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Von: Roman Payer

Verfasst am: 21.06.11 15:00

Skylink: Jetzt wird Betrieb simuliert

Wie sieht die Skylink-Baustelle derzeit von Innen aus? - Der AANet-Fotobericht zeigt's

Ing. Peter Mayerhofer und DI Norbert Steiner beim bereits fertiggestellten Gate G31. (Alle Fotos: Roman Payer)

Ing. Peter Mayerhofer und DI Norbert Steiner beim bereits fertiggestellten Gate G31. (Alle Fotos: Roman Payer)

Gebaut wird seit mehr als fünf Jahren. Im nächsten Jahr soll der neue Terminal am Flughafen Wien eröffnet und anschließend in Betrieb genommen werden. Nach Bauskandalen und Kostenexplosionen sei das Projekt nun auf Schiene. Daher lud man Medienvertreter ein, sich die Baustelle anzusehen. Es ist nach einer Führung im Jänner bereits der zweite Presserundgang.

Der schwarze Boden, auf dem die Passagiere zu ihren Gates gehen werden, ist bereits verlegt. Ein provisorischer Schutz soll den Boden derzeit noch vor Dreck und Kratzern bewahren. Noch fehlen bei den Gates die Sitze, ansonsten werden die Gate-Einheiten demnächst in Betrieb genommen und ausführlich getestet. Ein Gate ist bereits komplett fertig. Hier werden Betriebsabläufe simuliert, damit es danach im Realbetrieb zu keinen Pannen kommt.


Über diese Rolltreppe gelangen die Passagiere beim Boarding ins Flugzeug. (Foto: Roman Payer)

In den nächsten Wochen wird in der Gate-Einheit 31 auf allen drei Ebenen getestet. Dieses Boarding-Gefäß, wie es in der Fachsprache genannt wird, umfasst im untersten Geschoss die Gepäckabfertigung, im ersten Stock die Gates für Schengen-Passagiere, auf der zweiten Ebene die ankommenden Passagiere und im dritten Stock Non-Schengen. Auf Gate 31 sollen parallel zum Baubetrieb alle relevanten Boarding- und Deboarding-Abläufe eingespielt werden.

So sehen die Tests aus:

Connection-Time von 25 Minuten
Der für die Inbetriebnahme zuständige Ing. Peter Mayerhofer hält das Ziel, Transferpassagiere in 25 Minuten zum Anschlussflug weiterzuleiten für realistisch. Der Skylink sei darauf ausgerichtet und dahingehend optimiert. Auch das Gepäck soll in 25 Minuten durchgeschleust werden. Im internationalen Vergleich sind 25 Minuten sehr kurz für einen Transfer.

75 Statisten sollen Passagiere spielen
Zwischen Dezember und April wird der Flughafen den Betrieb mit Probepassagieren simulieren. Dazu wird der Betreiber rund 75 Statisten benötigen. Diese sollen über einen Personaldienstleister gecastet werden. Man wolle ein möglichst unterschiedliche Personen für die Tests einsetzten, um der Realität relativ nahe zu kommen. So werden ältere Personen genauso wie Kinder oder Menschen in Rollstühlen gesucht. Der Flughafen werde aber rechtzeitig in einer Pressemitteilung aufrufen, sich für die Teilnahme zu bewerben.

Das Geld sei in der Planung verpulvert worden
Bauleiter Norbert Steiner zog ein kurzes Fazit über die Kostenexplosion. Der Großteil der zusätzlichen Kosten seien durch Fehlplanungen entstanden. Die ursprünglich veranschlagten Gesamtkosten von 400 Millionen Euro seien laut Steiner allerdings nie realistisch gewesen. Im internationalen Durchschnitt koste ein jeder Quadratmeter eines Terminal-Neubaus etwa 6.000 Euro. Der 150.000 Quadratmeter große Skylink werde knapp unter 800 Millionen Euro kosten. Ohne die Mängel bei der Planung wäre der Bau für Steiner mit 650 bis 700 Millionen Euro realisierbar gewesen.

Kein Platz für den A380
Für den Airbus A380 ist der Skylink-Terminal derzeit nicht ausgerichtet. Man müsste erneut umbauen, damit man einen Flieger der Klasse "F" abfertigen könnte. Für Mayerhofer ist die Frage nicht relevant, da nicht davon auszugehen ist, dass ein A380 regelmäßig nach Wien kommt.

Am 28. Oktober 2011 soll der letzte Bauarbeiter den Skylink verlassen.

Nach Abschluss der behördlichen Genehmigungen und des Probebetriebs rechnet Mayerhofer, dass die Eröffnung des Skylink-Terminals zwischen Anfang Mai und Ende Juni nächsten Jahres. stattfinden wird. Die bauliche Fertigstellung ist mit dem 28. Oktober 2011 angesetzt.

Der Zeitplan im Überblick:
Seit Anfang des Jahres bis zur Eröffnung: Technik, IT und Vorfeldbetrieb im Testbetrieb
Juni 2011 bis Eröffnung: Vorbereitungen innerhalb von Betriebseinheiten
parallel dazu: "ready for operations" inklusive Probebetrieb auf funktionaler Ebene
Zwischen Dezember 2011 und April 2012: Probebetrieb mit Statisten
Ende 1. Quartal: Behördenbewilligungen
Zwischen Mai und Juni 2012: Eröffnung und Inbetriebnahme

Impressionen des Skylinks

 



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