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Von: Roman Payer

Verfasst am: 05.01.12 17:32

Reportage: Als Probepassagier im Skylink

Heute haben die ersten Passagiere im Skylink eingecheckt. (Foto: Martin Metzenbauer)

Heute haben die ersten Passagiere im Skylink eingecheckt. (Foto: Martin Metzenbauer)

"Möchten Sie einen Gang- oder Fensterplatz?", fragt die Austrian-Mitarbeiterin am Check-In freundlich einen der Fluggäste, der auf den Flug OS 3281 nach Bergen gebucht ist. Nachdem er das Gepäckstück auf das Förderband gehievt hat, bittet die Mitarbeiterin den Passagier zum Gate F27. Alles läuft ab wie bei einem normalen Flug, nur dass in der Fluggastbrücke plötzlich Schluss ist. "Vielen Dank, der Hinflug endet hier. Sie sind nun ein ankommender Passagier aus dem Non-Schengen-Raum, bitte suchen Sie den Weg zur Gepäcksausgabe", gibt Peter Mayerhofer, der Leiter des Skylink-Probebetriebs, die nächsten Anweisungen.

Seit heute simuliert der Flughafen Wien mit Probepassagieren den Flugbetrieb am neuen Terminal Skylink. Es ist ein Meilenstein. Erstmals werden Gepäckstücke auf der neuen Förderanlage transportiert. Erstmals werden die Strichcodes auf den Boardingspässen über die Self-Boarding-Gates gezogen. Und: Erstmals verirren sich Passagiere in den Gängen des Neubaus. "Sie sind leider in einen Bereich gegangen, wo sie als Nicht-EU-Bürger nicht hin dürften", notiert ein VIE-Mitarbeiter den Fehler. Doch solche Informationen sind für das Team um Mayerhofer wichtig. Daraus soll gelernt werden, damit dann bei der Inbetriebnahme im Juni alles nach Plan läuft und die "echten" Passagiere ihre Wege finden.

Insgesamt über 3.000 Österreicher und Österreicherinnen haben sich für den Probebetrieb angemeldet. Bis 26. April sollen die verschiedensten Szenarien simuliert werden. Im Jänner liegt das Augenmerk auf dem Regelbetrieb, später werden die Aufgaben spannender: Da stehen dann ein Feueralarm oder eine Evakuierung am Programm.

Es ist 12:10. In einer halben Stunde geht der Flug nach Bergen, zeigt der Bildschirm neben dem Gate. Drei Kollegen in AUA-Uniform haben alle Hände voll zu tun, die Passagierlisten und das Boarding vorzubereiten. Man merkt: Auch für das Personal sind die neuen Arbeitsplätze noch unvertraut. "Bei mir blinkt's" fragt einer seine Kollegin, was die unterschiedlichen Knöpfe bedeuten. Zehn Minuten später sind die Test-Passagiere, vom jungen Pärchen bis zum Pensionisten, in der Fluggastbrücke. Doch einer der Passagiere fehlt. Am Gate wird sein Name ausgerufen. Als er nach der zweiten Durchsage noch immer nicht da ist, entscheidet der AUA-Mitarbeiter "Den Passagier bitte ausladen". So wie im echten Leben auch.



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