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Von: Roman Payer

Verfasst am: 18.03.11 14:58

IATA: "Japans Krise wirft Luftfahrt zurück"

Die bei der gestrigen Messung der Flughafenfeuerwehr am Flughafen München festgestellten leicht erhöhten Strahlungswerte an Außenhaut und Fahrwerk einer ANA-Maschine wurden heute von Experten des bayerischen Landesamts für Umwelt sowie von Spezialisten des Helmholtz-Zentrum München für Gesundheit und Umwelt als „gesundheitlich absolut unbedenklich“ eingestuft. Die betreffende Messung war gestern (Mittwoch) Nachmittag bei Ankunft des Fluges NH207 durchgeführt worden, erklärte ANA in einer Pressemitteilung. (Foto: AirTeamImages.com)

Die bei der gestrigen Messung der Flughafenfeuerwehr am Flughafen München festgestellten leicht erhöhten Strahlungswerte an Außenhaut und Fahrwerk einer ANA-Maschine wurden heute von Experten des bayerischen Landesamts für Umwelt sowie von Spezialisten des Helmholtz-Zentrum München für Gesundheit und Umwelt als „gesundheitlich absolut unbedenklich“ eingestuft. Die betreffende Messung war gestern (Mittwoch) Nachmittag bei Ankunft des Fluges NH207 durchgeführt worden, erklärte ANA in einer Pressemitteilung. (Foto: AirTeamImages.com)

Vor einigen Wochen haben die beiden großen Flugzeughersteller Boeing und Airbus den asiatisch-pazifischen Markt noch als den Hoffnungsmarkt schlechthin bezeichnet. Auch die Internationale Lufttransport-Vereinigung IATA hat eine positive Prognose für Asien abgeben. Damals hatte noch niemand mit einer Naturkatastrophe gerechnet. Heute, eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben in Japan und deren Folgen steht neben der japanischen Wirtschaft auf die internationale Luftfahrt vor einer enormen Herausforderung.

Die IATA schreibt in einer aktuellen Aussendung: „Die Krise in Japan wird die Luftfahrtbranche deutlich zurückwerfen. Das Erdbeben sowie die atomare Katastrophe führen zu einem deutlichen Abschwung". Der Sektor werde sich laut IATA nicht vor dem zweiten Halbjahr 2011 erholen. Japan macht 6,5 Prozent des weltweiten Luftverkehrs aus. Der Umsatz der japanischen Luftfahrt liegt bei 44,6 Milliarden Euro und macht damit 10 Prozent des globalen Umsatzes aus, rechnet die IATA vor.

Die langfristigen Auswirkungen seien noch nicht absehbar, wird IATA-Chef Giovanni Bisignani in der Pressemitteilung zitiert, doch die Strukturen der japanischen Luftfahrtsindustrie zeigen das Potential, einen Abschwung der Luftfahrt zu bewirken. Vor allem Fluggesellschaften in China, Taiwan und Südkorea seien von Japan abhängig.

Markt

Passagiere pro Jahr

Umsätze pro Jahr in Dollar

Markt

Passagiere pro Jahr

Umsätze pro Jahr in Dollar

USA

9.2 Mio.

10,5 Mrd.

Thailand

2,3 Mio.

1,6 Mrd.

China

8,6 Mio.

6,5 Mrd.

Frankreich

1,0 Mio.

1,5 Mrd.

Südkorea

9,6 Mio.

3,1 Mrd.

Deutschland

0,9 Mio.

1,5 Mrd.

Taiwan

4,2 Mio.

2,3 Mrd.

Großbritannien

0,7 Mio.

1,1 Mrd.

Hongkong

3,2 Mio

1,9 Mrd.

Australien

1,3 Mio.

1,1 Mrd.

Die IATA rechnet zudem mit steigenden Kerosinpreisen. Japan produzierte vor der Naturkatastrophe drei bis vier Prozent des weltweit nachgefragten Kerosins. Derzeit steht die Produktion still.

Besonders hart könnte es die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways treffen. ANA ist die erste Airline weltweit, die noch dieses Jahr den ersten Boeing 787 Dreamliner erhalten soll. Falls die schlimmsten Befürchtungen wahrwerden und die Passagierzahlen einbrechen, könnte es für ANA eng werden. Die zweitgrößte japanische Airline schreibt erst seit kurzem wieder positive Zahlen. Gestern wurde an einem Flugzeug von ANA in München eine radioaktive Verstrahlung an der Außenhaut festgestellt. ANA gab Entwarnung, für die Passagiere hätte zu keiner Zeit Gefahr von Radioaktivität gegeben.



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