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Von: Martin Metzenbauer

Verfasst am: 23.03.15 06:31

EASA: Erleichterungen für Drohnenbetrieb

Wer in Österreich mit Hobby-Drohnen fliegen möchte, muss mit einem aufwändigen Verfahren rechnen und tief in die Taschen greifen. Die EU-Luftfahrtagentur EASA möchte nun ein paneuropäisches Konzept schaffen, das auch für heimischen Drohnenpiloten deutliche Erleichterungen bringen könnte.

Der Vorschlag der europäischen Luftfahrtbehörde würde das Fliegen mit Drohnen erleichtern.

Der Vorschlag der europäischen Luftfahrtbehörde würde das Fliegen mit Drohnen erleichtern.

Der Betrieb von Drohnen ist seit 1. Jänner 2014 in Österreich gesetzlich geregelt. Demnach dürfen unbemannte Flugobjekte unter diversen Voraussetzungen legal betrieben werden. Ganz einfach ist es allerdings nicht, eine solche Bewilligung zu erhalten - das Regelwerk dafür ist zumindest für den Laien recht undurchsichtig, die nötigen Genehmigungen von Austro Control teuer.

Dass es für den Betrieb einer großen Drohne, die etwa für Filmaufnahmen über Menschenmengen fliegt, genaue Regeln - vor allem die Sicherheit betreffend - braucht, ist natürlich einsichtig. Weniger Verständnis haben allerdings mitunter Hobby-Piloten, die mit ihrem Modell den Behördenweg durchlaufen müssen. Kurios dabei: Ein und dasselbe Fluggerät kann sowohl als (nicht bewilligungspflichtiges) Modell oder als "unbemanntes Luftfahrzeug" gelten. Den Unterschied macht der Zweck des Fluges. "Das Luftfahrtgesetz normiert, dass unbemannte Luftfahrzeuge, die gegen Entgelt, gewerblich oder zu anderen Zwecken als zum Fluge selbst verwendet werden, einer Bewilligung durch Austro Control bedürfen", so der Sprecher der Behörde Peter Schmidt gegenüber Austrian Aviation Net.

Wenn also das Fluggerät ohne Kamera für den reinen Flugspaß genützt wird, benötigt man unter Umständen keine Bewilligung, macht man damit schöne Landschaftsaufnahmen, allerdings schon - zumindest wenn das Gerät schwerer als 250 Gramm ist. Neben der nicht ganz nachvollziehbaren Logik ärgert sich so mancher Drohnenflieger auch über die Ausgaben, die dadurch entstehen: "Die Kosten für ein Standardbewilligungsverfahren belaufen sich auf rund 300 Euro", so Austro-Control-Sprecher Peter Schmidt. Zusätzlich muss man auch noch für eine Haftpflichtversicherung ins Börserl greifen.

Es gibt allerdings berechtigte Hoffnung, dass das heimische Regelwerk im Sinne der Drohnenpiloten optimiert wird. Die europäische Luftfahrtagentur EASA arbeitet nämlich an einem paneuropäischen Konzept für den Betrieb der "Unmanned Aerial Vehicles" (UAV). Demnach könnte es eine "Open Category" für Drohnen mit wenig Gefährdungspotential geben, die höchstens 500 Meter vom Piloten entfernt sein und maximal in einer Höhe von 150 Metern fliegen dürfen. Der Betrieb soll nur außerhalb von sensiblen Gebieten erlaubt sein. Diese Kategorie soll dann auch für kommerzielle Betreiber gelten, eine Bewilligung durch die Behörden wäre laut dem Entwurf nicht notwendig. Für riskantere Flugeinsätze oder große Drohnen sind laut den EASA-Plänen weitere Kategorien vorgesehen, die weiterhin Bewilligungen der Luftfahrtbehörden vorsehen.

Von Seiten der EASA soll das Regelwerk relativ rasch umgesetzt werden. Bereits im Dezember 2015 möchte man es der Kommission vorlegen. Bis zu welchem Grad und wann dieses in Österreich umgesetzt wird, ist allerdings noch nicht klar. Austro-Control-Sprecher Peter Schmidt: "Aus Sicht von Austro Control sind Bestrebungen auf europäischer Ebene, einheitliche Regelungen für den Bereich der unbemannten Luftfahrzeuge zu schaffen, sicher sinnvoll. Dieser Prozess beginnt jetzt zu laufen, wobei aber im Moment noch nicht im Detail geklärt ist, welche Bereiche in den neu zu schaffenden EU Regeln beinhaltet sein werden bzw. welche Zuständigkeiten national bleiben."



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