Austrian Aviation Net - Das Magazin der österreichischen Luftfahrt
 
 
 
   
 

News Detail


Von: Sonja Dries

Verfasst am: 26.01.12 13:16

AUA Mitarbeiter geben sich kampfeslustig

Mit großer Zuversicht ging der AUA-Bord Betriebsrat heute in seine Versammlung. Mit Streiks will man offiziell noch nicht drohen.

Mehr als 750 Mitarbeiter nahmen an der Betriebsversammlung teil. (Foto: Sonja Dries)

Mehr als 750 Mitarbeiter nahmen an der Betriebsversammlung teil. (Foto: Sonja Dries)

Bereits eine halbe Stunde vor offiziellem Beginn der AUA-Bord Betriebsversammlung hatten sich hunderte Mitarbeiter in Uniform in der AUA Zentrale am Flughafen Wien eingefunden. Die AUA-Kantine, in der die BV eigentlich hätte stattfinden sollen, blieb für die eigenen Angestellten heute vorerst geschlossen.

Um kurz vor neun trat dann AUA-Bord Betriebsratschef Karl Minhard mit einem Megafon vor die versammelten AUA-Bediensteten und stimmte sie auf den Kampf gegen den Vorstand und den vorgelegten neuen Kollektivvertrag ein. Gemeinsam schlängelte sich die große Gruppe dann in das gegenüberliegende NH Hotels Gebäude, wo die Versammlung letztendlich stattfand.

Minhard forderte gleich zu Beginn, dass die Lufthansa ein kompetentes Management schicken solle, um die finanziellen Probleme der österreichischen Airline in den Griff zu bekommen. AUA Vorstand Jaan Albrecht hatte im Vorfeld ein Statement abgegeben, in dem er versicherte weder Karriere noch Familienleben der AUA Mitarbeiter durch den neuen Vertrag gefährden zu werden. Minhard schloss daraus, dass Albrecht entweder keine Ahnung davon hätte, was in dem vorgelegten Papier steht oder schlicht weg lüge. Von seinen Mitarbeitern erhielt Minhard für die Aussage tosenden Applaus.

Der gesamte Betriebsrat zeigte sich sehr zuversichtlich, seine Wünsche durchsetzen zu können. Die ebenfalls anwesende Gewerkschaft war ebenfalls sicher, dass man den Kampf gemeinsam gewinnen werde. Minhard stellte fest, dass man keine Zugeständnisse mache, wenn es kein Entgegenkommen von Seiten des AUA Vorstandes gäbe.


Die Betriebsratschefs von AUA-Bord und AUA-Boden, Karl Minhard und Alfred Junghans, warten gemeinsam auf Zugeständnisse des Vorstands. (Foto: Sonja Dries)

Konkrete Forderungen des Betriebsrats sind die Zurückzahlung der einbehaltenen Krisenbeiträge, Weihnachts- und Ostergeld, sowie Mehrleistungsabgeltungen wurden bisher teilweise nicht ausgezahlt, und die Zurückzahlung von Prämien und Boni, die gewisser Bezieher erhalten hätten.

Gegenüber Austrian Aviation Net zeigte sich Betriebsratschef Minhard besorgt über die Zukunft seiner Mitarbeiter. Vor allem Mütter, ältere Personen und Kranke hätten keine guten Aussichten. In dem vorgelegten Papier, das für ihn keine Diskussion wert wäre, sieht er eine Wiedereinführung der Leibeigenschaft. Mehr Arbeitsleistung würde in Zukunft mit weniger Gehalt abgegolten werden. "Der Vorstand trägt die Verantwortung für seine Mitarbeiter und weiß noch nicht mal, was in dem vorgelegten Vertrag steht, das kann nicht sein," so Minhard.

Eine offizielle Streikankündigung wollte der Betriebsrat dennoch nicht aussprechen, hofft er noch auf einen neuen Vorschlag des Vorstandes bis zum Stichtag: 29. Januar. Laut dem AUA-Management kam es durch die Betriebsversammlung zu keinen Störungen des Flugverkehrs.



Aktuell

 
News Regional News International Feature Forum Im Focus Home Newsletter Jobs Facebook Links