Austrian Aviation Net - Das Magazin der österreichischen Luftfahrt
 
 
 
   
 

News Detail

Wien: AUA stellt Istanbul ein

Die heimische Fluggesellschaft Austrian Airlines setzt im Winterflugplan 2014/15 die Destination Istanbul aus. Im Sommerflugplan 2015 soll die Strecke allerdings wieder bedient werden. Als Ursache für die temporäre Einstellung gab eine...

 mehr »

Wulf verlässt Flughafen Friedrichshafen

Der bisherige Marketing- und Vertriebsleiter des Friedrichshafener Flughafens, Christian Wulf, wird das Unternehmen mit Monatsende nach vierjähriger Tätigkeit verlassen, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Dies geht aus einem...

 mehr »

Wien: Niki neu nach Paphos

Mit Paphos auf der Insel Zypern wird die österreichische Fluggesellschaft Niki mit 24. Feber 2015 eine weitere Warmwasserdestination aufnehmen. Die Strecke soll ergänzend zur bestehenden Flugverbindung nach Larnaca geführt werden und die...

 mehr »

Linz: Sport auf der Runway

Vergangene Woche lud Flughafenchef Gerhard Kunesch anlässlich des 60-jährigen Bestehens (im kommenden Jahr, Anm.) des Linzer Flughafens um Punkt Mitternacht zum "Runway Night-Run". Auf einer Strecke von rund fünf Kilometern betätigten sich...

 mehr »

Von: Ulrich Hajek

Verfasst am: 22.10.11 10:02

Die ÖLS startet durch

Die Flugschule im Süden Österreichs ist zurück und belebt den Markt - nachdem die Austrian 2010 ihre Anteile verkauft hat, übernehmen ehemals Angestellte das Ruder und führen den Traditionsbetrieb fort.

Die Österreichische Luftfahrtschule hat bewegte Zeiten hinter sich. Gegründet am 1. April 1929 blickt man auf eine lange Reihe von Besitzern, Lehrern und noch viel mehr Absolventen zurück. Das letzte Kapitel der ÖLS, die seit jeher ihren Sitz am Grazer Verkehrsflughafen Thalerhof hatte, ist noch nicht so lange geschlossen.
Als ehemalige Kaderschmiede der Austrian, waren die Besitzverhältnisse zwischen der österreichischen Airline und der Grazer Verkehrsbetriebe AG aufgeteilt. Von 1959 bis 2010 wurden hier die angehenden Linienpiloten der AUA ausgebildet. Im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen während der Übernahme durch die Lufthansa entschied sich der Vorstand der Austrian Anfang 2010 seine Anteile zu veräußern und zukünftige Pilotenanwärter am LFT in Bremen ausbilden zu lassen. Es wurde lange Zeit nach einem Käufer gesucht, schließlich fand man mit der Flugschule “AeronautX” einen geeigneten Abnehmer.

Es wurde jedoch still um die Flugschule, genaue Pläne, was mit der FTO passieren soll, konnte man niemandem entlocken. Nun jedoch, im Herbst 2011 startet die Österreichische Luftfahrtschule wieder durch - ein Betrieb mit einem knappen Jahrhundert an Geschichte lebt auf.

Die verantwortlichen Köpfe an dem Projekt sind keine unbekannten Gesichter - Ing.  Andreas Hinze (Head of Training) und Martin Stessl (Chief Flight Instructor) waren zu AUA-Zeiten fix angestellte Lehrer der Flugschule. Accountable Manager ist Jörg Oberhofer (AeronautX) aus Linz, er betreibt die ÖLS als eigenständige FTO im Süden Österreichs. Chief Ground Instructor ist DI (FH) Martin Weinberger. Jedem Austrian Piloten und Absolventen der Österreichischen Luftfahrtschule ist Anna Maria Ladinig ein Begriff. Sie ist endgültig in Pension, das Büro wird zur Zeit abwechslend vom HT und CFI betrieben.



Man hat sich zum Ziel gesetzt, die Tradition der ÖLS in bester Manier fortzusetzen. Was die AUA begann, nämlich ATPL-Kurse für “Nicht-Selektierte” anzubieten, wird mit der neuen Eigentümerschaft zur Tugend. Somit ist am Konzept der Österreichischen Luftfahrtschule nicht alles anders, das Rad jedoch brauchte man nicht neu zu erfinden. Auf die Frage, was die Ausbildung an der ÖLS in Graz ausmache, antwortet Head of Training, Andreas Hinze: “Die ÖLS hat den Vorteil auf eine sehr lange Geschichte zurückzublicken. Wir bilden seit Jahrzehnten Linienpiloten nach höchsten Airline-Standards aus. Unsere Ansätze sind hoch gesteckt, wir geben unseren Schülern sehr viel mit auf den Weg, verlangen aber auch im Gegenzug viel Engagement.”

