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Von: Patrick Kritzinger

Verfasst am: 25.08.11 10:12

Flughafen Wien mit Umsatz- und Passagierplus

Mit einer Steigerung des Umsatzes um 10,7 Prozent und einem Nettogewinn von 43,3 Millionen Euro (gegenüber den 38,1 Millionen des Vorjahres) übertrifft die Flughafen Wien-Gruppe mit ihrem Ergebnis die Schätzungen von Analysten deutlich. Auch bei den Passagierzahlen ist ein Aufwärtstrend erkennbar.

Foto: Martin Metzenbauer

Foto: Martin Metzenbauer

Die Flughafen Wien-Gruppe gab heute in einer Presseaussendung ihr Ergebnis zum ersten Halbjahr 2011 bekannt:

Knapp 280,3 Millionen Euro Erlös erwirtschaftete das Unternehmen in jenem Zeitraum. Das entspricht einer Steigerung von 10,7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres und ist vor allem einer positiven Verkehrsentwicklung und dem Umsatz aus einem neuen Sicherheitsentgelt zu verdanken. Auch die externen Umsätze des Segments „Airport“ (138,8 Millionen), sowie solche aus den Berichtssegmenten „Handling“ (79,7 Millionen) und „Retail & Properties“ (53,9 Millionen) konnten signifikant gesteigert werden. Letzteres verzeichnete mit einem Plus von 20,7 Prozent ein besonders hohes Wachstum.

Das EBITDA (Gewinn vor Zinsen und Steuern und Abschreibungen) kletterte um 15 Prozent auf 98,5 Millionen Euro, das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) stieg auf 66 Millionen Euro, was einem Plus von rund 25,5 Prozent entspricht.

Trotz des höheren Steueraufwandes konnte sich der Flughafen Wien zudem über eine Verbesserung seines Periodenergebnisses auf 43,3 Millionen Euro freuen. Im ersten Halbjahr 2010 waren es noch 38,1 Millionen gewesen, damals waren jedoch die EBIT- und EBITDA-Margin noch geringer.

Analysten heimischer Banken hatten bereits am Montag verlautbart, dass sie mit einer deutlichen Umsatzsteigerung der Flughafen Wien-Gruppe von acht Prozent auf 273,9 Millionen Euro rechneten. Zudem erwarteten jene einen Zuwachs beim EBITDA auf 92,6 Millionen, sowie einen Nettogewinn von geschätzten 42,8 Millionen Euro. All jene Werte konnte der Flughafen Wien jedoch in Wirklichkeit klar überbieten.

Da sich die positive Entwicklung bei der Flughafen Friedrichshafen GmbH, an der der Flughafen Wien seit 2007 25,15 Prozent der Anteile hält, leider nicht fortgesetzt hat - zuletzt musste der Buchwert der Beteiligung in den vergangenen Perioden immer wieder auf einen Restbuchwert von 5,7 Millionen Euro verringert werden - hat sich die Flughafen Wien-Gruppe entschieden, diese Beteiligung zur Gänze wertzuberichtigen. Denn „wirtschaftliche Ziele [könnten] mittelfristig nicht erreicht werden“, so das Unternehmen.

Eine äußerst positive Entwicklung ist jedoch bei den Passagierzahlen zu vermelden: 9.663.194 Passagiere konnten im Zeitraum von Jänner bis Juni 2011 am Wiener Flughafen abgefertigt werden, 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Damals hatte jedoch auch die Aschewolke das Ergebnis europäischer Flughäfen belastet. Mit einem Plus von 4,6 Prozent stieg auch die Anzahl der Transferpassagiere.

18,3 Prozent aller in Wien abfliegender Passagiere (und damit rund 12,6 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres) waren im ersten Halbjahr 2011 in Richtung Osteuropa unterwegs. Der Verkehr in den Nahen und Mittleren Osten konnte um 4,1 Prozent, jener in den Fernen Osten um 5,2 Prozent gesteigert werden.

Der Anteil der Austrian Airlines Gruppe am Passagieraufkommen reduzierte sich trotz um 3,4 Prozent gestiegener Passagierzahlen von 51,4 auf 49,0 Prozent. 22,6 Prozent aller Fluggäste nutzten im ersten Halbjahr 2011 einen sogenannten „Lowcost-Carrier“ um zu ihrem Ziel zu kommen. Damit konnten jene die Anzahl ihrer Fluggäste in Summe um 12,9 Prozent steigern.

Das Höchstabfluggewicht (MTOW) betrug aufgrund des Einsatzes größeres Flugzeugmuster 4.065.977 Tonnen und lag damit um 8,6 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Mit einem Plus von rund 1,4 Prozent wuchs auch die Anzahl der Flugbewegungen leicht. Der Sitzladefaktor entspricht mit 66,2 Prozent (gegenüber den 66,1 Prozent) beinahe jenem des ersten Halbjahres 2010. Das Frachtvolumen sank um 3,9 Prozent auf 142.516 Tonnen.

Die Inbetriebnahme des Skylinks sei weiterhin für das erste Halbjahr 2012 geplant, der operative Betrieb solle dann Ende desselben Quartals aufgenommen werden. Zuvor sei für das vierte Quartal dieses Jahres jedoch noch ein Probebetrieb vorgesehen. Da „die Leistungen eines Totalübernehmers nicht in Anspruch genommen werden“, „können die maximalen geplanten Kosten für das Projekt VIE-Skylink um 30,0 Millionen Euro auf 800 Millionen reduziert werden“, heißt es außerdem in der Pressemitteilung.

Im ersten Halbjahr 2011 stellte eben jene Terminalerweiterung mit Ausgaben in einer Höhe von rund 79,9 Millionen Euro die größte Investition der Flughafen Wien-Gruppe dar. Zudem wurden 1,4 Millionen in neue Sicherheitskontrollstraßen, 2,1 Millionen Euro in Sicherheitssysteme im VIE-Skylink, 3,7 Millionen in die Umgestaltung der Busgates und 0,7 Millionen in die Gepäcksortieranlage gesteckt. 2,5 Millionen Euro entfielen auf technischen Lärmschutz, 3,0 Millionen auf EDV und Software, sowie 1,1 Millionen auf Investitionen in das Leitsystem. Die Möblierung des Skylinks kostete den Flughafen zudem weitere 1,2 Millionen Euro.

Auch im Juli 2011 hielt die positive Verkehrsentwicklung weiter an. So konnten insgesamt sechs Prozent mehr Passagiere abgefertigt werden. Die Flugbewegungen, das Frachtvolumen, sowie das Höchstabfluggewicht waren dagegen leicht rückläufig. Erneut erfuhr der Verkehr nach Osteuropa eine Steigerung um 12,2 Prozent, jener in den Nahen und Mittleren Osten verlor hingegen um rund 4,5 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2011 erwarte die Flughafen Wien-Gruppe nun daher einen Passagierzuwachs von knapp fünf Prozent, eine Steigerung des MTOW um drei Prozent und einen leichten Anstieg bei den Flugbewegungen um ein Prozent.



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