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Von: Jan Gruber

Verfasst am: 23.05.13 15:10

Klagenfurt-Chef Max Schintlmeister im Interview

In Kärnten befindet sich ein kleiner, fast in Vergessenheit geratener Regionalflughafen, der im Bezug auf Flugangebot und Passagierzahlen schon bessere Tage gesehen hat. Seit Jahresanfang leitet ein „Youngster“ mit ambitionierten Zielen die Geschicke des Flughafens von Klagenfurt. Max Schintlmeister ist momentan der Jüngste unter den österreichischen Flughafendirektoren und sprach mit Austrian-Aviation-Net-Redakteur über Schneepflüge, die in Klagenfurt das Flughafenleben beleben, die Probleme es Provinzflughafens, warum der Kärntner Airport zu teuer ist und warum Kärnten keinen Glaspalast mit vergoldeten Türschnallen und Wasserhähnen braucht.

Max Schintlmeister ist Direktor des Kärnten-Airports in Klagenfurt.

Max Schintlmeister ist Direktor des Kärnten-Airports in Klagenfurt.

 „Entschuldigung, dass unser Gespräch durch Geräusche eines Flugzeugs gestört wird. Das kommt hier im Moment nicht so oft vor“, scherzt Max Schintlmeister Eingangs des Interviews mit Austrian Aviation Net. Mit Jahresbeginn wurde er zum Direktor des Regionalflughafens in Kärnten bestellt. Zuvor war der Österreicher an einem Flughafen in Ecuador tätig.

Austrian Aviation Net: Warum haben Sie sich für die Direktorenstelle in Klagenfurt beworben?
Max Schintlmeister: Das hat sich eigentlich ganz spontan ergeben. Ich war zuvor selbstständig als Berater tätig und habe in Südamerika zahlreiche Projekte betreut. Ich wollte wieder nach Österreich zurück in ein stabiles Umfeld, habe mich für diese Position beworben und man hat sich für mich entschieden. Mich reizt die Herausforderung an diesem spannenden Flughafen alles für den Turn Around zu geben. Viel ist ja im Moment nicht da...


Übersichtliches Flugangebot in Klagenfurt.

AANet: Wo kann man denn eigentlich auf der Linie ab Klagenfurt hinfliegen? In Zeiten der Hapag-Lloyd Express und Air Berlin gab es ein durchaus beachtliches Streckennetz. Alles Geschichte?
Schintlmeister: Wir sind da wo wir in der Zeit vor den Billigfliegern wie Hapag-Llyod Express waren. Meiner Meinung nach stehen wir sogar ein bisschen schlechter da als im Jahre 2001, denn da gab es wenigstens noch Flüge nach Frankfurt am Main. Immerhin einen Lichtblick gibt es schon, denn die Flüge nach Köln/Bonn laufen sehr stabil und äußerst erfolgreich. Ansonsten gibt es Ryanair-Flüge nach London-Stansted und eine sehr dichte Anbindung an den Austrian-Airlines-Hub Wien.

AANet: Kurz nach Ihrem Amtsantritt haben Sie ambitionierte Ergebnisse für Ende März 2013 angekündigt. Entweder ging dies an uns vorbei oder man hörte davon irgendwie nichts mehr... Was ist passiert?
Schintlmeister: Ich weiß, dass ich das gemacht habe und offen gesagt habe ich es mir auch etwas einfacher vorgestellt. Die Realität ist aber noch schlimmer als ich es mir vorgestellt habe und es ist sehr wichtig, dass man erst einmal ein Gesamtbild bekommt und die Ursachen analysiert. Der Flughafen Klagenfurt war bislang viel zu Incoming-lastig und man hat sich dabei wenig bis überhaupt nicht auf den Outgoing-Verkehr konzentriert. Das hat fatale Konsequenzen, denn wenn auch lokale Reisebüros gar nicht mehr Flugangebote ab Klagenfurt anbieten, dann sind die Passagierzahlen logischerweise rapide fallend. Jede Strecke funktioniert nur, wenn man das Flugzeug in beide Richtungen voll bekommt und nicht nur Oneway. Das Einzugsgebiet unseres Flughafens ist nicht nur Kärnten, sondern auch Slowenien und Teile Norditaliens. Das Potential ist in jedem Fall vorhanden, doch der Markt muss darauf vorbereitet werden. Aber nur mit einer Konzentration auf den Incoming-Verkehr kann man diesen Flughafen nicht sinnvoll betreiben, wenn gleich auch der Tourismus um jeden Gast froh ist. Durch mehr Flugangebot werden diese aber ganz sicher mitwachsen.

