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Von: Roman Payer

Verfasst am: 16.11.11 07:36

Salzburg: Ergebnisse der Dialogrunde

Aktuelle Verkehrszahlen, Nord-Süd-Verteilung und Maßnahmen gegen Fluglärm

Foto: Martin Metzenbauer

Foto: Martin Metzenbauer

Bereits zum zwölften Mal trafen sich am Airport die Flughafen- und Anrainervertreter. Die Diskussion wurde auf hohem fachlichem Niveau und konstruktiv geführt, so die Pressestelle der Flughafens. Neben Airport-Aufsichtsratsvorsitzendem Othmar Raus und Flughafen-Chef Roland Hermann nahmen die wichtigsten österreichischen und bayerischen Anrainersprecher, Behördenvertretern von Stadt und Land Salzburg sowie der Flugsicherheitsbehörde Austro Control an der Dialogrunde teil. Erläutert wurden unter anderem aktuelle Verkehrszahlen und das Thema der Richtungsverteilung Nord-Süd-Landungen.

Die ersten drei Quartale 2011 brachten ein leichtes Minus bei den Flugbewegungen Linie und Charter. 15.556 Bewegungen im sogenannten kommerziellen Verkehr wurden bis Ende September am Airport gezählt. Eine leichte Zunahme hingegen verzeichnete man bei der General Aviation. Insgesamt stagnieren die Zahlen, was die Flugbewegungen betreffen.

Eine „weiße“ Weste hat der Flughafen bei den ungeplanten, vom Airport nicht verschuldeten Verspätungen nach 23 Uhr – kein einziger Start nach Betriebsschluss wurde bis dato heuer gezählt. 24 Landungen nach 23 Uhr wurden verzeichnet – meist aufgrund widriger Wetterumstände in den Abflughäfen oder wegen Streiks von Fluglotsen in Griechenland oder Spanien. 2010 waren es im Vergleichszeitraum noch mehr als 40.

Erste, kleine Erfolgsschritte verzeichnet man auch bei einer gerechteren Aufteilung der Landungen und Starts im Vergleich Nord – Süd im heurigen Jahr. Nimmt man alle Sicht- und Instrumentenanflüge Linie, Charter und allgemeiner Verkehr (Geschäfts- und Schulungsflüge) hat man das Verhältnis 50:50 Nord – Süd bereits erreicht. Vergleicht man nur das Verhältnis von Linie- und Charterverkehr liegt man aber bei 90 zu 10 für den Norden. Davon würden aber nur 40 Prozent über deutsches Bundesgebiet geführt, die Mehrheit der An- und Abflüge geht über österreichisches Territorium, führte der Lärmexperte der Stadt Salzburg, Hermann Jell, aus.

Der Anrainerschutzverband fordert mehr Daten über die Lärmbelastung. Es liegt noch kein Fluglärmbericht des Vorjahres vor, zudem halten sich Flughafen und Austro Control bei den Daten zu geplanten Änderungen der Routen und Lärmbelastung nach wie vor bedeckt. Es gäbe nur vage Schätzungen.

Die neue An- und Abflugroute von Süden wird derzeit getestet. Im gesamten Monat Juli landeten 8, im August 16 und im September 13 Flugzeuge über diese neue Route, in der Fachsprache RNP „Required Navigation Performance“ genannt. Entscheidend sind Wind- und Wetterverhältnisse, die Letzt-Entscheidungen hat immer der Pilot. In den vergangenen zehn Jahren gab es bei rückläufigen Bewegungszahlen eine Halbierung des Fluglärms. Seit dem Lande- und Startverbot für lautere Flugzeuge der Klasse MD-80 und Tupolew-154 Ende 2008 hat sich der Fluglärm laut dem Airport um mehr als 30 Prozent reduziert. Das Flugverbot sei europaweit einzigartig. In Maxglan und Taxham will der Flughafen den Einbau neuer Lärmschutzfenster finanziell unterstützen.

Für den Anrainerschutzverband ungelöst ist nach wie vor die Frage der neuen Routen. Kritisiert wurden vom ASA vor allem fehlende Transparenz und Information an die Bevölkerung, und dass die neue Lärmbelastung im Süden noch nicht durch Sachverständige geprüft worden ist.

Die Flughafenkritiker sehen weiterhin ungelöste Probleme, bewerten die Dialogrunde aber durchaus positiv. Fortschritte gibt es beim Thema Lärmschutzfenster und Einhaltung der Betriebszeiten. Der ASA wünscht sich eine Deckelung der Flugbewegung, ähnlich wie in Innsbruck.



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