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Von: Jan Gruber

Verfasst am: 11.03.15 10:01

Golfcarrier: Schottet sich Deutschland ab?

Verkehrsrechte für Berlin und Düsseldorf werden verweigert.

Emirates würde gerne nach Stuttgart fliegen, jedoch scheitert es an den Verkehrsrechten (Foto: Martin Metzenbauer).

Emirates würde gerne nach Stuttgart fliegen, jedoch scheitert es an den Verkehrsrechten (Foto: Martin Metzenbauer).

Die Bundesrepublik Deutschland sagt offenbar dem stetigen Wettbewerb durch Golfcarrier den Kampf an. Insbesondere Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways haben Berlin und Baden-Württembergs Landeshauptstadt Stuttgart im Visier, jedoch habe die deutsche Bundesregierung einem Bericht der "Stuttgarter Zeitung" nach Sorge, dass europäische Airlines durch einen harten Verdrängungswettbewerb ins "Hintertreffen" geraten könnten.

Bislang ist es den besagten Airlines aus der Golfregion gestattet die deutschen Flughäfen München, Hamburg und Frankfurt am Main und Düsseldorf zu bedienen. Stuttgarts Flughafenchef Georg Fundel erklärte im Interview mit Austrian Aviation Net während der ITB, dass er durch das "Startverbot" beispielsweise für Emirates in Stuttgart eine gröbliche Benachteiligung für Baden-Württemberg sieht. Die grün-rote Landesregierung würde das Vorhaben des Golfcarriers unterstützen, jedoch in Berlin sprichwörtlich auf taube Ohren stoßen.

Naturgemäß anders sieht man die Sachlage beispielsweise in den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo man Vorwürfe der staatlichen Subventionierung von Emirates beziehungsweise Etihad Airways traditionell scharf zurückweist. Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrint und sein französischer Amtskollege forderten indes bereits Mitte Februar die EU-Kommission zu raschem Handeln auf, denn europäische Anbieter würden in einem "bedenklichen Ausmaß" Marktanteile in Richtung von Anbietern aus der Golfregion, aber auch Turkish Airlines verlieren.

Wie die Stuttgarter Zeitung weiters berichtet, soll nun ein neues Verkehrsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Golfstaaten die Lösung bringen. Gefordert wird auch, dass Subventionen an Airlines offengelegt werden sollen, um fairen Wettbewerb gewährleisten zu können. Bislang sind solche Vereinbarungen allerdings Sache der Nationalstaaten, so dass davon auszugehen ist, dass es schwierig wird sämtliche EU-Mitglieder auf eine einheitliche Linie zu bringen. Allenfalls ist fraglich, ob durch das konsequente Verweigern von Verkehrsrechten, so auch in Österreich, einst staatliche Airlines wie Lufthansa, Air France-KLM oder Austrian Airlines eher protegiert werden, als freier Wettbewerb ermöglicht wird.



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