AANet: Where the fuck is Klagenfurt? Sagt Ihnen das was?
Schintlmeister: Ich kann mir sehr gut vorstellen wer das gesagt hat. Hier gehen die Vorstellungen von Flughäfen und Ryanair weit auseinander. Man kann die Infrastruktur eines Flughafens nicht ausschließlich durch Non-Aviation-Umsätze erhalten. Auch wenn Michael O'Leary garantieren würde, dass jeder Passagier sich vor dem Abflug und nach der Landung am Flughafen betrinkt,  wäre das wirtschaftlich einfach nicht darstellbar. Mal davon abgesehen, dass das ohnehin niemand freiwillig machen würde. Subventionen von Land, Tourismusverband und wem auch immer verbietet die EU und es ist nicht sinnvoll, wenn ein Carrier keinen Cent bezahlt und dafür enorme Förderungen bekommt. Die Reisewirtschaft hat davon herzlich wenig, denn auf einem Ryanair-Flug kann kein Reiseveranstalter Kontingente einkaufen und attraktive Pakete für London oder umgekehrt für Klagenfurt anbieten. Ich gehe davon aus, dass Ryanair in Kürze die Einstellung der Klagenfurt-Verbindung bekanntgeben wird und offen und ehrlich gesagt: Wenn wir nichts mit diesem Carrier verdienen und wenn sie ohne Zuschüsse nicht fliegen wollen oder können, dann tut es mir leid. Das Potential für London-Flüge ist vorhanden und wir würden uns hier in jedem Fall über einen Carrier freuen, auf dem Reiseveranstalter auch Kontingente einkaufen können. Monarch oder Flybe sind in jedem Fall hochinteressant.

AANet: In Linz ist die Lage auch nicht viel anders. Was unterscheidet den von Gerhard Kunesch geleiteten Flughafen von Ihrem?
Schintlmeister: Vom Flugangebot her ist Linz doch wesentlich besser aufgestellt als Klagenfurt und immerhin: Linz ist eine Stadt mit enormer Wirtschaftskraft. Hier in Klagenfurt ist die Lage anders, denn so wirtschaftskräftig ist die Region nicht und der potentielle Markt ist doch kleiner. Logischerweise müsste Klagenfurt der dritte Schifahrer-Flughafen Österreichs sein, denn Kärnten hat zahlreiche hochinteressante und attraktive Schigebiete. Doch die Realität ist ganz anders. Vor kurzem in einem Gespräch mit Germanwings sah man dort eher Graz als Winterflughafen an. Diese Ansicht ist einfach das Produkt aus etwas verkorkster Vermarktung über Jahre hinweg, denn von hier aus brauchen Sie doch nicht mal ganz eine halbe Stunde nach Bad Kleinkirchheim. Salzburg und Innsbruck werden sofort mit Schifahren verbunden aber womit wird denn Klagenfurt verbunden? Über den Winter flog Condor im Charter von Hamburg und Berlin nach Klagenfurt. Diese Flüge wurden in beide Richtungen sehr gut angenommen. Besonders Outgoing-Berlin ist etwas an dem wir arbeiten und sind natürlich dazu auch im Gespräch mit dem Berliner Tourismus. Wir wollen eine sinnvolle, preiswerte und attraktive Alternative zu Salzburg und Innsbruck werden.  Momentan muss man sich bei uns nicht um Landerechte streiten, denn wir haben wirklich viel Platz.... 

AANet: Die Condor-Maschine flog im Charter?
Schintlmeister: Ja.

AANet: Die Kärntner Schigebiete können aber nicht so ganz mit den Tirolern mithalten. Sprechen Sie da eher eine andere Zielgruppe an?
Schintlmeister: Das ist vollkommen richtig. In Salzburg und Innsbruck landen in meinen Augen viele „Hardcore-Schifahrer“. Unsere Schigebiete hier in Kärnten sind kleiner und ja vielleicht auch gemütlicher. Wir wollen uns hier als Alternative für Familien positionieren und einen abwechslungsreichen Schiurlaub anbieten. Schifahren, Therme, Gastronomie, was auch immer. Daran arbeiten wir sehr intensiv in Zusammenarbeit mit den Hoteliers, Liftbetreibern und Schigebieten. Wir müssen nicht nur auf die Tube steigen, sondern tun das auch jeden Tag.


