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Von: Redaktion Wien

Verfasst am: 21.10.10 09:59

AUA bricht Gespräche mit Altenrhein ab

Foto: Martin Metzenbauer

Foto: Martin Metzenbauer

Nicht ganz unerwartet hat die Austrian Airlines-Führung die Gespräche mit dem Flughafen Altenrhein abgebrochen. Wie berichtet, plant der Flugplatz im Grenzgebiet zwischen der Schweiz und Österreich die Etablierung einer eigenen Airline, die mit einem Embraer 170 dreimal täglich nach Wien pendeln will. Die AUA hingegen wurde - höflich ausgedrückt - hinauskomplimentiert indem man den Vertrag mit der Fluglinie ab Ende März 2011 nicht mehr verlängern will.

AUA-Konzernsprecher Martin Hehemann kritisierte gegenüber Austrian Aviation Net, dass der Airport Altenrhein, der ja immer wieder seine Angst bekundete, dass sich Austrian zurückziehen werde, "ein völlig verzerrtes Bild" zeichne. So wäre vom "People's Business Airport" die Reduktion der Austrian-Rotationen von vier auf drei täglich bemängelt worden.

Hehemann begründete diesen Schritt damit, dass die Nachfrage am Flughafen Altenrhein in den vergangenen Jahren geschrumpft sei, weil die beiden benachbarten Flughäfen Friedrichshafen und Zürich deutlich an Boden gewonnen hätten. "Wir haben aber klar gesagt, dass wie die Strecke Altenrhein-Wien mit diesem neuen Flugprogramm unseren Kunden weiter anbieten wollen," so der AUA-Sprecher.

Der Flughafen hätte im Mai "völlig überraschend" mitgeteilt, dass er die Gebühren für die Bodenabfertigung zum 1. August 2010 um 40 Prozent erhöhen will - und das obwohl er bereits deutlich teurer sei als vergleichbare Flughäfen. "Wir haben dem Flughafen klar gemacht, dass wir diese Gebührenerhöhung nicht akzeptieren können. Die Kosten würden für uns so stark steigen, dass die Strecke nicht mehr wirtschaftlich bedienbar wäre," so der Martin Hehemann gegenüber Austrian Aviation Net. 

Daraufhin habe der Flughafen mitgeteilt, dass er eine eigene Fluggesellschaft gründen wolle und die AUA gebeten, Gespräche über eine mögliche Kooperation auf dieser Strecke in Form eines Codeshares aufzunehmen. Diese Gespräche hätten allerdings keine Einigung gebracht.

"Mit seiner Behauptung, dass Austrian darüber hinaus diese Strecke einstellen wolle, versucht der Flughafen offenbar, uns unter Druck zu setzen, um doch noch eine Einigung zu erzwingen. Für uns ist diese Vorgangsweise nicht akzeptabel. Wir haben daher beschlossen, die Gespräche über eine Kooperation nun zu beenden", so Martin Hehemann.

Die Behauptung des Flughafens, dass sich die AUA aus dem Verkehr mit Flugzeugen unter 100 Sitzen ohnehin zurückziehen wolle, weist Hehemann ebenfalls zurück: "Auch das ist falsch. So haben wir zum Beispiel im laufenden Jahr vier neue Dash 8-400 mit 76 Sitzen gekauft, um sie auf gerade derartigen Regional-Strecken einzusetzen."

"Wir planen, die Strecke Altenrhein-Wien mit dem bestehenden Flugprogramm weiter zu bedienen. Und zwar - so wie bei allen unseren Strecken - solange dies wirtschaftlich sinnvoll ist. Falls sich die Rahmenbedingungen ändern würden - zum Beispiel durch eine drastische Gebührenerhöhung des Flughafen - müßten wir unser Flugprogramm auf der Strecke Altenrhein-Wien natürlich überprüfen", bekräftigt Hehemann den grundsätzlichen Wunsch, in Altenrhein zu bleiben. Man würde allerdings "alternative Möglichkeiten evaluieren".

Diese Alternative wäre mit ziemlicher Sicherheit der Flughafen Friedrichshafen. Die dort ansässige InterSky zeigt ja schon seit längerem Avancen in Richtung AUA.



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