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Von: Roman Payer

Verfasst am: 22.03.11 15:18

Emirates: Wiens Double Daily wackelt

Der Flughafen in Dubai wird für 120 Millionen jährliche Passagiere ausgebaut. (Foto: AirTeamImages.com)

Der Flughafen in Dubai wird für 120 Millionen jährliche Passagiere ausgebaut. (Foto: AirTeamImages.com)

Es war gestern Vormittag, als in die Redaktion von Austrian Aviation Net folgende E-Mail-Einladung flatterte: "Es hat es sich kurzfristig ergeben, dass drei hochrangige Vertreter von Emirates Airline derzeit in Wien sind." In einem Pressegespräch wolle Emirates über "aktuellsten Entwicklungen, Trends und Visionen der Emirates Group" mit Journalisten sprechen. Eine derart kurzfristige Einladung ist unüblich.

Heute, 24 Stunden später ist klar, worum es geht: Östereichs oberste Zivilluftfahrtsbehörde (OZB) hat die Aufstockung der Flügen nach Wien untersagt. Emirates hatte bereits vor Wochen angekündigt ab Sonntag die Flüge zwischen Dubai und Wien auf 13 wöchentliche Verbindungen zu erhöhen. Das Verbot der zusätzlichen Flüge ist für Emirates durchaus ernst, wurde doch die Kapazitätserhöhung bereits massiv beworben. Laut Österreich-Manager Martin Gross geht es um mehrere tausend bereits verkaufte Flugtickets.

Die in der Presseeinladung angekündigte hochrangige Emirates-Delegation soll nun in Wien eine Lösung finden. Es soll weitere Gespräche mit der im Infrastrukturministerium angesiedelten Zivilluftfahrtsbehörde geben. Für Andrew J. Parker, Senior Vice President von Emirates sei die Frequenzerhöhung reine Formsache. In einem Bericht des Reiseportals tip-online.at beruft sich der Emirates-Vertreter auf ein vorhandenes "Open Skies"-Abkommen zwischen Österreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Eine Pressesprecherin des Infrastrukturministerium sagte gegenüber Austrian Aviation Net, dass sich die Luftfahrtbehörde auf das derzeit gültige Luftverkehrsabkommen beziehe, "dass keine rechtliche Grundlage für die Frequenzaufstockung bietet". Laut Auskunft der Behörden soll derzeit auf höchster Ebene mit Emirates ein neues Luftverkehrsabkommen verhandelt werden.

In einem heute im Kurier veröffentlichten Interview mit AUA-Vorstand Peter Malanik wird klar woher der Wind weht. Er sieht durch Emirates die gesamte eurpäische Luftfahrt gefährdet. Dubai würde Emirates subventionieren und somit den Markt verzerren. "Dubai will über kleinere Flughäfen die großen europäischen Drehkreuze wie Frankfurt, Paris und London leersaugen." Emirates gefährde dadurch die Langstrecke von Austrian Airlines. Bei den Verhandlungen zu den Verkehrsrechten mit Dubai fordert Malanik im Kurier-Interview eine "Fairness-Klausel" für "idente Wettbewerbs-, Konsumenten- und Umweltschutzrechte."



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