öffentlicher Ankunftsbereich des Flughafen Klagenfurt

AANet: Heute ist schönes Wetter und wenn ich es richtig sehe und höre kommt da gerade eine Dash 8-400 der AUA aus Wien. Im Winter versinken manchmal alle österreichischen Flughäfen im Schnee. In Wien bricht das totale Chaos aus und im schlimmsten Fall geht dort dann nichts mehr, aber auf den Bundesländerflughäfen ist Business as Usual. Schaufelt hier in Klagenfurt der Chef persönlich den Schnee weg oder woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Schintlmeister: Wien hat Flugzeuge, Klagenfurt nicht. Ich hatte im Winter sogar den Eindruck, dass die wenigen Flugzeuge unseren Winterdienst fast bei der Arbeit gestört haben. Die freuen sich über jede Schneeflocke, um den doch sehr beachtlichen Gerätefuhrpak in Betrieb nehmen zu können und die Landebahn und das ganze Vorfeld frei von jedem Merkmal des Winters zu machen. Hey, es ist beruhigend, wenn man Vorfeld endlich mal was los ist. Nein, im Ernst: Ich kann das nicht nachvollziehen, denn je größer ein Flughafen, desto mehr Geräte und Personal hat er. In Innsbruck und Salzburg ist im Winter manchmal Hochbetrieb und die Flugzeuge fliegen im Minutentakt und auch dort funktioniert im Regelfall alles reibungslos und der Flughafen ist im Normalbetrieb. Vielleicht ist in Wien der Schnee anders oder man rechnet gar nicht damit, dass es in Wien im Winter schneien könnte. Aber so heftig finde ich Wien dann auch wieder nicht. Da faszinieren mich eher die deutschen Flughäfen, bei denen man den Eindruck hat, dass es etwas Besonderes ist, wenn im Winter ein paar Schneeflocken fallen. München zum Beispiel. Je mehr Schnee, desto größer das Chaos. Aber zur Verteidigung: Man kann mit einem Schneepflug doch nicht in ein Flugzeug reinfahren und jeder Flughafen hat eine beschränkte Anzahl an Enteisungsgeräten. Hier entstehen Staus, die dann im Extremfall die Räumung des Vorfelds behindern und so weiter. Je mehr Flugzeuge und jem mehr Flugbewegungen, desto schwieriger wird es alles sauber zu halten und die Maschinen just in time zu enteisen. Sicherheit geht vor.

AANet: Sind Sie der Meinung, dass die österreichischen Flughäfen zu teuer sind?
Schintlmeister: Ja, dieser Meinung bin ich, auch wenn ich hier nur für Klagenfurt sprechen kann und ich teile auch nicht die Meinung, dass im Regionalverkehr die Strecke die Vollkosten komplett tragen muss, um wirtschaftlich erfolgreich sind. Wenn die Grundkosten, die ein Passagier an einem Flughafen liegen lassen muss, nur um ins Flugzeug einsteigen zu dürfen derart hoch sind, dass man keinerlei attraktive Angebote machen kann, dann geht der Verkehr zurück. Ich weiß, dass ich mich mit dieser Aussage vielleicht unter den Flughäfen nicht sonderlich beliebt machen werde, aber es hat keinen Sinn an einer starren Gebührenordnung festzuhalten, die weder nachhaltig, noch in irgendeiner Form nachvollziehbar ist. Der Flughafen Klagenfurt ist in meinen Augen sogar absurd teuer, denn soviel Qualität können wir um diesen Preis doch gar nicht bieten. Der Kunde möchte von A nach B und nicht mehr und nicht weniger. Und das bitte zu nachvollziehbaren Preisen. Wir werden die Flughafengebühren hier in Klagenfurt auf ein vernünftiges und für Airlines und in weiterer Folge für Passagiere attraktives, vernünftiges und nachhaltiges Niveau bringen. Wir werden kein Preisdumper und kein Memmingen  II werden, aber unsere gute und straffe Eigenkostenstruktur erlaubt es uns, dass wir wirtschaftlich handeln und preisbezogen arbeiten. Ich bin der Meinung, dass sich eine Fluggesellschaft bei vernünftigen Gebühren eher traut ein Risiko einzugehen, als wenn diese eine Lawine von Kosten vom Flughafen präsentiert bekommt und selbst fast nichts mehr verdient. Wer rennt denn dem Kunden nach, dass er ein Ticket bucht? Die Airline oder der Flughafen? Es ist aber klar, dass sich die erzielbaren Preise auf den österreichischen Flughäfen stark unterschiedlich sind und wir in Klagenfurt im Vergleich zu den anderen Flughäfen sicher das größte Problem mit unserer Gebührenordnung haben. 

