeption erstmals bekannt und populär.

Ein Schweizer Flugzeughersteller auf der Aero sind die Junkers Flugzeugwerke AG aus Dübendorf. Der junge Hersteller baut gerade das zweite Exemplar der sechssitzigen Junkers F13, dem ersten Ganzmetall-Verkehrsflugzeug von 1919. Die erste neue F13 im Retrodesign fliegt bereits. In Dübendorf sollen mindestens fünf Exemplare des Klassikers mit offenem Cockpit nach Originalplänen entstehen. Am Stand von Junkers war auch eine WACO YMF zu sehen, ein nagelneuer Doppeldecker im Stil der 1930er-Jahre. Die dreisitzige WACO kann sowohl in VFR- als auch in IFR-Version bestellt werden.

Mit maximal 610 km/h Reisegeschwindigkeit ist die neue einmotorige TBM 940 des französischen Herstellers DAHER eines der schnellsten Flugzeuge, das von einer Propellerturbine angetrieben wird. Die TBM 940 kann wie ein Airliner bei fast jedem Wetter fliegen, da sie für Instrumentenflug zugelassen ist und neu auch eine vollautomatische Enteisungsanlage der Tragflächen für Flüge unter Vereisungsbedingungen besitzt. Die TBM 940 verfügt als Topmodell des Flugzeugbauers zudem über eine moderne Avionik mit Touchscreen-Bildschirmen und bietet Platz für Pilot und maximal fünf Passagiere.

Die Cirrus Vision - im Hintergrund die TBM 940 (Foto: Aero Friedrichshafen).

Natürlich gehören auch Segelflugzeuge zur Aero. Eines der erfolgreichsten Modelle des traditionsreichen deutschen Segelflugzeugherstellers Schempp-Hirth ist der Arcus. Der Doppelsitzer mit 20 Metern Spannweite ist mit einem Klapptriebwerk ausgerüstet und kann dadurch eigenständig starten, muss also nicht von einer Schleppmaschine in die Höhe gezogen werden. In der gewünschten Flughöhe angekommen wird der Antrieb einfach abgeschaltet, im Rumpfrücken versenkt und in den Segelflug übergegangen. Wahlweise kann der Arcus entweder mit einem Verbrennungs- oder einem Elektromotor ausgerüstet werden.

Die neue G2-Version des Businessjet Vision des US-Flugzeugbauers Cirrus weist gleich zwei Besonderheiten auf. So besitzt der Jet lediglich eine Turbine als Antrieb, hat aber ein Gesamtrettungssystem im Rumpf integriert. Gerät der Pilot etwa wegen Triebwerksausfall, schlechtem Wetter oder gesundheitlicher Schwierigkeiten in ernste Probleme, kann er das System manuell auslösen, woraufhin der gesamte Jet am Fallschirm zu Boden schwebt. Maximal fünf bis sechs Passagiere plus Pilot passen in den Einstrahler. Er ist bis zu 560 km/h schnell.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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