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Von: Martin Metzenbauer

Verfasst am: 07.09.10 08:10

Causa Skylink: Neuer Vorstand für VIE?

Renate Brauner und Rudolf Schicker sollen als neue Polit-Favoriten für die Vorstandsbesetzung gelten.

Foto: Christian Fürthner

Foto: Christian Fürthner

Der vor kurzem fertiggestellte Rechnungshof-Rohbericht zum Skylink am Wiener Flughafen wird zwar weiterhin nicht freigegeben - trotzdem rechnen Experten mit deutlicher Kritik an den Vorgängen rund um den "Skandal-Bau". So zitiert "DerStandard" ein Aufsichtsratsmitglied damit, dass der Bericht "vernichtend" sein soll.

Unter anderem soll er sich mit der Einflussnahme der Politik beschäftigen. So zitiert der "Kurier" einen offenbar durchgesickerten Passus: "Die beiden Syndikatspartner Land Niederösterreich und Stadt Wien nahmen durch Syndikatsbeschlüsse auf die Bestellung des Vorstands wesentlichen Einfluss." Diese Einflussnahme beziehe sich "nicht bloß auf die Vorgangsweise bei der Bestellung, sondern auch auf die Auswahl der Personen."

Die Aktien der Flughafen Wien AG werden zwar zu 50% an der Börse gehandelt und sind zu 10% im Besitz einer Mitarbeiterstiftung. Den Ländern Wien und Niederösterreich, die jeweils 20% der Anteile halten, wird aber maßgebliche Einflußnahme nachgesagt - insbesondere eben dann, wenn es um die Besetzung von Top-Positionen geht.

Alle drei aktuellen Vorstandsmitglieder sind demnach auch schwer politisch gefärbt: Herbert Kaufmann (SPÖ) und Ernest Gabmann (ÖVP) kommen beide aus der Politik - der eine war Arbeiterkammerfunktionär sowie Landtags- und Nationalratsabgeordneter, der andere als rechte Hand Erwin Prölls Landeshauptmann-Stellvertreter in Niederösterreich.

Gerhard Schmid (SPÖ) hat zwar keine direkte politische Laufbahn hinter sich - war aber, bevor er 1993 in die Revisionsabteilung des Flughafens wechselte, Leiter des Büros von Helmut Zilk. Schmid war allerdings vor seinem Einzug in den Vorstand sechs Jahre am Flughafen Wien in anderen Positionen tätig.

Ob es bei einem bedeutenden Mega-Unternehmen wie dem Vienna International Airport - ohne jetzt konkret auf den aktuellen Vorstand eingehen zu wollen - zielführend ist, die Führung aufgrund politischer Interventionen auszuwählen, sei dahingestellt. Dass der Aviation-Sektor ein komplexes System darstellt, das ein geballtes Maß an fachlichem Know How benötigt, ist hingegen klar. Falls es also nach dem Vorliegen der endgültigen Fassung des Rechnungshofberichtes zu einem Wechsel an der Vorstandsspitze kommen sollte ("ich wäre für einen Kahlschlag", wir ein Aufsichtsratsmitglied vom "Standard" zitiert), wäre es vermutlich kein Fehler, die Besetzung des Headoffice nicht nach politischer Coleur sondern nach dem fachlichen Background auszuwählen.

Ob es zu diesem an sich logischen Schritt kommen wird, scheint allerdings mehr als fraglich. Laut "Standard" werden die Personalia zumindest von Seiten der Wiener SPÖ bereits verhandelt: Favoriten sollen Stadtrat Rudolf Schicker und Vizebürgermeisterin Renate Brauner sein, deren Posten je nach Wahlergebnis im Oktober eventuell neu zu besetzen sein werden. Ersterer hat zumindest einen mittelbaren aviatischen Background: Er war maßgeblich an der Planung zur Nachnutzung des ehemaligen Flugfeldes Aspern beteiligt...



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