Adria: Slowenische Medien spekulieren über Staatshilfe-Ansuchen

Fluggesellschaft weist die Berichterstattung, die unter anderem vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk getätigt wurde, scharf zurück.

Bombardier CRJ-900 (Foto: www.AirTeamImages.com).

In Slowenien kursieren derzeit Medienberichte, die andeuten, dass die Finanzlage der Adria Airways dermaßen angespannt sein soll, dass bei der Regierung um Unterstützung angesucht wurde. Premierminister Marjan Sarec soll allerdings eine Abfuhr erteilt haben. Das betroffene Unternehmen weist die Berichterstattung allerdings scharf zurück und dementiert.

Siol.net und die öffentlich-rechtliche Rundfunkstation RTV SLO berichten unter Berufung ein Protokoll des Treffens zwischen Airline- und Regierungsvertretern, das den beiden genannten Medien vorliegen soll, dass um Unterstützung angesucht wurde. Als Alternative soll in den Raum gestellt worden sein, dass das Unternehmen geschlossen wird, was dann Auswirkungen auf den Flugverkehr haben könnte. Der Premierminister soll das abgelehnt haben und darauf verwiesen haben, dass die Verbindungen auch ohne Adria Airways sichergestellt werden können. Am Mittwochabend erklärte Airline-Chef Holger Kowarsch, dass es das Meeting gegeben habe, allerdings nicht um Geld angesucht wurde, sondern es sich um ein reines persönliches Kennenlernen gehandelt habe.

Adria Airways erklärt zur zitierten Berichterstattung wie folgt: „Adria Airways weist alle Angaben über die Suche nach staatlicher Hilfe schärfstens zurück.“ Weiters erklärt das Unternehmen in einem Statement, dass man mit dem Regierungschef über die aktuelle Lage gesprochen habe und die Entwicklungspläne für die Zukunft vorgestellt habe. Weiters sondierte man – im Hinblick auf die bevorstehende EU-Ratspräsidentschaft Sloweniens – auch eventuelle Kooperationsmöglichkeiten. Adria Airways betont deutlich, dass man nicht über Staatshilfe gesprochen habe. Auch die Medienspekulationen über die Finanzlage weist man zurück.

Zuletzt kam es zwischen Sukhoi und dem slowenischen Luftfahrtunternehmen ebenfalls zu unterschiedlichen Auffassungen. Während der Flugzeugbauer in einem Statement betonte, dass der Deal auf Anraten der finanzierenden Kreditinstitute aufgrund der Finanzlage der Airline nicht vollzogen wurde, sprach Adria Airways davon, dass man die Superjets abbestellt habe. Was nun tatsächlich zutreffend ist, lässt sich aufgrund der widersprüchlichen Wordings nicht ohne Zweifel feststellen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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