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Von: Jan Gruber und Julian Kuhs

Verfasst am: 08.03.15 15:45

Emirates: Hubert Frach im Interview

"Der A380 hat auch eine höhere Auslastung als der Rest der Flotte."

Hubert Frach, Divisional Senior Vice President, Emirates (Foto: Jan Gruber).

Hubert Frach, Divisional Senior Vice President, Emirates (Foto: Jan Gruber).

Im Rahmen der ITB in Berlin hatte Austrian Aviation Net die Gelegenheit, den Divisional Senior Vice President Commercial Operations West von Emirates, Hubert Frach, hinsichtlich Produkt, Marktposition und den österreichischen Markt zu befragen.

Austrian Aviation Net: Nach langem hin und her wurde durch die örtlichen Behörden der 14. Flug zwischen Dubai und Wien bewilligt. Wird dieser gut angenommen?
Hubert Frach: Ja, der Flug wird gut angenommen. Generell ist für uns der Markt Österreich ein sehr erfolgreich laufender Markt, deswegen sind wir auch froh, dass wir den 14. Flug bekommen haben, weil ich glaube, dass das insgesamt die "Connectivity" für den Markt weiter verbessert.

AANet: Ist es realistisch, dass Emirates den A380 auch nach Wien bringt?
Hubert Frach:
Das kann man nie ausschließen, abhängig ist der Einsatz eines A380 von der Marktentwicklung und der Nachfrage. Generell wird das Produkt A380 in allen Märkten, wo er zum Einsatz kommt, hervorragend angenommen. Der A380 hat auch eine höhere Auslastung als der Rest der Flotte und ist das größte Fluggerät der gesamten Flotte von Emirates. Die Frage, ob er auf der Strecke Wien – Dubai eingesetzt wird stellt sich derzeit allerdings nicht. 

AANet: Das österreichische Verkehrsministerium ist der Ansicht, "dass der A380  ein unverantwortbares Überangebot am Flughafen Wien schaffen würde". Wie sehen sie das?
Hubert Frach:
Ich glaube insgesamt, dass unser Angebot von und nach Österreich zum einen sehr gut angenommen wird und zum anderen eine bessere Verbindung in und aus dem Markt schafft und deshalb sowohl für die Wirtschaft als auch für den Tourismus ein positiver Faktor ist.

AANet: Würde der A380 ein Überangebot schaffen oder nicht?
Hubert Frach: Diese Frage stellt sich aktuell nicht. Ich sehe, dass Österreich ein "high-potential" Markt ist, mit wirklich guten Wachstumsraten und mit interessanten Verbindungen, die Emirates den Passagieren ab Wien anbietet. Natürlich würden wir auch gerne ab der österreichischen Hauptstadt eine A380 Kombination über Dubai anbieten, beispielsweise nach Mauritius oder. Bangkok. Aber dafür müssen erst die Rahmenbedingungen geschaffen werden. 

AANet: Emirates und Qantas kooperieren schon seit einiger Zeit und ein Land auf dieser Welt, Österreich, stemmt sich gegen den Codeshare. Hat man da mittlerweile einen Durchbruch erzielt?
Hubert Frach:
Seit Winterflugplan 2014/2015 ist unser Codeshare-Abkommen mit Qantas auch in Österreich gültig. Darüber freuen wir uns sehr. Zum Thema Qantas-Kooperation und wie das bislang gelaufen ist: Ich glaube, dass wir damit den Kunden sowohl in "Down Under" als auch in Europa eine deutliche Produktverbesserung bieten können. Wir können mit Emirates 37 Ziele in Europa mit einem "One-Stop" in Dubai mit Australien verbinden und aus Australien heraus natürlich genauso. Australische Kunden können nun zu europäischen Destinationen fliegen, wo sie vorher nur die Möglichkeit hatten, mit Singapore Airlines und Zwischenlandung in London Heathrow zu fliegen. Die Kooperation mit Qantas ist ein Quantensprung für den Kunden und wird sehr gut angenommen.

AANet: Emirates hat eine Tochtergesellschaft - Flydubai. Diese Airline fliegt in Europa immer mehr in Sekundärmärkte hinein, wie z.B. Bratislava und Budapest. Wie kommt die Entscheidung zustande, ob man in einem Markt unter der Marke Flydubai oder Emirates auftritt?
Hubert Frach:
Die beiden Marken treffen diese Entscheidung unabhängig voneinander. 

AANet: Dubai selbst ist einer der größten Flughäfen der Welt und mit dem im Ausbau befindlichen Dubai World Central Airport  (DWC) soll der größte Flughafen der Welt entstehen. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge? Wann wird Emirates umziehen?
Hubert Frach:
Das ist noch offen, das ist auch eine Entscheidung der Regierung in Dubai. Wir sind im Augenblick sehr zufrieden mit der Entwicklung von Dubai International (DXB). Dubai ist ja mittlerweile der größte internationale Flughafen der Welt mit über 70 Millionen Passagieren und es wird ja jetzt noch einmal eine Erweiterung geben mit Concourse D. Somit es gibt am Dubai International auch noch Wachstumspotential, auch für Emirates. Wir hatten letztes Jahr eine Runway Closure von 80 Tagen, in diesem Zeitraum ist unsere Cargo Operation nach DWC umgezogen.

AANet: Es soll ja auch eine riesige Flugschule von Emirates entstehen. Welchen Bedarf an Piloten sehen Sie in den nächsten Jahren?
Hubert Frach: Aktuell sind 3700 Piloten im Einsatz und wir werden rund hundert neue Piloten dieses Jahr einstellen um einfach auch der Nachfrage der wachsenden Flotte gerecht zu werden. Wenn die Flight Academy fertiggestellt ist, werden wir dem Bedarf von zusätzlich 40.000 Piloten im mittleren Osten in den nächsten zwei Jahrzehnten abdecken können.

AANet: Ist Emirates die einzige Airline, die eine große Flotte von A380 zu betreiben vermag? Was macht Emirates besser?
Hubert Frach:
Momentan haben wir 59 A380 in unserer Flotte, 81 stehen noch auf der Orderliste und jeder dritte A380 auf der Welt fliegt bei Emirates. Damit betreit Emirates die größte A380 Flotte der Welt. Aber nicht nur die größte A380 Flotte, sondern auch die größte B777 Flotte. Die geographische Lage unseres Hubs in Dubai ermöglicht es uns, innerhalb von 8 Flugstunden zwei drittel der Weltbevölkerung zu erreichen. Unsere Strategie ist es, immer optimale Verbindungsqualität anzubieten. Marke, Netz, Qualität sowie der menschliche Faktor stellen einen großen Pull-Faktor dar.

AANet: Was erwartet uns als Nächstes von Emirates?
Hubert Frach: Denpasar wird als 148 Destination ins Streckennetz aufgenommen. Dabei handelt es sich um unsere zweite Destination in Indonesien. Außerdem arbeiten wir daran, WLAN kostenlos in unserer gesamten Flotte anzubieten, aber auch die weitere Produktverbesserung in den Bereichen On-Board-Service oder Inflighentertainment sind zu erwarten.

AANet: Vielen Dank für das Gespräch.



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