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Von: Roman Payer

Verfasst am: 08.08.12 21:48

Air Berlin fliegt noch tiefer in die roten Zahlen

Nettoverlust stieg im zweiten Quartal um 50 Prozent auf ein Minus von 66,2 Millionen Euro

Etihad hält Air Berlin in der Luft. (AirTeamImages.com)

Etihad hält Air Berlin in der Luft. (AirTeamImages.com)

Die kriselnde NIKI-Mutter Air Berlin muss beim aktuellen Sanierungskurs einen neuen Rückschlag einstecken: Unterm Strich stieg der Verlust im zweiten Quartal von minus 43,9 Millionen Euro auf ein Nettoverlust von 66,2 Millionen Euro, wie die Airline am Donnerstag nach Börsenschluss mitteilte. Das ist ein Anstieg um knapp mehr als die Hälfte. Einziger Lichtblick: Im operativen Geschäft hat sich Air Berlin zwischen April und Juni im Vergleich zu 2011 von minus 32,2 auf minus 29,4 Millionen Euro verbessert.

Der Konzernumsatz der Air Berlin PLC stieg im Quartalsvergleich von 1,116 Milliarden Euro um 1,7 Prozent auf 1,135 Milliarden Euro. Auch im zweiten Quartal 2012 habe sich die "erfolgreiche Umsetzung des Shape & Size-Effizienzsteigerungsprogramms kostendämpfend" ausgewirkt, heißt es in der Pressemitteilgung. Die Ausgaben stiegen wegen des Ölpreises um 2,5 Prozent auf 1,180 Milliarden Euro.

Die Bilanzsumme beträgt zum 30.6.2012 2,528 Milliarden Euro, das Eigenkapital nur noch 101,3 Millionen Euro - zu Jahresende hatte die Airline noch 253,7 Millionen Euro. Die Verschuldung stieg von 616,1 Millionen Euro auf 811,9 Millionen Euro. Letzten November rettete die Golf-Airline Etihad die zweitgrößte deutsche Fluglinie: Etihad beteiligte sich zu einem Drittel an Air Berlin und überwies zudem Kreditgelder nach Berlin. Aktuell stehen die Berliner bei den Scheichs mit 162,9 Millionen Euro in der Kreide.

Laut dem Finanzchef von Air Berlin, Ulf Hüttmeyer, liegt die schlechte Kapitaldecke an einer stichtagsbedingten Bewertung von Sicherungsinstrumenten. Seit Ende Juni habe sich das Eigenkapital um 60 Millionen Euro verbessert. Er strebt zum Jahresende eine höhere Eigenkapitalquote als 2011 an.

Für den Airline-Chef Hartmut Mehdorn zeigt die Umsatzerhöhung, "dass wir den richtigen Kurs eingeschlagen haben. Durch die gezielte Flottenreduzierung sind wir in Zukunft nicht mehr in einem hohen Maße von saisonalen Schwankungen betroffen. Auch investieren wir in den Ausbau der Langstrecken, um die Ertragssteigerung weiter zu erhöhen und wie geplant im nächsten Jahr in die Gewinnzone zu fliegen."

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