AANet: Im Moment zahlen Passagiere, die über Wien fliegen die Sicherheitsgebühr gleich doppelt, obwohl sie in Wien gar nicht mehr kontrolliert werden. Warum?
Schintlmeister: Das kann ich auch nicht nachvollziehen, denn seit der Eröffnung des neuen Terminals in Wien, kommt man automatisch im Sicherheitsbereich an. Der Flughafen Wien ist hier der Meinung, dass es ja sein könnte, dass der Passagier versehentlich den Sicherheitsbereich verlässt oder das Gate in den Altbau verlegt wird und man wieder kontrollieren müsste. Diese Praxis ist nicht ganz richtig. Point-to-Point-Passagiere sind ohnehin ein anderes Thema, aber die Bundesländerflughäfen sind hier im Gespräch mit dem Flughafen Wien und wir hoffen, dass wir eine Einigung hinbekommen.

AANet: Wie drückt sich das denn in Euro aus? Wie viel muss ein Passagier aus Klagenfurt dafür berappen, dass er über Wien irgendwohin fliegen kann?
Schintlmeister: Derzeit 17,90 Euro Sicherheitsgebühr in Klagenfurt, rund acht Euro in Wien und alles in allem machen dann die reinen Security-Gebühren mehr als 20 Euro aus. Wenn die Fluglinie sagt, dass es zu teuer ist, dann haben die recht. Keine Frage. Wir arbeiten in Klagenfurt an unseren Gebühren.


Check-In-Bereich des Flughafen Klagenfurt

AANet: Wer legt denn diese eigentlich fest? Die Kärtner Flughafen Betriebsges.m.b.H. Hat eine privatwirtschaftliche Rechtsform und folgedessen könnte diese doch privatwirtschaftlich handeln und ihre Angebot, also die Gebühren, festsetzen. Herr Unternährer in Altenrhein hat ein privates Flugfeld, auf dem er im Rahmen der Gesetze verlangen kann was er möchte. Wo ist also das Problem? Oder handelt es sich bei Ihrem Flughafen um eine in eine GmbH scheinprivatisierte Behörde?
Schintlmeister: Der Flughafen Klagenfurt war vor vielen, vielen Jahren – wie alle anderen Flughäfen in Österreich auch – in der Tat eine Anstalt behördlichen Charakters, doch das ist schon sehr lange vorbei. Die Betriebsgesellschaft ist eine privatwirtschaftliche Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die sich zu 80 Prozent im Besitz des Landes Kärnten und zu 20 Prozent im Besitz der Landeshauptstadt Klagenfurt befindet. Die öffentliche Hand ist also unser Eigentümer und der Hauptunterschied zum Flughafen Altenrhein, der von Herrn Unternährer geleitet wird, besteht darin, dass wir eine Betriebspflicht haben. Wir müssen während der behördlich bewilligten Betriebszeiten jedes Flugzeug, das technisch bei uns landen kann, reinlassen. Egal, ob es ein Airbus, ein Hubschrauber oder ein Ultraleichtflugzeug ist. Herr Unternährer hat aber keine Pflicht dazu. Sein Flughafen hat ein Betriebsrecht und wenn er an einem Feiertag nicht aufsperren will, dann ist es eben so. Wir dürfen das nicht machen. Die Flughafengebühren werden in Abstimmung mit dem Ministerium erstellt, da dieses die Gebührenordnung eben absegnen muss. Leider ist das nicht so einfach wie bei einem gebührenpflichtigen Privatparkplatz. Wir haben das Problem, dass unsere Gebühren zu hoch sind und hier müssen sich erst mal alle Partner an einen Tisch setzen und ein vernünftiges Modell ausarbeiten. Das tun wir gerade. Es gibt für mich keine Denkverbote. Jede Regionalfluggesellschaft und jede Airline ist eingeladen hier konstruktive Vorschläge zu machen. Erst wenn das alles erledigt ist, sollen sich die Juristen um die Umsetzung kümmern. Wenn man das umgekehrt macht, würde man mehr Zeit mit juristischen Diskussion verbringen. Wir nehmen aber im selben Atemzug auch Geld dafür in die Hand, dass wir die Anbindung an den Flughafen Klagenfurt merklich verbessern. Wir wollen Shuttles in die Regionen haben, um die Wahrnehmung, dass es in Kärnten einen Flughafen gibt, verbessern zu können. Hier schaffen wir eine entsprechende Plattform dafür und wollen auch den Reisebüros klar machen, dass es doch gute Anbindungen ab Klagenfurt über Köln, Wien und hoffentlich auch bald wieder zahlreiche Point-to-Point-Ziele gibt.

