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Von: Martin Metzenbauer

Verfasst am: 02.06.11 20:22

Austrian Airlines: Zoff wegen Prämien

Die Wogen zwischen dem Betriebsrat (BR) der "Fliegenden" und der Austrian Airlines-Geschäftsführung gehen wieder einmal hoch: Grund dafür ist diesmal ein Brief des BR Bord an die Piloten und Flugbegeiter. Darin wird kritisiert, dass "still und heimlich" Prämien im Umfang von drei Millionen Euro an führende AUA-Manager ausgezahlt worden seien. Einzelne Führungskräft hätten dabei über € 100.000 an Boni "abgecasht".

Mit dieser "persönlichen Bereicherung" gefährde das Management die Zukunft des Unternehmens und die persönliche Zukunft der Mitarbeiter - vor allem vor dem Hintergrund, dass das für weiteres Wachstum positive EBIT heuer aufgrund der beiden schweren Krisen in den letzten Monaten deutlich schwerer zu erreichen sein wird.

Dabei räumt der Betriebsrat allerdings ein, dass diese Zahlungen auf gültigen Verträgen basieren. In einer Zeit, in der die Belegschaft "um jeden Cent geschunden" wird, sei ein "solch maßloses und egoistisches Vorgehen jedoch moralisch nicht tragbar".

Auf diese Meldung des Betriebsrates folgte rasch die Antwort der beiden AUA-Vorstände. Darin wird erklärt, dass die Bonuszahlungen Bestandteil des Einkommens der Führungskräfte seien. Allerdings nur dann, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind. Die erste sei eng an den Sanierungsplan geknüpft: Nur wenn das Unternehmen sein Ergebnisziel erreiche, gebe es überhaupt eine Zahlung. Im Jahr 2010 sei das der Fall gewesen - der Cash-Flow war positiv. Die zweite Bedingung wäre, dass die jeweilige Führungskraft die ihm gesetzten individuellen Ziele erreichen müsse, so der Vorstand.

Abgesehen davon seien die Boni bereits in der Bilanz 2010 verbucht worden und würden daher die Bilanz 2011 überhaupt nicht belasten.

Einer Aufforderung des Betriesrates, die Zahlungen zurückzugeben, erteilt der Vorstand demnach auch eine klare Abfuhr: Es gebe keine Grundlage, die variablen Gehaltsbestandteile zurückzuhalten oder eine Rückzahlung zu verlangen - "weder rechtlich noch moralisch". Die  Führungskräfte hätten in den Jahren 2009 und 2010 außerdem einem deutlich höheren Gehaltsverzicht zugestimmt als die bekannten 5 Prozent der anderen Mitarbeiter.

Ob das Timing dieses öffentlichen Schlagabtausches (über den auch in den allgemeinen Medien berichtet wird) zufällig auf die momentan laufenden Kollektivvertragsverhandlungen fällt, kann nur gemutmaßt werden.



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