5,6 Millionen gefährdete Arbeitsplätze

ATR42-600 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Rasche Hilfe bevor es zu spät ist fordert die Weltluftfahrtorganisation IATA von den europäischen Regierungen. In einem Spezialreport befasst sich die IATA mit den Auswirkungen des Corona-bedingten Shutdown auf die europäische Luftfahrt. Der Befund ist ernüchternd. Umsatz und Passagierzahlen werden heuer 46 % unter dem Niveau von 2019 liegen. 5,6 Millionen Arbeitsplätze seien gefährdet, sagt Rafael Schvartzman, bei der IATA für Europa zuständig.

Um den großflächigen Schaden in Grenzen zu halten, müssten die Regierungen der Luftfahrtindustrie unter die Arme greifen. In Norwegen, Spanien, Italien, Schweden und Finnland gebe es erste Schritte, weitere müssten folgen, so Schvartzman. Die IATA schlägt den Regierungen für ihre Unterstützung eine Kombination von Maßnahmen vor. Aus direkten Geldspritzen, Krediten, Kreditgarantien, Unterstützung bei Unternehmensanleihen und Steuererleichterungen.

Schvartzman bezeichnet die Luftfahrtindustrie als “Wirtschaftsmaschine” mit mehr als 12 Millionen Arbeitsplätzen in Europa. „Jeder Arbeitsplatz in der Luftfahrt stützt 24 Arbeitsplätze in der Gesamtwirtschaft.“ Die Regierungen sollten deshalb ein „vitales Interesse“ daran haben, der Luftfahrtindustrie rasch zu helfen, so Schvartzman.

Ergänzend zu den finanziellen Hilfen fordert die IATA die Behörden auf, die Regeln für die Passagierrechte vorübergehend zu lockern. Es könne nicht sein, dass Fluggesellschaften für Corona-bedingte Flugverbote Entschädigungen zahlen müssten. Und die IATA fordert alles zu tun, um Cargoflüge sicherzustellen und vereinfachen. Das beinhalte die einfache Genehmigung von Überflug- und Landerechten ebenso wie die Ausnahme der Besatzungen von der 14-tägigen Quarantäne.

Als positives Beispiel für solche Vereinfachungen lobt die IATA den Beschluss des Europäischen Parlaments zur Aussetzung der Slot-Regelungen.

Autor: Michael Csoklich
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Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Er ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf AviationNetOnline insbesondere über Spezialthemen, seit 2019 gibt er den Podcast "Flightcast" - eine Initiative von Austrian Airlines, FACC, Flughafen Wien und Frequentis - heraus.

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