2019: Friedrichshafen meldet 9,4 Prozent Rückgang

Germania-Pleite wirkte sich deutlich aus.

Flughafen Friedrichshafen (Foto: Peter Unmuth).

Der Flughafen Friedrichshafen zählte im Jahr 2019 insgesamt 489,921 Fluggäste. Im direkten Vergleich mit der Vorperiode entspricht dies einem Rückgang von 9,4 Prozent, den die Geschäftsleitung primär auf die Insolvenz der Ferienfluggesellschaft Germania zurückführt.

Beim Linienverkehr konnte ein Zuwachs von 11% verzeichnet werden. Dazu trug vor allem die regionale Fluggesellschaft SUN-AIR mit ihren zwei zusätzlich angebotenen Routen nach Hamburg und Toulouse bei. Steigende Passagierzahlen gab es außerdem bei Turkish Airlines, Air Serbia und Wizz Air. Die Schiverkehre aus dem Vereinigten Königreich konnten nach Angaben des Flughafens Friedrichshafen um 25 Prozent zulegen.

Die Pleite der Ferienfluggesellschaft Germania führte am Bodensee-Airport dazu, dass rund 33 Prozent der Kapazität weggebrochen ist. Der Carrier beförderte im Jahr 2018 etwa 176.000 Passagiere ab Friedrichshafen. Dies konnte nicht vollständig durch neue Anbieter aufgefangen werden. Lauda, SunExpress, Bulgarian Air Charter und Tailwind entschieden sich im Jahr 2019 dafür ihre Dienstleistungen ab dem Bodensee-Flughafen anzubieten. Corendon Airlines weitete das bestehende Angebot aus. Der Airport rechnet damit, dass im Jahr 2020 rund 73 Prozent des einstigen Germania-Volumens durch die anderen Fluggesellschaften kompensiert sein werden.

Positiver Sondereffekt sind die Verkehrsmengen, die aufgrund der Schließung des Flughafens Memmingen an den Bodensee-Airport umgeleitet werden konnten. Hier konnten rund 32.000 zusätzliche Passagiere begrüßt werden. „Die Passagierentwicklung am Bodensee-Airport des Jahres 2019 muss differenziert betrachtet werden. Der Rückgang um rund 51.000 Passagiere ist vor dem Hintergrund der unerwartet insolvent gegangenen Germania zu sehen, die noch in 2018 am Bodensee-Airport rund 176.000 Passagiere transportierte. Dass der Rückgang nicht höher ausfiel, ist unserer zügigen Marktbearbeitung zu verdanken, durch die sehr kurzfristig neue Touristikairlines an den Flughafen geholt und bereits in Friedrichshafen tätige Fluggesellschaften wie Corendon Airlines von einer deutlichen Angebotsausweitung überzeugt werden konnten. Die Angebote wurden sehr gut angenommen, ein klares Indiz für die Marktstärke der Vierländerregion. Wir konzentrieren uns im Jahr 2020 auf die Herausforderungen im Regionalverkehr sowie auf den weiteren Wiederaufbau des touristischen Verkehrs, bei dem wir uns trotz eines extrem wettbewerbsintensiven Umfeldes auf einem guten Weg sehen“, so Geschäftsführer Claus-Dieter Wehr.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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