Engagement kommt auch von den Betreibern selbst - Andreas Hinze schildert uns seine Motivation zur Fortführung der FTO:

"Das AUA-Ausbildungs know-how gehört weitergetragen und weiter gelebt. Wir haben viel gesehen und ausprobiert, eine bessere Methode haben wir bis dato nicht gefunden. Zweitens gehört wieder eine Top-Flugschule in die Steirmark, die den südlichen Alpenbereich bedienen kann und auch die Nachbarländer Slowenien und Ungarn ansprechen wird. Wir wollen dem angehenden Pilotennachwus eine solide Ausbildungsstäte zur Verfügung stellen (das alte Schulgebäude am Flughafen wird aktuell dem Erboden gleich gemacht und weicht einem neuen Parkplatz, Anm.), auf die sie weit nach ihrer Ausbildung noch stolz sein können."

Bei der Wahl einer Ausbildungsform kann man bei der ÖLS zwischen integrierter (d.h. durchgehende Ausbildung in einer FTO) und modularer (bausteinartig, Schritt für Schritt) Weise wählen. Die Meilensteine innerhalb der Wandlung vom Fußgänger zum Linienpiloten haben sich bewährt und wurden deshalb nicht verändert:

  • Erwerb des Funkzeugnisses (AFZ)
  • Privatpilotenlizen (PPL)
  • VFR-Praxis
  • ATPL - Theorie inkl. Prüfungen
  • Instrumentenflug Simulator
  • Instrumentenflug DA42

Im Syllabus der Österreichischen Luftfahrtschule setzt man weiterhin auf die bewährten Instruction Guides (IGs). Die Ausbildungs- uns Lehrinhalte sind darin standardisiert (für Schüler und Lehrer) festgelegt. Als “Mini OM-B” bieten sie Leitfaden und Anhaltspunkt für Verfahren, Anflüge und Limitations, für Schüler sind sie Referenz und Garant für eine standardisierte Ausbildung. Gleich mit welchen Lehrer man unterwegs ist, die Maschinen werden nach “ÖLS-Procedures” geflogen, um bereits vom PPL an ein Gefühl für die Arbeit im Airline Cockpit zu bekommen. Egal ob PPL oder ATPL, das Wording bleibt innerhalb der Ausbildung gleich. Der Inhalt jeder Lehreinheit ist laut einem Sessionplan festgelegt und wird von der Trianingsmannschaft eingehalten und überwacht. “Das A und O in der Linienfliegerei ist hoher Standard - in der ÖLS legen wir vom ersten Tag der Ausbildung an das Fundament für solide Arbeit im Cockpit”, so Hinze.



Auch was die Lehrkräfte für Theorie und Praxis betriftt, setzt die ÖLS auf Leute aus der “Praxis”. Aktive Linienpiloten und Controller verstärken das Team rund um CFI Martin Stessl. Neue sowie alte Gesichter schulen aktiv um den hohen Standard zu gewährleisten.

Für die PPL-Schulung werden Cessna 150 beziehungsweise C152 verwendet - ist das Konzept der zweisitzigen Maschine doch schon in die Jahre gekommen, ist sie für die ersten Schritte in der Luftfahrt einer der zuverlässigsten Partner, die man sich wünschen kann. Was den IFR Flug angeht, so hat sich die österreichische DA 42  als Zweimot mit hochmodernem G-1000 Glascockpit vollständig bewährt. Der dazugehörige FNPT II Simulator ist im eigenen Haus vorhanden und steht den Schülern als Trainingsgerät zur Verfügung.



Obwohl nicht mehr Miteigentümer, kann sich der Flughafen Graz freuen. Ganz im Sinne ihrer Tradition, setzt die ÖLS auf den Standort Thalerhof. “Die Trainingsbedingungen sind hier schlichtweg perfekt!”, so Andreas Hinze. Die volle Infrastruktur des Flughafens steht zur Verfügung. So wird von der ersten Flugstunde an in kontrolliertem Luftraum geübt, Anflüge können auf die Asphalt- und Graspisten erfolgen. Night-VFR wird im eigenen Trainingsbereich absolviert und alle Instrumentenanflugverfahren stehen zur Auswahl. Für Lande- und Teile des Flugtrainings kann man ins etwas südlicher gelegene Marburg ausweichen. Landegebühren sind dort deutlich niedriger, und wenn in Graz zu viel Verkehr sein sollte, kann man dorthin ausweichen.

Der Standort Graz wird wieder kräftig belebt - die Redaktion von Austrian Aviation Net wünscht Andreas Hinze und dem gesamten Team der Österreichischen Luftfahrtschule alles Gute für den vollbrachten "Go-Around" und allzeit Gute Landungen!



 
News Regional News International Feature Forum Im Focus Home Newsletter Jobs Facebook Links