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Von: Sonja Dries

Verfasst am: 27.03.12 14:35

Tyrolean-Betriebsrat dementiert Einigung bei KV

Bei dem Konflikt zwischen Tyrolean-Betriebsrat und Gewerkschaft, um die Kündigung des Bord-Kollektivvertrages, gibt es weiter keine Einigung. Alle Zeichen stehen auf eine gemeinsamen Konzern-KV.

Heute protestierten rund 120 Tyrolean-Mitarbeiter vor der ÖGB-Zentrale. (Foto: Sonja Dries)

Heute protestierten rund 120 Tyrolean-Mitarbeiter vor der ÖGB-Zentrale. (Foto: Sonja Dries)

Gegen halb zwölf trat der Bordbetriebsrat von Tyrolean, Thomas Blaska, vor seine Mitarbeiter und verkündete das Verhandlungsergebnis mit der Gewerkschaft. Die geforderte Rücknahme des gekündigten Kollektivvertrages wurde von Seiten dieser Seite nicht zugesagt.

ÖGB-Präsident Erich Foglar stellte klar, dass es keine Aufhebung der Kündigung des Kollektivvertrages geben werde. Ziel der Gewerkschaft sei ein "Konzern-KV auf Augenhöhe". Einen Konflikt zwischen den Gewerkschaften vida und der GPA, der ein Großteil der Tyrolean-Betriebsräte angehören, dementierte Foglar. Alle Beteiligten würden an einem Strang ziehen.

Bereits um zehn Uhr morgens hatten sich heute rund 120 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Tyrolean vor der Zentrale des österreichischen Gewerkschaftsbundes zusammengefunden, um gegen die einseitige Kündigung ihres Kollektivvertrages durch die Gewerkschaft zu protestieren. Der Bord-Betriebsrat hatte zu diesem Warnstreik aufgerufen. Während das Personal mit Liedern wie "Highway to Hell" von ACDC bei Stimmung gehalten wurde, trat Betriebsrat Thomas Blaska an das Mikrofon. Er dementierte eine zuvor in den Medien kolportierte Einigung beim Kollektivvertrag und sah Verhandlungen auf Augenhöhe noch kilometerweit entfernt. Blaska sprach von einer "Politik der verbrannten Erde" und versprach: "Wir gehen erst hier weg, wenn wir einen Kollektivvertrag in Händen halten." Seine Frage, ob die Belegschaft noch Vertrauen in den ÖGB hätte, wurde mit einem lauten Nein-Chor, Buhrufen und Pfiffen beantwortet.

Der Vorsitzende des Tyrolean-Bord-Betriebsrats, Thomas Blaska, fordert "Gespräche auf Augenhöhe". (Foto: Sonja Dries)

Bis Mitternacht hätten der Tyrolean-Betriebsrat, der ÖGB-Präsident Foglar, die Gewerkschaft vida und der Bordbetriebsrat der AUA, Karl Minhard, über die momentane Situation diskutiert, so Blaska. Der Vorschlag für einen konzernübergreifenden KV kam laut dem Vizepräsidenten der Austrian Cockpit Associaton (ACA), Siegfried Lenz, sehr spät. Der Tyrolean-Betriebsrat hätte diesen schon vor zwei Jahren vorgeschlagen und auch eine Arbeitsgruppe zu dem Thema gebildet. Die Gewerkschaft wollte sich damals jedoch keinesfalls darauf einlassen. Der Vorstoß sei von allen Seiten blockiert worden.

Dennoch sind die Türen für den gemeinsamen Kollektivvertrag von Austrian Airlines und Tyrolean von Seiten des Betriebsrates weiter offen. Der Wunsch von Thomas Blaska wäre dafür als Basis eine Vertragssicherheit, also den alten Tyrolean-KV vorerst zurückzubekommen. Sowohl heute als auch morgen werden Sonderaufsichtsratssitzungen einberufen, um im Gremium über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Morgen Nachmittag wollen der Tyrolean-Betriebsrat und AUA-Betriebsratsvorsitzender Karl Minhard die Ergebnisse bei einer Pressekonferenz verlautbaren.

 Die Tyrolean-Belegschaft will ein Mitspracherecht beim künftigen Kollektivvertrag. (Foto: Sonja Dries)



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