Austrian Aviation Net - Das Magazin der österreichischen Luftfahrt
 
 
 
   
 

News Detail


Von: Jan Gruber

Verfasst am: 08.01.15 09:13

Christian Lesjak bestätigt Celebi-Kündigung

Neue Geschäftsleitung beim Flughafen-Wien-Mitbewerber.

Celebi-Gerätehalle (Foto: Roman Payer).

Celebi-Gerätehalle (Foto: Roman Payer).

Seit vier Uhr in der Früh werden die österreichische Niki, die deutsche Muttergesellschaft Air Berlin und Etihad Regional durch die Handling-Tochter der Flughafen Wien AG abgefertigt. Niki-Chef Christian Lesjak bestätigte im Gespräch mit Austrian Aviation Net, dass man sich vom bisherigen Dienstleister Celebi vorzeitig trennen musste.

Der türkische Ground-Handling-Konzern tauschte bereits im Vorjahr den bisherigen Österreich-Chef Ferda Yakar gegen drei gemeinsam vertretungsbefugte Geschäftsführer aus. Das Unternehmen wird nun von Atilla Korkmazoglu, Osman Yilmaz und Salih Aydin Samim geleitet. Diesen zur Seite gestellt sind die beiden Prokuristen Lazlo Andras Jakab und Özgün Ömer Özbek. Wie aus dem Unternehmen zu hören ist, soll die Hauptverantwortung für den Standort Wien bei Jakab liegen.

Kunde durch Austroport-Übernahme "gekauft"
Celebi wurde durch die Übernahme des Passage-Dienstleisters Austroport zum Dienstleister für Air Berlin und Niki. Die handelsrechtliche Fusion der beiden Unternehmen wurde laut Pflichtveröffentlichung in der Wiener Zeitung im Oktober 2014 vollzogen. Aus Celebi-Kreisen heißt es, dass seither rund 80 Prozent der ehemaligen Austroport-Mitarbeiter die Firma auf eigenen Wunsch verlassen hätten. Viele sollen angeblich bei VIE Ground Handling Services einen neuen Dienstgeber gefunden haben.

Offiziell machen Air Berlin und Niki keine Angaben zu den Gründen der fristlosen Celebi-Kündigung. Aus Kreisen des Luftfahrtkonzerns heißt es allerdings, dass Niki aus Qualitätsgründen eine "Schadensersatzklage, die sich gewaschen hat" gegen das Ground-Handling-Unternehmen eingebracht hätte. Niki-Geschäftsführer Christian Lesjak wollte rechtliche Schritte weder bestätigen, noch dementieren.

Celebi Austria dürfte die Kündigung des größten Kundes auf dem Flughafen Wien-Schwechat nicht gerade gelegen kommen, denn erst vor einigen Monaten investierte man durch die Übernahme von Austro Port kräftig, um den zweitgrößten Nutzer am größten Airport Österreichs betreuen zu können. Unbestätigten Gerüchten nach sollen drei weitere Fluggesellschaften über den Wechsel des Bodenabfertigers zu Austrian Airlines oder der Flughafen-Tochter VIE Ground Handling Services nachdenken.

Ungewiss könnte auch die Zukunft jener Celebi-Mitarbeiter sein, die bislang unter anderem Check-In und Boarding im Auftrag von Air Berlin und Niki betreuten. Ein Branchenexperte erklärte im Gespräch mit Austrian Aviation Net, dass Celebi möglicherweise bis zu 30 Mitarbeiter, die bislang Air Berlin und Niki abfertigten, anderweitig beschäftigten könnte. Die Stimmung unter den Celebi-Beschäftigten wird als angeblich als zumindest leicht nervös beschrieben.

Celebi gilt auf dem Flughafen Wien als Full-Service-Anbieter im Bereich der Bodenabfertigung. So ist das Unternehmen auch auf der Rampe tätig, während Austroport bislang nur Check-In-Dienstleistungen anbot. Austrian Airlines fertigt nicht nur Star-Alliance-Airlines ab, sondern kann von jeder Fluggesellschaft für Passagedienstleistungen beauftragt werden. Die Vorfeldabfertigung wird durch die Flughafen Wien AG erledigt. Für Niki und AIr Berlin erbrachte der Flughafen auch schon bisher Dienstleistungen auf der Rampe. Celebi war lediglich für den Passagebereich zuständig.

Im Vorjahr stieg die Flughafen Wien AG über ihre Tochter VIE Ground Handling Services auch in das bisherige Austroport-Segment ein, so dass es mit Celebi und Airport zwei Full-Service-Anbieter gibt. ISS Ground Handling bietet nebst Reinigungsdienstleistungen auch Passage-Services unter anderem in Wien an. Seit einiger Zeit liebäugelt dieses Unternehmen auch mit der Rampe.



Aktuell

 
News Regional News International Feature Forum Im Focus Home Newsletter Jobs Facebook Links