AANet: Germanwings hatte schon immer in Köln/Bonn ein beachtliches Umsteiger-Streckennetz und durch die Umschaltung der Lufthansa-Station in Köln/Bonn auf Germanwings wächst dieses kontinuierlich an. Ist doch eine ernsthafte Alternative, um in Europa reisen zu können. Warum bewirbt des Germanwings nicht wirklich ab Klagenfurt. Zumindest weiß ich davon nichts.
Schintlmeister: Ich bin ganz Ihrer Meinung. Germanwings und Köln sind, um in Europa zu reisen wirklich sehr attraktiv und das Preisniveau ist es erst recht. Wir sind mit Germanwings im Gespräch und die Airline wird das Potential der zweiten Hubanbindung für Klagenfurt auch verstärkt nutzen und bewerben. Stimmt voll und ganz. Mit Germanwings kommen Sie über Köln/Bonn quer durch Europa und Meilen können Vielflieger auch sammeln.

AANet: Konnten Sie schon eine neue Airline an Land ziehen oder gibt es schon ganz konkrete Gespräche. Also... lassen Sie die Katze aus dem Sack...
Schintlmeister: Würde ich doch gerne, aber zum Stichtag heute gibt es keine neue Airline. In Gesprächen bin ich natürlich mit zahlreichen Fluggesellschaften, doch wichtig ist, dass wir zuvor unser Preisangebot attraktiv machen und auch der Airline das Gefühl geben, dass wir sie nicht als potentielle Melkkuh sehen. 

AANet: Über welche Destination würden Sie sich besonders freuen?
Schintlmeister: Jede, auf der eine Airline im Point-to-Point-Verkehr Geld verdienen kann und ein nachhaltiges Angebot für die Region schaffen kann. Eine weitere Hubanbindung und besonders Zürich wäre natürlich schön, aber diese ging vor einigen Jahren wahrscheinlich unwiderbringlich verloren.


Tower und Terminal des Flughafen Klagenfurt (Foto: Martin Metzenbauer)

AANet: Das heißt Sie müssen erst mal ein neues Terminal bauen...
Schintlmeister: Ganz klar, wir brauchen einen Glaspalast mit vergoldeten Türschnallen und Wasserhähnen in Klagenfurt, um international attraktiver zu sein. Das wäre in meinen Augen der wirklich kontraproduktivste Weg, den ich mir vorstellen kann. Ich stehe nicht so auf überdimensionierte, überteuerte und unübersichtliche Terminals, die viel kosten, aber dem Passagier genau nichts bringen. Der Reisende möchte kurze Wege haben und günstig reisen. Das Terminal werden wir etwas modernisieren, aber alles im Rahmen routinemäßiger Erneuerungen, die ohnehin alle paar Jahre anstehen. So werden wir den Gatebereich auf den neuesten Stand bringen, ein bisschen umschlichten, um mehr Platz für Shoppingangebote und die neuen Flüßigkeitsgeräte beim Sicherheitscheck schaffen. Dadurch schaffen wir eine dritte Kontrolllinie. Durch die weiteren Shopping-Möglichkeiten zielen wir darauf ab, dass wir die Non-Aviation-Umsätze erhöhen können. Bis 2015 werden wir auch unsere Piste sanieren, denn wenn wir das nicht machen, brauchen wir über neue Airlines überhaupt nicht mehr nachzudenken, denn bei Unterlassen dieser Anpassung auf die neuesten Vorschriften, dreht uns das Ministerium den Flughafen ab. Wir investieren nachhaltig und alles hält sich in einem überschaubaren Rahmen ohne große Überraschungen. Einen Terminalneubau wird es ganz sicher so schnell nicht geben. Braucht im Moment keiner.



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