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Von: Martin Metzenbauer

Verfasst am: 08.04.11 07:16

Tyrolean BRB reagiert auf Sparwünsche

Foto: Martin Metzenbauer

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Der offene Brief den die AUA-Vorstände Peter Malanik und Andreas Bierwirth an die Belegschaft geschickt haben, hat für Aufmerksamkeit gesorgt - insbesondere bei den "Fliegenden" von Tyrolean. So heißt es in dem Schreiben unter anderem: "Wir werden das Kerngeschäft von VO klar definieren und dann vorhandene Doppelgleisigkeiten im Nicht-Kerngeschäft abschaffen. Unser Ziel ist, für eine auf ihr Kerngeschäft fokussierte Tyrolean neue Perspektiven durch die Forcierung des Drittgeschäfts innerhalb des LH Verbundes zu schaffen."

In einem offenen Brief, der an den Austrian Airlines-Vorstand gerichtet ist, ersucht nun der Tyrolean Betriebsrat Bord (BRB) um Aufklärung: "Drittgeschäft" sei nur in Kombination mit Expansion als interessantes Geschäft für die Mitarbeiter von Tyrolean Airways zu bezeichnen. "Bereits vorhandenes Fluggerät samt Crew innerhalb des Lufthansa Konzerns anzupreisen und zu verleasen ist jedenfalls kein Erfolg für VO und wird von uns in dieser Form nicht hingenommen werden, da es die Gefahr in sich birgt bei künftigen Krisen abkömmlich zu sein", heißt es in dem Schreiben der Belegschaftsvertreter. Auch zur Frage, wie "Kerngeschäft" und "Nicht-Kerngeschäft" definiert ist, wünscht sich der BRB von Tyrolea entsprechende Aufklärung.

Die im Brief der Vorstände angesprochene Reform der Flight Duty Regulations ("...die unsere Produktivität deutlich verbessert und damit den Kostennachteil zur Konkurrenz reduziert") wurde vom BRB ebenfalls angesprochen: "Ein Prämienmodell für alle Mitarbeiter ist im Zusatzkollektivvertrag des Sparpakets 2010 bis 2015 verankert. Nun sollen zusätzliche Einsparungen durch längere Duty Times und verkürzte Ruhezeiten erzielt werden."

Der Passus "Wir werden bis Ende des Jahres 2011 eine kosteneffiziente und wettbewerbsfähige Struktur für den Betrieb der Fokker-Nachfolger schaffen" aus dem Malanik/Bierwirth-Brief sorgt obendrein für Unklarheiten. "Wir gehen davon aus, dass sie hier die Abschaffung oder Anhebung der Scope Clause meinen", meint der BRB von Tyrolean dazu.

Diese besagt, dass Tyrolean nur Flugzeuge mit einer Kapazität von maximal 110 Passagieren betreiben darf. Als Fokker-Nachfolger stehen Muster wie der Embraer 195 im Raume, der ja vom Lufthansa-Konzern in großer Menge geordert wurde. Problem dabei: Dieser Jet verfügt in LH-Konfiguration über 116 Plätze und müsste daher von der Mainline Austrian betrieben werden. Ob eine solche Änderung der Scope Clause aber wiederum den Austrian Airlines-Belegschaftsvertretern "schmecken" wird, sei dahingestellt.

Der BRB von Tyrolean ersucht das AUA-Vorstandsduo jedenfalls, "sich rasch an die Tyrolean Airways Belegschaft zu wenden, unser Fragen zu beantworten und klar und verständlich zu äußern, welche Ziele Sie für VO verfolgen."



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