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Von: Manfred Saitz

Verfasst am: 18.05.09 16:00

Ein Tag mit Christophorus 9

Im Einsatz mit der Besatzung des Notfallhubschraubers Christophorus 9.

6:00 morgens, Wien Aspern, Dienstbeginn am Stützpunkt des Flugrettungshubschraubers Christophorus 9. Die Crew, bestehend aus dem Piloten, dem Notarzt und einem Sanitäter, rüstet den Eurocopter 135 mit der Registrierung OE-XEN für den Arbeitstag auf. Der technische Check wurde bereits am Vorabend erledigt, der Pilot kann es bei einem Aussencheck belassen. Notarzt und Sanitäter überprüfen die Ausrüstung und die Vollständigkeit der mitgeführten Medikamente.

Danach wird der auf einer Plattform mit Rollen geparkte Heli durch den Piloten und den Sanitäter aus dem Hangar auf das Vorfeld von LOAJ, wie der Helikopterstützpunkt Aspern mit seiner ICAO-Abkürzung heißt, geschoben und ist damit einsatzbereit.

Die Basis von „Christ 9„ liegt in der südöstlichen Ecke des ehemaligen Flugfeldes Aspern, in direkter Nachbarschaft des General Motors Motoren- und Getriebewerkes. Von hier deckt man ein Einsatzgebiet ab, das von der Linie Laa/Thaya-Eichgraben-Mödling im Westen, der Linie Mödling-Reisenberg-Zurndorf im Süden und der Staatsgrenze im Norden und im Osten begrenzt wird. Diese einwohnerreiche Region beinhaltet Wien und dessen Speckgürtel mit notorisch verstopften Strassen, was ein gutes Argument für die Notwendigkeit eines sehr schnell zum Einsatzort gelangenden Rettungsmittels wie einem Rettungshubschrauber ist. Zusätzlich fliegt Christ 9 bei Bedarf auch Einsätze in Unterstützung für Christ 2 (Basis Krems) und Christ 3 (Basis Wr. Neustadt).

Nach der Versorgung des Fluggerätes findet sich die Crew von Christ 9 in der Wohnküche des Stützpunktes zum Frühstück – gleichzeitig das morgendliche Briefing – zusammen. Dieses kann jederzeit durch einen Einsatz unterbrochen werden, denn in Wien und Umgebung hat mittlerweile der morgendliche Berufsverkehr eingesetzt.

Die Crew, das sind heute Pilot Gerhard Trötzmüller, Notarzt Dr. Reinhard Malzer und Sanitäter Franz Woropka. Trötzmüller fliegt seit neun Jahren für die Christophorus Flotte. Er ist ein erfahrener Flugrettungspilot, der zuvor bereits im Rahmen seiner Dienstzeit in der Helikopterflotte des Innenministeriums Rettungseinsätze geflogen hatte. Mindestens 2000 Flugstunden, Nachtsichtflugberechtigung, Aussenlastberechtigung und Hochgebirgs-erfahrung sind Voraussetzung für den Einsatz in der ÖAMTC Flugrettung. Der Grossteil der Christophorus-Piloten kommt daher von der Polizei- oder Militärhubschrauberstaffel.

8:32: Der Pager piepst und meldet den ersten Einsatz des Tages. Um 8:37 heben wir ab nach Favoriten. Um 8:43 landen wir bereits in der Moritz-Seelergasse am Laaer Berg. Trötzmüller setzt sein Fluggerät gekonnt zwischen Laternenmasten, Bäumen und geparkten Autos ab. Per Funk wird vor der Landung noch die Verlagerung eines Mopeds angeordnet, das dem bei der Landung aufkommenden Wind wohl nicht standgehalten hätte. Die Sanitäter vor Ort übergeben uns einen nach einem Herzinfarkt bereits erstversorgten Mann.

Um 8:50 heben wir schon wieder ab und fliegen zum Wilhelminenspital in Ottakring. Dieses ist zwar nicht das nächstgelegene Krankenhaus, aber es ist heute schwerpunktmäßiges Notfallspital für Herzinfarkte und demgemäß personell am besten auf unser Eintreffen vorbereitet.

Der Landeanflug führt in einer engen Kurve über den Ottakringer Friedhof zum Landeplatz am Rand des Spitalsareals an der Johann-Staud-Straße. Dort befindet sich bereits ein Team aus



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