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Von: Roman Payer

Verfasst am: 17.12.10 17:43

Christoph Herbst gibt erste Interviews

Christoph Herbst ist für ein Jahr oberster Flughafen-Chef. (Fotos: Martin Metzenbauer und hvk.at)

Christoph Herbst ist für ein Jahr oberster Flughafen-Chef. (Fotos: Martin Metzenbauer und hvk.at)

Christoph Herbst ist ab Jänner neuer Chef am Flughafen Wien. Einen Tag nach der entscheidenden Aufsichtsratssitzung gab er in der „Zeit im Bild 2“ im ORF sein erstes Fernsehinterview. Im Gespräch mit Moderator Armin Wolf sagte er, dass die „beste Lösung“ gefunden wurde. Ein kompletter Kahlschlag wäre nicht sinnvoll gewesen. In seiner Wortwahl finden sich immer wieder die Schlüsselbegriffe „Neuanfang“ und „Kontinuität“, mit Kontinuität begründete er auch die Vertragsverlängerung der Vorstände im Vorjahr. Kaufmann, Schmid und Gabmann hätten gute Zahlen präsentiert.

Dass Herbst vom Kontrollorgan in das Management der Aktiengesellschaft wechselt, sieht er als „tolle Herausforderung“. E sei es vermessen, zu sagen, dass er der „ideale Mann“ sei, aber „es gibt gute Leute auf der zweiten oder dritten Ebene“, deren Hilfe wird Christoph Herbst auch brauchen. Bisher hatte er noch kein größeres Unternehmen geführt.

Christoph Herbst gilt in der niederösterreichischen Politik als gut vernetzt. Im Zivilberuf ist er Rechtanwalt, unter anderem war er der Opferanwalt im Inzest-Drama von Amstetten. Während seiner Managerfunktion im Flughafen Wien will er seine Kanzlei aber nicht ruhend stellen. Er will „ein paar Klienten weiterbetreuen“.

Herbst war die letzten acht Jahre Mitglied im Aufsichtsrat des Flughafens, seit dem letzten Jahr als Vorsitzender. Gegenüber dem ORF sagte, dass er als normales Aufsichtsratsmitglied nicht genug Einblick gehabt hätte, erst als Vorsitzende hätte die nötige Innensicht gehabt. Die Kostenexplosion am Skylink-Terminal wolle er nicht „schönreden“, aber er ist der Meinung, dass zwei Drittel der Mehrkosten auch eine Wertsteigerung gebracht hätten.

Den parteipolitischen Einfluss im operativen Geschäft findet er nicht gut. Herbst sagte, er sei angetreten, damit Parteipolitik am Flughafen in den Hintergrund trete. Dass er länger als bis Ende 2011 Flughafen-Chef bleibt, schloss er klar aus. Herbst liebäugelt stattdessen mit einer Anstellung als Richter am österreichischen Verfassungsgerichtshof. In der ZIB2 meinte er grinsend: „Das wäre eine total interessante Sache“.

Ein weiteres Interview gab er dem Ö1-Journal heute Morgen, der Standard druckte in der heutigen Ausgabe ebenfalls ein Interview mit dem designierten Vorstandsvorsitzenden. Demzufolge werde er eine geringere Gage als die beiden verbleibenden Vorstände Gabmann und Schmid erhalten. Die beiden haben jeweils ein Fixum von 250.000 Euro und einen Bonus von bis zu 66,7 Prozent einer Jahresgage. Gegenüber dem Wirtschaftsblatt nannte er seine Gage einen „Unkostenersatz“.

Priorität hat für Herbst eine verbesserte interne Kommunikation und die Beziehung zu den Hauptkunden Austrian Airlines und Niki. Ernest Gabmann soll 2011 den Non-Aviation-Bereich übernehmen, Gerhard Schmid den Aviation-Bereich. Die Zuständigkeit für den Bau des Skylinks müsse laut Herbst noch entschieden werden.

Nächstes Jahr solle eine internationale Ausschreibung erfolgen. Schmid werden aus Aufsichtsratskreisen sehr gute Chancen eingeräumt, auch dem nächsten Vorstand anzugehören. Gabmann hingegen hätte keine Chance. Der Standard schreibt: „als unverfroren bezeichneten Aufsichtsräte Gabmanns Forderung am Mittwoch nach einer Pensionszahlung vom Flughafen.“ Damit hätte er sich endgültig ins Out manövriert. Insgesamt kostete das Köpferollen am Flughafen Wien 850.000 Euro an Beraterhonoraren. Kaufmann bekommt 350.000 Euro davon, Gabmann und Schmid je eine Viertelmillion.



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